Zwei Analystenrevisionen kurz vor dem Quartalsbericht, ein Kurs rund 16 Prozent unter dem Jahreshoch — bei Mercedes-Benz verdichtet sich der Druck vor dem 29. April.
Goldman Sachs senkte am 16. April das Kursziel von 69 auf 66 Euro. Analyst Christian Frenes begründete den Schritt mit angepassten Schätzungen vor den Q1-Zahlen, hält aber an der „Buy“-Einstufung fest. Der neue Zielpreis setzt sich aus 56 Euro für das Kerngeschäft und 10 Euro für den Daimler-Truck-Anteil zusammen — ein Hinweis darauf, wie stark der Beteiligungswert die Bewertung stützt.
Bernstein sieht Margen am unteren Rand
Bernstein Research bestätigte am 14. April die Einstufung „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 61 Euro. Analyst Stephen Reitman erwartet, dass die bereinigte Umsatzrendite eher am unteren Ende der Zielspanne landen wird. Das klingt nüchtern — ist es auch.
Die Aktie notiert aktuell bei 52,15 Euro, rund sechs Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn hat das Papier mehr als 15 Prozent verloren. Das YTD-Minus übersteigt damit selbst den Ex-Dividende-Abschlag von 3,50 Euro je Aktie spürbar.
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Branchenumfeld bleibt schwierig
Chinesische Hersteller wie BYD und Geely erhöhen den Wettbewerbsdruck, besonders im Premiumsegment. Hinzu kommt ein struktureller Preisrutsch bei Elektrofahrzeugen: In Großbritannien sind E-Autos im April 2026 erstmals im Schnitt günstiger als vergleichbare Verbrenner — ein Signal, das etablierte Premiumhersteller bei der Margenpolitik unter Zugzwang setzt.
Das KGV liegt bei rund 11, das Kurs-Buch-Verhältnis bei 0,62. Günstig bewertet, ja — aber günstige Bewertungen allein ziehen keine Käufer an, solange die Margenentwicklung unklar bleibt.
Am 29. April liefert Mercedes-Benz den offiziellen Quartalsbericht. Erst dann zeigt sich, ob die Analystenskepsis berechtigt war — oder ob das Papier auf dem aktuellen Niveau einen echten Boden gefunden hat.
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