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Mercedes-Benz Aktie: Abfindungen und Chinaflaute

Der Pkw-Absatz sank, die Cars-Marge halbierte sich; ab Dezember bietet Mercedes-Benz erneut freiwillige Abfindungen an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ab Dezember freiwillige Abfindungen möglich
  • Restrukturierung kostete rund 1,1 Milliarden Euro
  • China-Verkäufe gingen um 31 Prozent zurück
  • Cars-Marge halbierte sich auf 2,5 Prozent

Mercedes-Benz öffnet ab Dezember erneut das Ventil für freiwillige Abfindungen. Der Konzern reagiert damit auf einen Markt, der vor allem in China deutlich schwieriger geworden ist. Die Quartalszahlen zeigen ein gemischtes Bild: ein Gewinnplus mit geringer Aussagekraft und ein Autogeschäft, das spürbar an Ertrag verliert.

Abfindungsprogramm für indirekte Bereiche

Das Programm richtet sich an Beschäftigte außerhalb der Produktion in Deutschland. Es gilt das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit: Mitarbeiter und Unternehmen müssen einem Ausscheiden zustimmen. Zum Umfang machte der Konzern zunächst keine Angaben.

Die bisherigen Kosten sind erheblich. In den ersten neun Monaten flossen rund 1,1 Milliarden Euro für Restrukturierung ab, vor allem für das Abfindungsprogramm. Auch deshalb sank der Free Cash Flow des Industriegeschäfts bis Ende September auf 3,1 Milliarden Euro, nach 5,6 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Konzerngewinn mit Einmaleffekt

Der Konzerngewinn der Anteilseigner stieg im dritten Quartal um knapp 28 Prozent auf rund 1,52 Milliarden Euro. Das Plus relativiert sich allerdings. Im Vorjahresquartal hatten hohe Einmalaufwendungen, unter anderem für den Stellenabbau, das Ergebnis gedrückt. Das bereinigte Konzern-EBIT fiel um 15 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro. Der Umsatz sank um 4,5 Prozent auf 30,7 Milliarden Euro.

Deutlicher zeigt sich die Schwäche im Pkw-Geschäft. Das bereinigte EBIT von Mercedes-Benz Cars halbierte sich auf 560 Millionen Euro, die bereinigte Marge lag bei 2,5 Prozent. Analysten hatten mit 2,4 Prozent gerechnet, die Marge traf die Erwartung also. Der Cashflow der Sparte drehte ins Negative.

China drückt den Absatz

Der weltweite Pkw-Absatz ging um acht Prozent auf rund 407.200 Fahrzeuge zurück. In China brachen die Verkäufe um 31 Prozent ein, der Wettbewerb ist dort intensiv. Außerhalb Chinas legte der Absatz leicht zu, in Europa um fünf, in Deutschland um 13 und in den USA um sechs Prozent. Vollelektrische Modelle erreichten mit einem Plus von 61 Prozent einen Quartalsrekord.

Der freie Cashflow des Industriegeschäfts betrug im Quartal nur 172 Millionen Euro. Der Konsens lag bei 422 Millionen Euro. Höhere Bestände an Neufahrzeugen banden Liquidität. Der Konzern erwartet, diese Fahrzeuge in den kommenden Monaten auszuliefern.

Prognose bereits gesenkt

Die Zahlen bestätigen die Prognosesenkung vom Vortag. Für Cars peilt Mercedes nun eine bereinigte Marge von 2 bis 3 Prozent an, zuvor waren es 3 bis 5 Prozent. Das Konzern-EBIT soll nur noch auf Vorjahresniveau liegen, bisher war ein deutlicher Anstieg geplant.

Der Industrie-Cashflow soll deutlich unter dem Vorjahr landen. Als Gründe nennt das Unternehmen den China-Markt sowie höhere Kosten im Schlussquartal für Rohstoffe und Maßnahmen im Produktzyklus.

Die Aktie schloss am Vortag bei 39,78 Euro, ein Minus von 3,9 Prozent. Mit dem neuen Abfindungsprogramm ab Dezember läuft der Umbau in Deutschland weiter. Die Kosten dafür belasten den Cashflow auch im Schlussquartal.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

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