Endlich gute Nachrichten aus Stuttgart: Mercedes-Benz liefert zum Wochenausklang gleich zwei starke Argumente für die Bullen. Ein überraschendes Gerichtsurteil im leidigen Diesel-Komplex und der Startschuss für ein strategisch entscheidendes Elektro-Modell hellen die Stimmung schlagartig auf. Doch reicht dieser operative und juristische Doppelschlag aus, um die Aktie endgültig aus der Gefahrenzone zu befördern?
Überraschendes Urteil: Risiken entschärft?
Das wohl wichtigste Signal für die nervösen Anleger kam am Freitag aus einem Gerichtssaal in Schleswig-Holstein. Das dortige Verwaltungsgericht hat einen Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für bestimmte Diesel-Modelle gekippt. Der Grund ist formaler Natur: Die Behörde hatte fälschlicherweise nationale Gesetze statt EU-Recht als Basis herangezogen.
Für den Konzern ist dies ein taktischer Sieg von enormer Tragweite. Zwar handelt es sich „nur“ um eine verfahrensrechtliche Entscheidung, doch sie erspart Mercedes-Benz vorerst eine inhaltliche Schlammschlacht über die Legalität der Abschalteinrichtungen in diesem spezifischen Fall. Die Bilanzrisiken sinken, das Management sieht seine Rechtsauffassung bestätigt – ein willkommenes Aufatmen.
Angriff auf Tesla und BMW
Während die Juristen punkten, treibt CEO Ola Källenius die operative Erneuerung voran. Parallel zum Urteil fiel der Startschuss für den Mercedes-Benz CLA Shooting Brake. Dieses Modell ist mehr als nur ein neues Auto; es ist der Lakmustest für die angepasste „Electric First“-Strategie im Premium-Einstiegssegment.
Mit einer Reichweite von bis zu 768 Kilometern (WLTP) und einem Startpreis von rund 57.000 Euro greift der Stuttgarter Autobauer direkt die Platzhirsche Tesla und BMW an. Die Botschaft ist klar: Trotz aller Marktturbulenzen bleibt der technologische Anspruch hoch. Die effiziente 85-kWh-Batterie soll beweisen, dass Mercedes auch ohne die radikale „Electric Only“-Doktrin im E-Segment führend bleiben kann.
Die wichtigsten Fakten zur aktuellen Lage im Überblick:
- Technologie-Sprung: Neuer CLA Shooting Brake mit bis zu 768 km Reichweite.
- Analysten-Optimismus: Goldman Sachs sieht Kursziel bei 74 Euro.
- Marktbewertung: Schlusskurs am Freitag bei 58,29 Euro.
- Jahresperformance: Seit Jahresanfang (YTD) liegt das Plus bei 9,96%.
Goldman Sachs sieht 27% Potenzial
Rückenwind gibt es auch von der Wall Street. Die US-Investmentbank Goldman Sachs erneuerte in dieser Woche ihre Kaufempfehlung („Buy“) und rief ein Kursziel von 74 Euro aus. Der Tenor der Analysten: Die bekannten Risiken, insbesondere die Absatzschwäche im „hyper-kompetitiven“ chinesischen Markt, seien im aktuellen Kurs bereits mehr als eingepreist.
Auch JPMorgan bläst ins gleiche Horn („Overweight“, Ziel 68 Euro) und verweist auf die solide Bilanz, die Investoren die Wartezeit auf die operative Wende versüßt. Betrachtet man den Schlusskurs vom Freitag bei 58,29 Euro, suggerieren diese Einschätzungen ein massives Aufholpotenzial. Zum 52-Wochen-Hoch von 62,17 Euro fehlen der Aktie aktuell noch gut 6 Prozent.
Fazit: Der Blick nach vorne
Die Kombination aus juristischer Entlastung und Produkt-Offensive kommt zur rechten Zeit. Doch der Härtetest steht noch aus: Die Strategie „Local-for-Local“ muss im schwierigen China-Geschäft erst noch greifen, um die Margen nachhaltig zu schützen. Anleger sollten den Fokus nun auf die kommenden Absatzzahlen des CLA richten. Gelingt hier der Durchbruch, könnte der Weg für eine technische Erholung in Richtung der 60-Euro-Marke tatsächlich frei sein.
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