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Mercedes-Benz Aktie: Analysten uneins

Zwei große Investmentbanken heben ihre Kursziele für Mercedes-Benz an, kommen aber zu deutlich divergierenden Bewertungen. Während Jefferies Potenzial sieht, bleibt Barclays vorsichtig.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Barclays hebt Kursziel auf 55 Euro an
  • Jefferies setzt Ziel bei 65 Euro an
  • Aktueller Kurs notiert bei knapp 60 Euro
  • Laufendes Aktienrückkaufprogramm stützt Kurs

Zwei große Investmentbanken erhöhen ihre Kursziele für Mercedes-Benz – kommen dabei aber zu deutlich unterschiedlichen Bewertungen. Während Jefferies spürbares Kurspotenzial sieht, bleibt Barclays trotz Anhebung vorsichtig. Wie passt das zusammen?

Analystenurteile im Vergleich

Barclays und Jefferies haben ihre Kursziele für die Aktie angehoben, wenn auch mit verschiedenem Risikoappetit.

  • Barclays: Kursziel von 52,50 auf 55,00 Euro, Einstufung „Equal Weight“
  • Jefferies: Kursziel von 62 auf 65 Euro, Einstufung „Hold“
  • Aktueller Kurs: 59,89 Euro (Schlusskurs gestern)

Damit liegt das neue Jefferies-Ziel klar über dem aktuellen Niveau, während Barclays die Aktie eher als fair bepreist einordnet.

Barclays: Sektor skeptisch, Mercedes bevorzugt

Barclays-Analyst Henning Cosman bleibt für den europäischen Autosektor insgesamt zurückhaltend. Er verweist auf mehrere strukturelle Belastungsfaktoren:

  • Zölle und Handelsbarrieren
  • Verschärfte Emissionsvorschriften
  • Weitere EU-Regulierungen
  • Schwache Nachfrage und anhaltender Druck im China-Geschäft

Trotz dieser breiten Skepsis hebt er das Kursziel für Mercedes-Benz leicht auf 55 Euro an und bevorzugt den Hersteller gegenüber BMW. Ausschlaggebend sind aus seiner Sicht:

  • ein besserer Cashflow,
  • sowie mehr Spielraum für Effizienzsteigerungen und „Selbstoptimierung“.

Damit signalisiert Barclays: Die Branche bleibt schwierig, innerhalb dieses Umfelds gilt Mercedes aber als vergleichsweise solide Position.

Jefferies: Übergangsjahr mit Perspektive

Jefferies geht einen Schritt weiter und erhöht das Kursziel auf 65 Euro. Analyst Philippe Houchois belässt die Einstufung zwar bei „Hold“, skizziert jedoch ein klares Szenario für 2026 als Übergangsjahr für die großen Premiumhersteller.

Seine Eckpunkte:

  • Erstes Quartal 2026: Zusätzliche Zölle belasten die Margen und drücken kurzfristig auf die Profitabilität.
  • Zweites Halbjahr 2026: Ein neuer Modellzyklus soll Impulse liefern und das Ergebnis stützen.
  • China: Die Marktanteile von BMW und Mercedes könnten nach Einschätzung des Analysten die Talsohle erreicht haben.

Houchois geht bei BMW von etwas optimistischeren Managementaussagen aus als bei Mercedes-Benz. Dennoch unterstreicht die Anhebung des Kursziels um drei Euro, dass er die mittelfristige Entwicklung von Mercedes nicht negativ bewertet.

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Die Aktie im Marktbild

Der Kurs liegt mit 59,89 Euro leicht unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 60,15 Euro und rund 10 % über der 200-Tage-Linie bei 54,45 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich ein Plus von knapp 13 %, seit Jahresanfang notiert die Aktie jedoch moderat im Minus.

Die Spanne zum 52‑Wochen-Hoch bei 70,10 Euro beträgt aktuell rund 15 %, zum Tief bei 47,05 Euro sind es gut 27 %. Der 14-Tage-RSI von 36,3 signalisiert, dass der Titel eher im unteren neutralen Bereich notiert, ohne ein klares Überverkauft-Signal zu liefern.

Unterm Strich steht die Aktie damit in einer Art Zwischenzone: kein Ausverkauf, aber auch klar unter den Hochs des vergangenen Jahres.

Aktienrückkauf stützt den Kurs

Parallel zu den Analystenstimmen läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter. Seit Start am 3. November 2025 hat der Konzern bis Ende Dezember über 5,29 Millionen eigene Anteile erworben. Die Durchschnittskurse lagen knapp unter 60 Euro – also in der Nähe des aktuellen Niveaus.

Das Rückkaufprogramm erfüllt mehrere Funktionen:

  • Reduktion der ausstehenden Aktienzahl
  • Unterstützung des Ergebnisses je Aktie
  • Signalwirkung, dass das Management den aktuellen Bewertungsbereich akzeptiert

Gerade im Kontext der teils skeptischen Brancheneinschätzungen wirkt dieser kontinuierliche Rückkauf wie ein stabilisierender Faktor im Hintergrund.

Fazit: Geteilte Einschätzung, klarer Rahmen

Barclays und Jefferies zeichnen ein ähnliches Umfeldbild: 2026 bleibt für Premiumhersteller anspruchsvoll, mit regulatorischem Druck und Belastungen durch Zölle, aber auch Chancen durch neue Modellreihen und eine mögliche Stabilisierung in China.

Für die Aktie ergibt sich daraus ein klar abgesteckter Rahmen: Nach unten wirkt das laufende Rückkaufprogramm unterstützend, nach oben markieren die Kursziele von 55 (Barclays) und 65 Euro (Jefferies) die aktuellen Bewertungsmarken. Spannend wird vor allem, wie stark sich der erwartete Modellzyklus im zweiten Halbjahr 2026 tatsächlich in Umsatz und Margen niederschlägt.

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