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Im Bild: Dieter Jaworski
Interviewmit Dieter Jaworski

Mercedes-Benz Aktie: Das Fünf-Milliarden-Sparprogramm braucht Chinas Preismacht

Analysten erwarten 2027 höhere Gewinne je Aktie; ob Einsparungen den Preisdruck in China ausgleichen, bleibt offen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • China-Absatz im dritten Quartal: 86.800 Autos
  • Analystenkonsens: 6,65 Euro je Aktie 2027
  • Jaworski sieht fairen Wert bei rund 56 Euro
  • Werksschließungen bleiben bislang eine Möglichkeit

Der Analysten-Konsens erwartet für 2027 eine Erholung des Gewinns je Aktie. Offen ist, wie viel davon Mercedes-Benz mit Einsparungen erreichen kann, während das China-Geschäft unter Druck steht und neue Elektroautos in Europa auf volle Auftragsbücher treffen. Ob diese Rechnung trägt, fragt die Redaktion Dieter Jaworski.

Mercedes-Benz (DE0007100000) — Schlusskurse 13.04.2026 bis 08.10.2026, Angaben in EUR. Stand: 08.10.2026.

Mercedes-Benz (DE0007100000) — Schlusskurse 13.04.2026 bis 08.10.2026, Angaben in EUR. Stand: 08.10.2026.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Die Auftragsbücher für neue Elektroautos in Europa sind voll. Übertreiben Sie die Gefahr aus China, wenn Sie die Erholung skeptisch sehen?

Dieter Jaworski: Die Aufträge sind da, das erkenne ich an. Nur die Folgerung, Europa könne die Ertragslücke in China schließen, geht mir zu weit. Dort drückt der Wettbewerb auf die Preise; gerade bei einem Hersteller mit teuren Modellen wiegt das schwer. Europäische Aufträge bezahlen keine chinesischen Preiszugeständnisse.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie sagen: „Europäische Aufträge bezahlen keine chinesischen Preiszugeständnisse.“ Warum halten Sie dann ein deutlich höheres faires Niveau für vertretbar?

Dieter Jaworski: Weil die Bewertung bereits einen schwachen Gewinn zulässt. Der Analysten-Konsens erwartet für 2027 einen Gewinn je Aktie von 6,65 Euro. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis – der Kurs geteilt durch den Jahresgewinn je Aktie – fällt auf dieser Grundlage niedrig aus.

Mein faires Niveau liegt bei rund 56 Euro und damit praktisch beim Analysten-Konsens. Meine Rechnung hängt allerdings daran, dass die Preiszugeständnisse in China nicht weiter ausufern und Einsparungen im Gewinn ankommen. Ein angekündigtes Sparprogramm ist noch kein verdienter Euro.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Im dritten Quartal sank der China-Absatz auf 86.800 Autos. Wie gefährlich wird angesichts dessen die angedrohte Schließung deutscher Werke für Ihre Rechnung?

Dieter Jaworski: Die Drohung zeigt, wie ernst der Kostendruck genommen wird. Für meine These ist entscheidender, was die Einsparungen am Ende auffangen müssen: Wenn Mercedes-Benz in China dauerhaft mehr über den Preis nachgeben muss, reichen niedrigere Kosten womöglich nur zum Gegenhalten. Dann bliebe von meiner Annahme einer Gewinnerholung wenig übrig. Werksschließungen sind bisher eine Möglichkeit, keine vollzogene Maßnahme.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie setzen weiter auf die Stärke der Marke. Hat sie in China noch Gewicht, wenn Mercedes-Benz bei den Preisen nachgeben muss?

Dieter Jaworski: Ja, der Name zieht weiter Kunden an. Er kann den Druck in China aber nicht wegzaubern. Wer weniger für seine Autos verlangen kann, muss bei den Kosten umso genauer hinschauen.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Was müssten die angekündigten Modellpremieren in Paris auslösen, damit Sie Ihre Skepsis ablegen?

Dieter Jaworski: Ein schöner Messestand genügt mir nicht. Die neuen Modelle müssten Kunden gewinnen, ohne dass Mercedes-Benz dafür immer größere Preisnachlässe braucht – vor allem in China. Sollten sich dort die Preise festigen, wäre mein Urteil zu vorsichtig. Bis dahin belegen volle europäische Auftragsbücher nur einen Teil der Rechnung.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie nennen 6,65 Euro Gewinn je Aktie für 2027. Trägt diese Erwartung Ihr Urteil über Mercedes-Benz?

