Startseite » Europa-Märkte » Mercedes-Benz Aktie: EU genehmigt Verkauf von sieben Autohäusern

Mercedes-Benz Aktie: EU genehmigt Verkauf von sieben Autohäusern

Mercedes-Benz verkauft Berliner Autohäuser und Athlon, während Analysten Chancen in Finanzdiensten, aber Druck im Pkw-Geschäft sehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • EU genehmigt Berliner Standortverkauf
  • Mehr als 1.100 Beschäftigte betroffen
  • Athlon geht an BNP Paribas
  • DZ Bank senkt Kursziel auf 55 Euro

Der Stuttgarter Automobilkonzern Mercedes-Benz forciert die Neuausrichtung seines Vertriebsnetzes und die Schärfung seines Finanzportfolios. Während der operative Gegenwind im Kerngeschäft anhält, markieren jüngste Genehmigungen und Vertragsabschlüsse wichtige Fortschritte bei der Umgestaltung der Konzernstruktur.

Im Zentrum stehen dabei der Rückzug aus dem Eigenbetrieb zahlreicher Niederlassungen sowie der Verkauf von Randaktivitäten im Finanzdienstleistungsbereich.

Grünes Licht aus Brüssel für Berliner Autohäuser

Ein wesentlicher Meilenstein der laufenden Vertriebs-Transformation wurde am 10. August erreicht: Medienberichten zufolge hat die EU-Kommission den Verkauf von sieben konzerneigenen Autohäusern in Berlin und Brandenburg genehmigt. Der Erwerber, die Global Auto Holdings (GAHL), übernimmt damit ein bedeutendes Paket, zu dem auch der Flagship-Store am Berliner Salzufer gehört – die weltweit größte Mercedes-Benz-Niederlassung.

Von diesem Schritt sind mehr als 1.100 Mitarbeiter betroffen. Der Abschluss der Transaktion ist für das Ende des Jahres 2026 geplant. Dieser Verkauf ist Teil einer bereits im Jahr 2024 eingeleiteten Strategie, mit der sich der Fahrzeughersteller zunehmend von eigenen Handelsstandorten trennt, um die Kapitalbindung im Vertrieb zu reduzieren und die Profitabilität im deutschen Heimatmarkt zu steigern.

Strategische Trennung von Leasingtochter Athlon

Parallel zum Umbau des Filialnetzes bereinigt Mercedes-Benz seine Finanzsparte. Am 30. Juli wurde der Verkauf der Leasingtochter Athlon an BNP Paribas besiegelt. Der operative Übergang soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 erfolgen, sofern die Wettbewerbsbehörden zustimmen. Die Erlöse aus dieser Transaktion sollen gezielt in die Entwicklung neuer Elektro-Plattformen und den Ausbau digitaler Technologien fließen.

Diese strategische Fokussierung ist eine Reaktion auf das zunehmend schwierige Marktumfeld. Bereits vor gut drei Wochen hatte der Konzern seine Prognose für das laufende Jahr angepasst und erwartet nun, dass Umsatz und Pkw-Absatz um 2,0 bis 7,5 % unter dem Vorjahresniveau liegen werden. Trotz dieses Volumenziels bestätigte das Management die bereinigte operative Marge für das Pkw-Geschäft in einem Korridor von 3,0 bis 5,0 %.

Analysten sehen Licht und Schatten im operativen Geschäft

In der Finanzwelt wird die Neuausrichtung aufmerksam verfolgt. Analyst Christian Frenes von Goldman Sachs bestätigte am 3. August seine Einstufung mit „Buy“ und hob das Kursziel für die Aktie an. Er begründete dies mit erhöhten Gewinnerwartungen für die Finanzdienstleistungssparte, reduzierte jedoch gleichzeitig die Schätzungen für das Automobil-Kerngeschäft aufgrund höherer Kosten und des anhaltenden Konjunktur-Gegenwinds in China.

Auch Michael Punzet von der DZ Bank sieht den Konzern zweigeteilt. In seiner Analyse vom 3. August reduzierte er das Kursziel von 60,00 auf 55,00 Euro, hielt aber an seiner Kaufempfehlung fest. Er hob hervor, dass die Segmente Vans und Financial Services sowie die Cashflow-Entwicklung überzeugen könnten, während das Pkw-Geschäft unter massivem Druck im wichtigen chinesischen Markt stehe.

An der Börse spiegeln sich die operativen Herausforderungen deutlich wider. Die Aktie notiert aktuell bei 44,74 € und hat damit seit Jahresbeginn rund 26 % an Wert verloren. Damit liegt das Papier signifikant unter längerfristigen Durchschnittswerten; der Abstand zum gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage beträgt derzeit etwa 15 %. Anleger blicken nun auf die Umsetzung der Sparmaßnahmen und die Stabilisierung der Margen in einem volatilen Marktumfeld.

Anzeige

Mercedes-Benz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mercedes-Benz-Analyse vom 27. August liefert die Antwort:

Die neusten Mercedes-Benz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mercedes-Benz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Mercedes-Benz: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Mercedes-Benz

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.