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Mercedes-Benz Aktie: 90.000 warten bis 2027

Tausende Mitarbeiter protestieren gegen verschobene Sonderzahlung und längere Arbeitszeiten. Jefferies stuft Aktie trotzdem hoch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zehntausende demonstrieren gegen Sparmaßnahmen
  • Sonderzahlung auf 2027 verschoben
  • Jefferies stuft Aktie auf Kaufen hoch
  • China-Geschäft bricht um 27 Prozent ein

Zehntausende Beschäftigte gehen auf die Straße. Der Grund: Mercedes-Benz verschiebt eine Sonderzahlung und diskutiert über längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich. Die Aktie erholt sich derweil von ihrem Jahrestief — ein Widerspruch, der die aktuelle Lage gut zusammenfasst.

Zehntausende protestieren gegen Sparkurs

Am Freitag, dem 3. Juli 2026, demonstrierten Mercedes-Beschäftigte an zahlreichen deutschen Standorten. Dazu zählten Sindelfingen, Stuttgart-Untertürkheim, Rastatt, Kuppenheim, Bremen, Berlin, Hamburg und Germersheim. Die Gewerkschaft spricht von bis zu 33.000 Teilnehmern bundesweit, das Unternehmen nennt niedrigere Zahlen.

Allein in Baden-Württemberg zählte die IG Metall rund 20.000 Teilnehmer. Ein Unternehmenssprecher sprach dagegen von 10.000. Diese Diskrepanz zeigt, wie unterschiedlich beide Seiten den Konflikt einschätzen.

Auslöser ist eine Entscheidung des Konzerns: Rund 90.000 Beschäftigte sollen ihre tarifliche Sonderzahlung erst 2027 erhalten, nicht wie geplant früher. Die Zahlung entspricht 18,4 Prozent eines Monatsentgelts. Hinzu kommt eine Diskussion über längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich, die zusätzliche Unruhe schafft.

Die IG Metall kündigt bereits weitere Aktionen an. Für die kommende Woche ist ein Autokorso in Stuttgart geplant.

Jefferies sieht Restrukturierung positiv

Trotz der Spannungen im Konzern hebt Jefferies seine Einstufung an. Die Analysten stufen die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hoch, senken aber das Kursziel von 60 auf 52 Euro. Begründet wird dies mit Fortschritten bei der Restrukturierung und einer stützenden Margenprognose. Operative Risiken gelten laut Jefferies als bereits eingepreist.

Schwache Zahlen aus China belasten

Die Geschäftszahlen des ersten Quartals 2026 zeigen deutliche Bremsspuren. Der Umsatz fiel um 4,9 Prozent auf 31,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie sank auf 1,49 Euro, nach 1,74 Euro im Vorjahr.

Besonders hart traf es China. Im größten Einzelmarkt des Konzerns brachen die Verkäufe um 27 Prozent ein.

Zwei Termine rücken jetzt in den Fokus: Am 14. Juli 2026 findet ein Pre-Close Call für Analysten statt. Der Zwischenbericht zum zweiten Quartal folgt kurz darauf, flankiert von einem Analyst Call am 28. Juli.

Kurs erholt sich, bleibt aber unter Druck

Am Freitag schloss die Aktie bei 45,40 Euro, ein Plus von 1,10 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Gewinn von 4,91 Prozent zu Buche. Das reicht aber nicht, um den Abwärtstrend der letzten 30 Tage auszugleichen: Dort steht ein Minus von 9,19 Prozent.

Erst am 29. Juni war die Aktie auf ein 52-Wochen-Tief von 42,64 Euro gefallen. Vom Jahreshoch bei 62,30 Euro im Dezember trennen das Papier weiterhin gut 27 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 48,44 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 54,80 Euro — beide klar über dem aktuellen Kurs.

Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf 26,37 Prozent. Der RSI von 43,8 signalisiert dabei keine überkaufte oder überverkaufte Lage, sondern eine neutrale Zone.

Für die kommende Woche bleiben zwei Faktoren entscheidend: der Verlauf des Arbeitskonflikts und erste Signale aus dem Pre-Close Call am 14. Juli. Beide Themen dürften die Kursbewegung bis zur Veröffentlichung der Q2-Zahlen prägen.

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Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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