Mercedes-Benz kämpft mit rückläufigen Verkäufen, während der DAX in Rekordnähe notiert. Vor allem in China und den USA bricht der Absatz spürbar ein, dazu schwächelt die Elektro-Sparte – ausgerechnet dort, wo Konkurrenten zulegen. Kann das starke Schlussquartal 2025 den Druck auf die Aktie abfedern?
Die Fakten im Überblick
- Weltweiter Absatz 2025: 2,16 Mio. Fahrzeuge (Pkw und Vans), rund 10 % weniger als 2024
- China: Auslieferungen -19 %, Marktanteilsverluste zugunsten lokaler Hersteller
- USA: Verkäufe -12 %, belastet durch Zölle und schwieriges Umfeld
- Vollelektrische Modelle (BEV): Absatz -9 % auf 168.800 Einheiten
- BMW im Vergleich: EV-Verkäufe +3,6 % auf über 442.000 Einheiten
- Q4 2025: 558.400 Fahrzeuge, +6 % gegenüber Q3 – bestes Quartal des Jahres
- G-Klasse Rekordjahr: 49.700 Einheiten, +23 %
Am Dienstag kostet die Aktie rund 58,90 Euro und liegt damit knapp 16 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 70,10 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht trotz der jüngsten Schwäche aber noch ein Plus von gut 6 % zu Buche.
Absatzprobleme in Kernmärkten
Die Jahreszahlen 2025 zeigen deutlich, wo es brennt. Mit 2,16 Millionen verkauften Fahrzeugen liegt der Absatz rund ein Zehntel unter dem Vorjahr. Besonders schwer wiegt der Rückgang in den Schlüsselmärkten:
- In China, lange Wachstumsstütze und Profitbringer, schrumpfen die Auslieferungen um 19 %. Lokale Wettbewerber setzen Mercedes zunehmend unter Druck.
- In den USA sinken die Verkäufe um 12 %. Zollthemen und ein schwieriges Marktumfeld belasten das Geschäft.
Kritisch ist zudem die Entwicklung bei vollelektrischen Modellen. Während der Markt insgesamt wächst, meldet Mercedes bei BEVs ein Minus von 9 % auf 168.800 Einheiten. Der Vergleich mit BMW fällt klar negativ aus: Die Münchner steigern ihre EV-Verkäufe um 3,6 % auf über 442.000 Fahrzeuge – ein deutlicher Vorsprung im Premium-Elektrosegment.
Diese Kombination aus Mengenrückgang in Kernmärkten und schwächerer Positionierung bei E-Autos erklärt, warum der Titel trotz moderater Tagesbewegungen in den vergangenen Wochen tendenziell nachgegeben hat. Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Rückgang von gut 4 %, seit Jahresanfang sind es knapp 5 %.
Lichtblicke im Schlussquartal
Ganz einseitig negativ ist das Bild jedoch nicht. Das vierte Quartal 2025 war das stärkste des Jahres. Mit 558.400 verkauften Fahrzeugen lag der Absatz 6 % über dem dritten Quartal. Das deutet darauf hin, dass das Geschäft operativ nicht aus dem Ruder läuft, sondern im Jahresverlauf wieder etwas angezogen hat.
Positiv hervorzuheben sind:
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- Volle Auftragsbücher: Die neuen Elektro-Modelle CLA und GLC EV sind nach Unternehmensangaben bis in die zweite Jahreshälfte 2026 hinein gut bestellt.
- G-Klasse als Margenbringer: Die G-Klasse erzielte mit 49.700 Einheiten (+23 %) das beste Verkaufsjahr ihrer Geschichte. Das stützt die Profitabilität, da dieses Modell zu den margenstärksten im Portfolio gehört.
- Europa stabil: In Europa lag der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge (BEV und Hybride) bei soliden 40 %.
An der Börse verhindert diese Kombination aus starkem Schlussquartal, margenträchtigen Modellen und Auftragsreserve bislang einen deutlicheren Kursrückgang. Charttechnisch notiert die Aktie zwar leicht unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von rund 60 Euro, bleibt aber klar über der 200-Tage-Linie bei etwa 54,60 Euro. Der 14-Tage-RSI von gut 36 signalisiert eine eher schwache, aber noch nicht überverkaufte Marktlage.
Strategie und Bewertung
Das Management reagiert auf die Absatzschwäche mit einer Kombination aus Technologieoffensive und Preisanpassungen. Auf der CES stellte Mercedes gemeinsam mit Nvidia das neue System „MB.Drive Assist Pro“ vor, ein Level-2-System für assistiertes Fahren, das Ende 2026 in den USA starten soll. Damit soll die technologische Attraktivität der Modelle im wichtigen US-Markt erhöht werden.
Parallel versucht der Konzern, Margen in Wachstumsregionen zu sichern. In Ländern wie Indien werden ab Januar 2026 die Preise um bis zu 2 % angehoben, um Währungseinflüsse abzufedern. Solche Schritte können kurzfristig stützen, ändern aber nichts daran, dass Absatz und Positionierung im Elektrosegment die zentrale Baustelle bleiben.
Bewertungsseitig wirkt das Papier moderat: Bei einer Marktkapitalisierung von rund 57 Milliarden Euro liegt das KGV laut aktueller UBS-Analyse bei etwa 9,2. Die Schweizer Großbank belässt ihre Einstufung auf „Neutral“ und signalisiert damit weder klaren Kauf- noch Verkaufsdruck aus Analystensicht.
Fazit: Stabilisierung mit Fragezeichen
Die Diskrepanz zwischen starkem Gesamtmarkt und schwächeren Autowerten wird bei Mercedes-Benz derzeit besonders sichtbar. Der deutliche Einbruch in China, der Rückgang in den USA und die schwache Entwicklung bei BEVs im Vergleich zu BMW lasten auf den Perspektiven.
Gleichzeitig zeigt das starke vierte Quartal, der Rekord bei der G-Klasse und die volle Pipeline bei neuen Elektro-Modellen, dass die Basis für eine operative Stabilisierung vorhanden ist. Kurzfristig dürfte das Aufwärtspotenzial der Aktie allerdings begrenzt bleiben, solange sich die Nachfrage in Fernost nicht erholt. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob CLA und GLC EV in der zweiten Jahreshälfte 2026 die erhofften Marktanteilsgewinne im Elektrosegment tatsächlich liefern und damit die aktuellen Absatzverluste in den Kernmärkten spürbar kompensieren.
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