Deutschlands Wirtschaft läuft nicht rund – das sieht auch Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius so. Im Gespräch mit dem „Spiegel“ findet der Schwede deutliche Worte: Seit 10 bis 15 Jahren entwickle sich das Land in die falsche Richtung. Seine Warnung: Ohne Kurswechsel könnten Populisten von rechts profitieren, „die für nichts eine Lösung haben“.
Die Mercedes-Aktie reagierte am Freitag kaum auf die Aussagen des Konzernchefs. Im XETRA-Handel pendelte der Kurs um 58,75 Euro. Parallel läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter: In der ersten Februarwoche kaufte Mercedes weitere 714.801 eigene Papiere zurück – zu Durchschnittskursen zwischen 58,19 und 60,37 Euro. Seit November 2025 summiert sich das Volumen auf 9,3 Millionen Aktien.
Produktivität reicht nicht mehr
Källenius sieht ein Kernproblem in mangelnder Leistungsbereitschaft. Seine bildhafte Analogie: „Als ob man vor einer Fußball-WM sagt, wir trainieren genug, obwohl alle anderen doppelt so viel trainieren.“ Deutschland habe weltweit mit die höchsten Arbeitskosten. Jahrelang konnte das durch gesteigerte Produktivität ausgeglichen werden – doch diese Rechnung geht nicht mehr auf.
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„Wir wollen keine asiatischen Verhältnisse in Deutschland, müssen aber bei Energie, Steuern und Arbeitskosten wieder in eine Richtung gehen, dass sich Unternehmertum und Investitionen in Deutschland lohnen“, so der Mercedes-Chef. Andernfalls fließe das Kapital woanders hin. Die Aussage dürfte auch mit Blick auf den intensiven Wettbewerb mit chinesischen Herstellern zu verstehen sein.
Teilzeit verteidigt – mit Einschränkung
Beim Thema Arbeitszeit zeigt sich Källenius differenziert. Teilzeit mit Sachgrund – etwa für Kindererziehung oder Pflege – sei ein wunderbares Instrument. Viele Mitarbeiter konnten so gehalten oder zurück in den Arbeitsmarkt geführt werden. Gleichzeitig müssten die Deutschen insgesamt wieder mehr arbeiten, sonst gerate „unsere einzigartige Produktivitätsmaschine noch stärker ins Stocken“.
Auch die europäische Industriepolitik kritisiert der Manager scharf. Statt Verpflichtungen und Strafen fordert er marktbasierte Anreize und massive Infrastrukturinvestitionen. „Egal, ob es um die Chemie, den Stahl oder Autos geht – wir machen überall die gleichen methodischen Fehler.“ Europa verliere so seine ökonomische Stärke. Ob diese Standortkritik bei Anlegern längerfristig Spuren hinterlässt, wird sich zeigen.
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