Die Diskrepanz könnte kaum größer sein: Während der Aktienkurs von Mercedes-Benz nur knapp unter dem Jahreshoch notiert, attestiert eine neue Studie dem operativen Geschäft den schlimmsten Einbruch seit der Finanzkrise 2009. Das laufende Aktienrückkaufprogramm stützt den Titel massiv, doch fundamentale Warnzeichen aus dem Kerngeschäft werfen die Frage auf: Wie lange kann die Börse die Realität in den Auftragsbüchern ausblenden?
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
- Gewinneinbruch: Das operative Ergebnis fiel im dritten Quartal um alarmierende 70 Prozent.
- Stützungskauf: Über 4,3 Millionen Aktien wurden seit November bereits vom Markt genommen.
- Hoffnungsschimmer: Die EU erwägt eine Lockerung des Verbrenner-Verbots ab 2035.
- Kursentwicklung: Mit einem Plus von 15,71 Prozent seit Jahresbeginn zeigt sich die Aktie bisher resistent.
Schlechtestes Quartal seit 2009
Eine aktuelle Analyse der Beratungsgesellschaft EY offenbart das ganze Ausmaß der Branchenschwäche. Zusammen mit VW und BMW verzeichnete Mercedes-Benz im abgelaufenen dritten Quartal einen Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) um durchschnittlich 76 Prozent. Für den Stuttgarter Premiumhersteller bedeutete dies konkret ein Minus von 70 Prozent.
Verantwortlich für diese Talfahrt ist ein toxischer Mix aus hohen Kosten für die Elektromobilität, ungünstigen Wechselkursen und einem schwierigen Absatzmarkt. Dass Deutschland in der Analyse als schwächste Automobilnation abschnitt, unterstreicht den strukturellen Gegenwind. Dennoch hält sich die Aktie mit aktuell 61,34 Euro stabil über der 50-Tage-Linie (57,64 Euro), was Analysten vor allem auf die aggressive Kapitalallokation zurückführen.
Aktienrückkauf als Kursstabilisator
Das Management steuert aktiv gegen den fundamentalen Abwärtstrend. Der am 15. Dezember veröffentlichte Zwischenbericht belegt, dass allein in der vergangenen Woche fast 690.000 Aktien zurückgekauft wurden. Seit Beginn des Programms am 3. November summieren sich die Rückkäufe auf über 4,3 Millionen Stück.
Diese Maßnahmen verknappen das Angebot und signalisieren Vertrauen, wirken aber angesichts der operativen Probleme primär als künstliche Stütze. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 62,17 Euro beträgt derzeit lediglich 1,34 Prozent – eine Bewertung, die angesichts der Gewinnsituation ambitioniert erscheint.
Regulatorische Entlastung in Sicht
Fundamental gestützt wird der Kurs durch politische Signale aus Brüssel. Die EU-Kommission plant offenbar, das strikte Verbrenner-Aus für 2035 aufzuweichen. Eine mögliche Verschiebung oder die Absenkung der CO2-Reduktionsziele von 100 auf 90 Prozent würde den enormen Investitionsdruck auf Mercedes-Benz kurzfristig lindern.
Parallel dazu treibt der Konzern strategische Zukunftsthemen voran. Ein Start von Robotaxis in Abu Dhabi, basierend auf S-Klasse-Modellen, sowie die Nominierung von KI- und Nachhaltigkeitsexperten für den Aufsichtsrat sollen die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern.
Begrenztes Aufwärtspotenzial
Trotz der stabilen Kursentwicklung bleibt die Luft für weitere Anstiege dünn. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 62,54 Euro, was vom aktuellen Niveau aus kaum noch Spielraum lässt. Für eine nachhaltige Trendfortsetzung müssen die für 2026 prognostizierten Gewinnsteigerungen auf 6,81 Euro je Aktie (2025: 6,31 Euro) zwingend realisiert werden, andernfalls droht eine Neubewertung der aktuellen Vorschusslorbeeren.
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