Nach einem von Gegenwind geprägten Jahr tritt Mercedes-Benz auf die Kostenbremse und bereitet gleichzeitig eine umfassende Produktoffensive vor. Der Autobauer reagiert damit auf den intensiven globalen Wettbewerb und die jüngsten Margenprobleme. Kann dieser strategische Spagat zwischen strikter Effizienz und neuen Luxusmodellen das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen?
Strikter Sparkurs und neue Modelle
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 hinterließ deutliche Spuren in der Bilanz. Bei einem Umsatz von 132,2 Milliarden Euro schrumpfte das bereinigte EBIT auf 8,2 Milliarden Euro, was zu einem Dividendenvorschlag von 3,50 Euro je Anteilsschein führte. Diese schwierige Phase spiegelt sich auch in der jüngsten Kursentwicklung wider: Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von gut 10 Prozent und schloss am Mittwoch bei 55,17 Euro. Um gegenzusteuern, hat das Management bereits die Fixkosten im Pkw-Segment um über 3,5 Milliarden Euro gesenkt. Bis 2027 sollen die Fertigungskosten pro Fahrzeug durch gezielte Kapazitätsanpassungen um weitere 10 Prozent fallen.
Parallel zu den Einsparungen investiert der Konzern in sein zukünftiges Wachstum. Innerhalb der nächsten drei Jahre sind über 40 neue Modelle geplant. Ein erster Schritt erfolgte am Dienstag mit der Präsentation des elektrischen VLE, der neue Käuferschichten im Segment der Luxus-Vans in den USA und Asien erschließen soll. Zudem treibt das Unternehmen die Integration des eigenen Betriebssystems MB.OS in der aktualisierten S-Klasse voran, um die technologische Führungsposition zu sichern.
Lokalisierung in China und Ausblick
Besonders der chinesische Markt erfordert eine neue Herangehensweise. Um Lieferketten robuster zu gestalten und schneller auf lokale Kundenwünsche zu reagieren, plant Mercedes-Benz, bis Mitte 2026 über 80 Prozent der dort verkauften Fahrzeuge direkt im Land zu produzieren.
Für das laufende Jahr zeigt sich das Management zuversichtlicher. Durch den Wegfall von Restrukturierungskosten soll das EBIT 2026 deutlich über dem Vorjahresniveau liegen, bei einer angestrebten Umsatzrendite im Pkw-Geschäft zwischen 3 und 5 Prozent. Erste Bewährungsproben für die operative Umsetzung dieser Strategie stehen in den kommenden Wochen an:
- April 2026: Virtuelle Hauptversammlung mit formalem Dividendenbeschluss
- April 2026: Veröffentlichung des Zwischenberichts zum ersten Quartal
Stand heute, 21. Oktober: Mercedes-Benz – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Mercedes-Benz investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 21. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
