Mercedes-Benz stutzt überraschend seine Jahresziele. Der Stuttgarter Autobauer verweist auf ein zunehmend schwieriges Umfeld in China und höhere Kosten im Schlussquartal. Die Aktie gab nach der Mitteilung am Dienstag zeitweise gut drei bis vier Prozent nach und rutschte auf rund 40 Euro.
Margenziel deutlich nach unten
Im Pkw-Geschäft rechnet das Management für 2026 nur noch mit einer bereinigten Umsatzrendite von 2 bis 3 Prozent. Bisher standen 3 bis 5 Prozent im Plan. Das Konzern-EBIT soll lediglich auf Vorjahresniveau landen, statt wie angekündigt deutlich darüber.
Das trifft einen wunden Punkt. Eigentlich sollte das Ergebnis klar steigen, weil 2025 hohe Kosten für den Stellenabbau angefallen waren. Dieser Basiseffekt reicht nun nicht mehr aus.
Als Gründe nennt der Konzern neben China höhere Kosten im vierten Quartal, darunter steigende Materialkosten. Auch beim freien Cashflow des Industriegeschäfts wird es enger: Er soll jetzt deutlich unter dem Vorjahreswert liegen. Zuvor hatte die Prognose bereits einen leichten Rückgang vorgesehen.
Drittes Quartal mit Licht und Schatten
Die vorläufigen, ungeprüften Zahlen für das dritte Quartal fielen gemischt aus. Mercedes-Benz Cars erreichte eine bereinigte Umsatzrendite von 2,5 Prozent und lag damit knapp über der Konsenserwartung von 2,4 Prozent. Das Konzern-EBIT von 1,77 Milliarden Euro übertraf die erwarteten 1,6 Milliarden Euro.
Auch die Vans-Sparte überzeugte mit einer Marge von 9,4 Prozent, erwartet worden waren 9,1 Prozent. Die Finanzsparte kam auf eine Eigenkapitalrendite von 13,8 Prozent, der Markt hatte mit 12,4 Prozent gerechnet.
Enttäuschend blieb der freie Cashflow des Industriegeschäfts. Er erreichte nur 172 Millionen Euro, Analysten hatten mit 422 Millionen Euro gerechnet. Dieser Wert dürfte erklären, warum der Markt die Prognosesenkung so deutlich quittiert.
Vans und Finanzsparte bleiben stabil
Unverändert bleiben die Ziele für Mercedes-Benz Vans mit einer bereinigten Umsatzrendite von 8 bis 10 Prozent. Für Financial Services gilt weiter eine Eigenkapitalrendite von 12 bis 14 Prozent. Die Belastung konzentriert sich damit klar auf das Pkw-Geschäft und den Cashflow.
Der vollständige Zwischenbericht zum dritten Quartal steht am 28. Oktober an. Er dürfte zeigen, wie stark China und die Materialkosten die einzelnen Posten belasten und wie das Management die Kosten im Schlussquartal einordnet.
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