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Mercedes-Benz Aktie: Deutsche Bank setzt Kursziel auf 74 Euro

Trotz gedämpfter Aktie sehen Analysten bei Mercedes-Benz durch das Ungarn-Werk und E-Modelle Potenzial für deutliche Kursgewinne.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Analysten sehen ungenutztes Gewinnpotenzial
  • Ungarn-Werk als strategischer Kostenanker
  • Neue E-C-Klasse mit 762 km Reichweite
  • Kooperation für Drohnenabwehr besiegelt

Juli 2026 bestätigt und stuft die Aktie weiterhin auf „Buy“. Das Kursziel liegt bei 74 Euro und damit deutlich über der aktuellen Notierung von 46,05 Euro. Analyst Tim Rokossa begründet seine positive Haltung mit dem Ausbau des Werks im ungarischen Kecskemét, der aus seiner Sicht die wachsende Bedeutung niedriger Produktionskosten für den Stuttgarter Autobauer unterstreicht. Weitere Analysten verweisen laut Berichten vom selben Tag auf ungenutztes Gewinnpotenzial als Argument für einen Einstieg in die Aktie.

Ungarn-Werk als Kostenanker

Im Zentrum der aktuellen Einschätzung steht die milliardenschwere Werkserweiterung in Kecskemét. Mercedes-Benz hat dort eine Investition von rund 1 Milliarde Euro umgesetzt und die Werksfläche von 200 auf 440 Hektar mehr als verdoppelt. Mit der Eröffnung startete die Produktion der neuen elektrischen C-Klasse auf der MB.EA-M-Plattform: 800-Volt-Architektur, ein 94-kWh-Akku, 330 kW Ladeleistung und eine WLTP-Reichweite von bis zu 762 Kilometern kennzeichnen das neue Modell. Rund 5.000 Mitarbeiter sind am Standort beschäftigt, Karosserie- und Akkukomponenten werden vor Ort gefertigt. Neben der elektrischen C-Klasse läuft in Kecskemét auch die Produktion des GLB. Zur Eröffnung war der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar vor Ort. Für Rokossa signalisiert dieser Schritt, dass Mercedes-Benz seine Kostenbasis gezielt in Regionen mit günstigeren Produktionsbedingungen verlagert – ein Faktor, den die Deutsche Bank als strukturell positiv für die Margenentwicklung wertet.

Kursverlauf bleibt gedämpft

Trotz der positiven Analystenstimmen bewegt sich die Aktie am Berichtstag mit einem leichten Minus von 0,32 Prozent kaum vom Fleck. Der Titel notiert derzeit rund 8 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 42,64 Euro, das erst Ende Juni markiert wurde. Von den Höchstständen aus dem Dezember 2025 ist die Aktie weiterhin deutlich entfernt. Das große Kursziel der Deutsche Bank steht damit in einem gewissen Kontrast zur aktuellen Marktbewertung, die von der schwachen Branchenstimmung insgesamt gebremst wird.

Drohnenabwehr: Kooperation bereits besiegelt

Über die Produktionsstrategie hinaus rückt auch ein sicherheitspolitisches Thema in den Fokus: Mercedes-Benz hat bereits im Juni 2026 auf der Luftfahrtmesse ILA in Stuttgart eine Absichtserklärung mit dem Anbieter Tytan Technologies zur Entwicklung von Drohnenabwehrsystemen unterzeichnet. Ziel der Kooperation ist der Schutz von Produktionsstätten und Testfahrzeugen vor unbefugten Drohnenüberflügen. Die Partnerschaft geht damit über eine bloße Prüfung hinaus und befindet sich bereits in einer konkreteren Umsetzungsphase.

Branchenumfeld bleibt herausfordernd

Das Marktumfeld für deutsche Autobauer bleibt angespannt. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts im Auftrag von Gesamtmetall warnt, dass bis 2040 bis zu 726.000 Arbeitsplätze in der europäischen Autoproduktion wegfallen könnten – ausgehend von 1,6 Millionen Beschäftigten und 250 Milliarden Euro Wertschöpfung im Jahr 2025. Bereits bis 2030 drohten demnach 375.000 Stellen verloren zu gehen, bis 2035 rund 660.000. Das Center of Automotive Management berichtet zudem, dass deutsche Hersteller in der ersten Jahreshälfte 2026 überdurchschnittliche Absatzrückgänge verzeichneten, während chinesische Anbieter wie BYD in Europa weiter expandieren.

Auf der Nachfrageseite zeigt sich zumindest bei Elektrofahrzeugen Bewegung: Der Anteil batterieelektrischer Neuzulassungen in Deutschland stieg im ersten Halbjahr 2026 laut Kraftfahrt-Bundesamt auf 24,8 Prozent, nach 19,1 Prozent im Vorjahr. Spitzenreiter ist Rheinland-Pfalz mit rund 30 Prozent, während Hamburg mit 16 Prozent das Schlusslicht bildet. Für Mercedes-Benz, das mit der neuen elektrischen C-Klasse aus Ungarn gezielt in dieses wachsende Segment investiert, dürfte diese Entwicklung mittelfristig Rückenwind liefern – auch wenn der strukturelle Druck auf die Branche insgesamt hoch bleibt.

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