Der Stuttgarter Autobauer hat 2025 deutlich weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr – und die Zahlen offenbaren ein fundamentales Problem. Mit rund 2,16 Millionen verkauften Pkw und Vans verzeichnete Mercedes einen Rückgang von zehn Prozent. Bei den Pkw allein lag das Minus bei neun Prozent auf 1,8 Millionen Einheiten. Doch was steckt hinter diesem Absturz?
Die Antwort liegt vor allem in einem Markt: China. Dort brachen die Verkäufe um dramatische 19 Prozent ein. Mit 551.900 ausgelieferten Pkw bleibt das Reich der Mitte zwar noch immer für fast ein Drittel aller Mercedes-Verkäufe verantwortlich – doch die Dynamik hat sich komplett gedreht. Das Geld sitzt nicht mehr so locker wie früher, und der Wettbewerb durch heimische Hersteller nimmt massiv zu.
Zölle belasten US-Geschäft
Auch in den USA lief es alles andere als rund. Der Absatz sackte um zwölf Prozent auf 285.000 Fahrzeuge ab. Mercedes führt dies unter anderem auf Zollbelastungen zurück, die den Konzernabsatz drückten. Interessanterweise stiegen die Kundenauslieferungen – also die tatsächlichen Übergaben an Endkunden – im US-Markt dennoch um ein Prozent. Der Rückgang betrifft somit primär die Verkäufe an Händler.
Deutschland blieb mit 213.200 Fahrzeugen stabil auf Vorjahresniveau – ein schwacher Trost angesichts der globalen Entwicklung.
Auch im vierten Quartal setzte sich der Abwärtstrend fort. 459.400 verkaufte Fahrzeuge im Pkw-Geschäft bedeuteten ein Minus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. China verlor erneut 22 Prozent, die USA 19 Prozent. Gegenüber dem dritten Quartal konnte Mercedes immerhin eine leichte Erholung von vier Prozent verbuchen – mehr als ein Strohfeuer?
Elektrosparte enttäuscht
Bei den Elektroautos zeigt sich ein gemischtes Bild. Im vierten Quartal wurden 50.400 rein batterieelektrische Fahrzeuge verkauft – drei Prozent mehr als im Vorjahresquartal und 18 Prozent mehr als im dritten Quartal 2025. Für das Gesamtjahr sank der BEV-Absatz jedoch um neun Prozent auf 168.800 Einheiten. Das entspricht gerade einmal knapp jedem zehnten verkauften Pkw.
Mercedes-Chef Ola Källenius beschwört die „größte Produkt- und Technologieoffensive“ mit neuesten elektrischen Antriebssystemen. Die Kundenaufträge für den neuen elektrischen CLA und GLC lägen deutlich über den Erwartungen. Ob das reicht, um den Trend zu drehen?
Gewinneinbruch und Sparkurs
Die schwachen Absatzzahlen schlagen voll auf die Bilanz durch. In den ersten neun Monaten 2025 brach der Gewinn um die Hälfte auf 3,88 Milliarden Euro ein. Der Umsatz schrumpfte um acht Prozent auf 98,5 Milliarden Euro. Bereits 2024 hatte Mercedes einen deutlichen Gewinnrückgang verkraften müssen – der Vorstand reagierte mit einem Sparprogramm und einem Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen.
Die vollständigen Zahlen für 2025 will der DAX-Konzern am 12. Februar vorlegen. Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm: Vom 5. bis 9. Januar 2026 erwarb Mercedes 696.745 eigene Aktien zu durchschnittlich rund 60 Euro. Seit Programmstart am 3. November 2025 summieren sich die Rückkäufe auf 6,4 Millionen Aktien.
Kann Mercedes den Abwärtstrend mit seiner Modelloffensive stoppen? Die neue S-Klasse soll noch 2026 vorgestellt werden. Doch in China und den USA haben sich die Rahmenbedingungen fundamental verschlechtert. Die Bären haben das Kommando übernommen.
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