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Symbolbild, KI-generiert

Mercedes-Benz Aktie: 58 Millionen Anteile bis April 2027

Mercedes-Benz plant Aktienkäufe bis zu einer Milliarde Euro, während China-Rückgänge, Rückrufe und Umbaupläne den Konzern belasten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rückkaufprogramm bis April 2027
  • China-Auslieferungen um 30 Prozent gesunken
  • 23.606 GLE von Rückruf betroffen
  • Vertrieb und Athlon vor Verkauf

Mercedes-Benz geht in die Offensive, um den Kapitalmarkt trotz eines schwierigen Marktumfelds bei Laune zu halten. Seit vergangenem Dienstag setzt der Stuttgarter Automobilbauer auf ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm, das bis April 2027 ein Volumen von bis zu einer Milliarde Euro erreichen soll. Dabei plant der Konzern, bis zu 58 Millionen eigene Anteile über die Börse zurückzuerwerben.

Diese Maßnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie am gestrigen Montag bei 48,03 Euro aus dem Handel ging und seit Jahresbeginn einen Kursrückgang von 20 Prozent verzeichnete. Immerhin notiert das Papier damit derzeit etwa 4,8 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 45,81 Euro.

China-Krise und Rückrufe belasten den Konzern

Die operative Lage bleibt jedoch von erheblichen Herausforderungen geprägt. Vor allem das Geschäft im wichtigsten Einzelmarkt China bereitet Sorgen: Im zweiten Quartal brachen die Auslieferungen dort um 30 Prozent ein. Schwache Konsumnachfrage und intensiver Preisdruck zwangen das Management bereits Ende Juli dazu, die Prognose für den Konzernumsatz und den Absatz der Autosparte anzupassen.

Beide Kennzahlen werden nun leicht unter dem Vorjahresniveau erwartet. Zwar konnte das Unternehmen das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im zweiten Quartal auf 1,55 Milliarden Euro verbessern, doch die strukturelle Schwäche in Fernost lastet weiterhin auf der Stimmung.

Zusätzlich belastet eine aktuelle Rückrufaktion die Bilanz. Am Freitag wurde bekannt, dass weltweit 23.606 Fahrzeuge der GLE-Modellreihe wegen möglicher Probleme mit der Kraftstoffleitung in die Werkstätten müssen.

Ein fehlerhaft verbautes Abschirmblech könnte die Leitung aufscheuern und so zu einem Kraftstoffaustritt führen. Allein in Deutschland sind hiervon mehr als 6.700 Fahrzeuge betroffen, die im Zeitraum zwischen August 2022 und September 2025 produziert wurden.

Strategische Neuausrichtung des Vertriebsnetzes

Parallel dazu treibt der Vorstand den strategischen Umbau des Unternehmens voran. Mercedes-Benz trennt sich sukzessive von konzerneigenen Niederlassungen. Medienberichten zufolge übernimmt die Lueg-Gruppe zum 1. Oktober den Standort Wuppertal mit rund 220 Beschäftigten, während die Kestenholz-Gruppe im November die Niederlassung in Aachen übernimmt.

Auch für die Standorte in Berlin und Brandenburg liegt bereits die Genehmigung der EU-Kommission für einen Verkauf an die Global Auto Holdings vor. Dieser Rückzug aus dem Eigenvertrieb soll die Kostenstruktur flexibler gestalten. Auch die Leasing- und Fuhrparktochter Athlon steht vor dem Verkauf an BNP Paribas für einen geschätzten Erlös von rund einer Milliarde Euro.

Intern sorgen diese Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen für erhebliche Spannungen. Medienberichten zufolge droht der Vorstand den Arbeitnehmervertretern mit einer Verlagerung von Produktionsteilen nach Osteuropa, sollte keine Einigung über eine Ausweitung der unbezahlten Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden erzielt werden.

Während der Konzern die Profitabilität durch Effizienzsteigerungen sichern will, wächst der Widerstand in der Belegschaft gegen die geforderte Mehrarbeit. Trotz dieser internen Konflikte hält das Unternehmen an seinen Zielen für die Elektromobilität fest und erwartet für das Gesamtjahr einen xEV-Anteil bei Mercedes-Benz Cars von 23 bis 25 Prozent.

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Diskussion zu Mercedes-Benz

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.