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Mercedes-Benz Aktie: Halbierter Gewinn

Der Stuttgarter Autobauer meldet einen Halbierung des Konzerngewinns, vor allem durch den schwierigen China-Markt. Mit Kostensenkungen und über 40 neuen Modellen strebt das Unternehmen eine Erholung ab 2026 an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Konzerngewinn halbiert sich auf 5,33 Milliarden Euro
  • Starke Umsatzeinbrüche im chinesischen Absatzmarkt
  • Dividende wird auf 3,50 Euro je Aktie gesenkt
  • Über 40 neue Modelle in den nächsten drei Jahren geplant

Der Stuttgarter Automobilkonzern hat seinen Jahresfinanzbericht 2025 veröffentlicht – und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Konzernnettogewinn brach um 48 Prozent auf 5,33 Milliarden Euro ein, das operative Ergebnis kollabierte sogar um 57 Prozent. Verantwortlich für den Einbruch sind vor allem die Entwicklungen in China, wo die Verkäufe um 19 Prozent einbrachen. Gleichzeitig setzt das Management auf eine der umfangreichsten Modelloffensiven der Firmengeschichte.

China wird zur größten Baustelle

Der chinesische Markt macht knapp ein Drittel aller verkauften Personenwagen aus – doch genau dort wächst der Druck durch heimische Elektrofahrzeughersteller massiv. Der Konzernumsatz sank von 145,6 Milliarden Euro auf 132,2 Milliarden Euro, während das bereinigte EBIT von 13,7 Milliarden Euro auf 8,2 Milliarden Euro fiel.

Belastend wirkten neue Zölle in Höhe von rund 1,2 Milliarden US-Dollar, ungünstige Wechselkurseffekte durch den starken Euro sowie der intensive Wettbewerb im Reich der Mitte. Die bereinigte Umsatzrendite bei Mercedes-Benz Cars sank auf 5,0 Prozent nach 8,1 Prozent im Vorjahr. Der durchschnittliche Verkaufspreis im Pkw-Segment ging auf rund 68.100 Euro zurück.

Die strategische Gegenmaßnahme: eine beschleunigte Lokalisierung. Mercedes-Benz will bis Mitte 2026 mehr als 80 Prozent der in China verkauften Fahrzeuge aus lokaler Produktion beziehen – um von niedrigeren Produktionskosten zu profitieren und schneller auf Markttrends reagieren zu können.

Dividende gekürzt, Rückkäufe laufen weiter

Das Management wird den Aktionären auf der Hauptversammlung eine Dividende von 3,50 Euro je Aktie vorschlagen – eine Kürzung gegenüber den 4,30 Euro des Vorjahres. Marktbeobachter werten diesen Schnitt jedoch als vergleichsweise moderat, da im Vorfeld teils drastischere Kürzungen befürchtet worden waren.

Parallel setzt der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm fort: Zwischen November und Dezember 2025 kaufte Mercedes-Benz eigene Aktien für rund 329 Millionen Euro zurück. Für 2026 sind weitere Rückkäufe von bis zu 1,7 Milliarden Euro vorgesehen. Die Großaktionäre Beijing Automotive Group und Geely Group haben zugesagt, ihre Stimmrechte durch anteilige Andienung von Aktien unter der 10-Prozent-Schwelle zu halten.

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40 neue Modelle als Hoffnungsträger

Der Stuttgarter Automobilhersteller zieht zwei zentrale Hebel: aggressive Kostensenkung und eine erneuerte Produktoffensive. Trotz eines Volumenrückgangs von 9 Prozent federten Kosteneinsparungen von rund 3,6 Milliarden Euro den Einbruch der Profitabilität zumindest teilweise ab.

Das erklärte Ziel lautet, die Produktionskosten pro Fahrzeug bis 2027 um 10 Prozent gegenüber dem Niveau von 2024 zu senken. Dieser Umbau fordert zunächst Opfer: Für den strukturellen Stellenabbau fallen Einmalkosten in Höhe von 1,6 Milliarden Euro an.

Mehr als 40 neue Modelle sollen in den nächsten drei Jahren auf den Markt kommen. Die erste Jahreshälfte 2026 sieht große Auffrischungen für die S-Klasse und die GLS-Baureihe sowie neue AMG-Modelle vor. Besondere Hoffnungen ruhen auf dem neuen CLA, der bereits den Titel „Car of the Year 2026″ erhalten hat. Parallel erfolgen Kapazitätsanpassungen, darunter die geplante Schließung des Joint-Venture-Werks in Aguascalientes, Mexiko bis Mai.

Ausblick: Erholung ab 2026

Der Ausblick für 2026 fällt konstruktiv aus: Mercedes-Benz erwartet einen Umsatz auf Vorjahresniveau, ein Group-EBIT deutlich über dem Vorjahreswert und einen Free Cash Flow des Industriegeschäfts leicht unter 2025. In der Pkw-Sparte wird eine bereinigte Umsatzrendite von 3 bis 5 Prozent angepeilt. Eine Rückkehr zu zweistelligen Margen stellt das Management erst für das Jahr 2027 in Aussicht.

Die Hauptversammlung am 16. April wird die Dividende formal beschließen. Am 29. April folgen die Q1-2026-Ergebnisse – dieser erste Quartalsbericht wird zeigen, ob die chinesische Lokalisierungsstrategie, die Kapazitätsanpassungen und die Kosteninitiativen erfolgreich greifen.

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