Dieter Jaworski: Ja, unter der genannten Bedingung. Ich halte die Aktie für günstig bewertet, gewichte die Schwäche in China aber höher als Modellpremieren und Rückkäufe. Das Sparprogramm kann den Gewinn stützen; verlorene Preismacht kann es allein nicht zurückholen. Daran entscheidet sich, ob die günstige Bewertung Substanz hat.

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Diskussion zu Mercedes-Benz

Dieter Jaworski

Chefredakteur „Smart Trading“, Senior-Analyst bei GeVestor und Architekt der Strategie „Einfach – Intelligent – Investieren“

Über Dieter Jaworski

Dieter Jaworski ist ein renommierter Finanzexperte mit über 40 Jahren Erfahrung in der Aktienanalyse und im Vermögensaufbau. Als Chefredakteur von „Smart Trading“ und Senior-Analyst bei der GeVestor Financial Publishing Group liefert er präzise Analysen und fundierte Anlagestrategien. Seine Philosophie „Einfach – Intelligent – Investieren“ kombiniert tiefes Unternehmenswissen mit einer klaren Fokussierung auf fundamentale Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn, Cashflow und Dividenden. Ob Einsteiger oder erfahrener Investor – Jaworski zeigt, wie man langfristig Vermögen aufbaut, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Von der Zahlenbegeisterung zum Börsenprofi

Schon als Kind faszinierten Jaworski Zahlen und logisches Denken. Während seine Mitschüler noch übten, rechnete er bereits mit Leichtigkeit. Diese Leidenschaft prägte seinen Weg: Mit dem ersten Taschengeld plante er, Vermögen aufzubauen, und legte Weihnachtsgeld auf dem Sparbuch an – unüberlegte Ausgaben waren nie sein Stil. Während seines Elektrotechnik-Studiums, das er 1980 nach nur vier Jahren abschloss, vertiefte er sich privat in die Welt der Aktien. Statt auf Anlageberater zu vertrauen, eignete er sich umfassendes Wissen über Märkte und Strategien an.

Einblicke aus der Unternehmenswelt

Nach seinem Studium startete Jaworski bei Siemens, wo er 29 Jahre lang tätig war. Von der Planung globaler Netzwerke in Peking, Chile und den Philippinen bis zur Leitung großer Projekte in Deutschland sammelte er einzigartige Einblicke in die Strukturen großer Konzerne. Diese Erfahrung ist heute sein Markenzeichen: Jaworski weiß, wie Vorstände denken, wie Pressemeldungen zu deuten sind und welche Kennzahlen die Zukunft eines Unternehmens verraten. „Ich kenne die Unternehmen von innen“, sagt er – ein Wissen, das seine Analysen unschätzbar macht.

Erfahrung, die zählt: 29 Jahre bei Siemens, internationale Projekte und tiefes Verständnis für Unternehmensstrukturen machen Jaworski zu einem einzigartigen Analysten.

Professionelle Analyse seit 2002

Seit 2002 ist Jaworski professionell als Aktienanalyst tätig, zunächst bei Gelfarth & Dröge sowie als Gutachter für den Verlag für die Deutsche Wirtschaft. 2007 verließ er Siemens, um sich voll und ganz der Geldanlage zu widmen. Seine Analysen basieren auf einer klaren Maxime: Sicherheit durch fundamentale Daten, ergänzt durch das Potenzial wachstumsstarker Unternehmen. Seit 2014 setzt er seine Strategie erfolgreich im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um, das sich durch Stabilität und Rendite auszeichnet.

Aus Fehlern lernen

Jaworski ist kein Theoretiker – er kennt die Höhen und Tiefen der Börse aus eigener Erfahrung. Während der Dotcom-Blase 2000 verlor er die Hälfte seines Kapitals, weil er auf Versprechungen statt Zahlen setzte. Diese Erfahrung prägte seinen Leitsatz: „Gier frisst Hirn“. Heute setzt er auf ein ausbalanciertes Depot aus „großen Dampfern“ für Sicherheit und „kleinen Schnellbooten“ für Wachstum – eine Strategie, die Anlegern Stabilität und Chancen bietet.

Warum Dieter Jaworski?

Mit Vorträgen auf Events wie dem Dresdner Börsentag und regelmäßigen Beiträgen bei GeVestor ist Jaworski eine feste Größe in der Finanzwelt. Seine Analysen sind praxisnah, seine Strategien erprobt. Ob Geschäftsberichte, Marktbeobachtungen oder innovative Anlagemodelle – Jaworski bleibt am Puls der Zeit. Für ihn ist die Börse kein Zockerspiel, sondern ein Handwerk, das Wissen und Disziplin erfordert.