Die Luxusstrategie des Stuttgarter Autobauers bekommt tiefe Risse. Nach einem massiven Gewinneinbruch im abgelaufenen Geschäftsjahr enttäuscht nun auch der Ausblick auf 2026 die Markterwartungen deutlich. Während die Konkurrenz in China den Druck erhöht, müssen sich Anleger auf eine gekürzte Dividende und sinkende Margen einstellen.
Quartalszahlen verfehlen Prognosen
Das vierte Quartal 2025 offenbart die Schwere der aktuellen Lage. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) lag mit 1,60 Milliarden Euro rund 42 Prozent unter den Schätzungen der Analysten. Auf Jahressicht schmolz der bereinigte operative Gewinn um 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro zusammen. Verantwortlich für diesen Rückgang sind vor allem hohe Aufwendungen für Restrukturierungen sowie der gnadenlose Preiskampf auf dem wichtigen chinesischen Markt.
Auch beim Umsatz musste der Konzern Federn lassen: Die Erlöse sanken um 9,2 Prozent auf 132,2 Milliarden Euro. Trotz Kosteneinsparungen von über 3,5 Milliarden Euro konnte der Margendruck in der Pkw-Sparte nicht kompensiert werden. Die Umsatzrendite fiel dort von 8,1 Prozent im Vorjahr auf magere 5,0 Prozent.
Ausblick schockt mit niedrigen Margen
Besonders schwer wiegt die Prognose für das laufende Jahr 2026. Das Management erwartet für die Pkw-Sparte lediglich eine Umsatzrendite zwischen 3 und 5 Prozent. Dieser Wert liegt signifikant unter dem Marktkonsens von 5,6 Prozent und wirft Fragen zur Tragfähigkeit der bisherigen Premium-Strategie auf. CEO Ola Källenius modifiziert den Kurs nun hin zu „profitablem Wachstum“, was Marktbeobachter als Abkehr von der reinen „Value over Volume“-Doktrin interpretieren könnten.
Zusätzlich belasten Tarifkosten in Höhe von rund einer Milliarde Euro das Ergebnis. Diese waren in den ursprünglichen Mittelfristzielen, die noch von zweistelligen Margen ausgingen, nicht einkalkuliert.
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Dividende gekürzt, Hoffnung auf neue Modelle
Die schwache operative Entwicklung schlägt direkt auf die Aktionäre durch. Der Vorstand schlägt eine Dividende von 3,50 Euro je Aktie vor, was einer Kürzung um fast 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Einziger Lichtblick bleibt das laufende Aktienrückkaufprogramm, von dem für 2026 noch bis zu 1,7 Milliarden Euro zur Verfügung stehen.
Operativ setzt der Konzern nun alles auf eine Modelloffensive. Bis 2027 sollen über 40 neue Fahrzeuge auf den Markt kommen, darunter der neue CLA und eine überarbeitete S-Klasse. Gleichzeitig verschärft das Management den Sparkurs: Materialkosten sollen um 8 Prozent sinken, in China sind sogar Einsparungen von 20 Prozent bei den fixen und variablen Kosten geplant.
Der Erfolg der Aktie hängt in den kommenden Monaten davon ab, ob die neuen Modelle die Auftragsbücher nachhaltig füllen und die Margenerosion stoppen können. Spätestens zur Hauptversammlung am 16. April 2026 werden Investoren klare Belege dafür einfordern, dass die Talsohle bei der Profitabilität durchschritten ist.
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