Mercedes-Benz kürzt bei der eigenen Belegschaft. Der Autokonzern streicht 90.000 Mitarbeitern in Deutschland eine feste Sonderzahlung. In den Werken regt sich massiver Widerstand. Parallel dazu glänzt eine unerwartete Region mit Rekordzahlen.
Harsche Einschnitte beim Personal
Das Management greift tief in bestehende Tarifstrukturen ein. Der sogenannte Transformationsbaustein fällt in diesem Juli aus. Diese Prämie entspricht 18,4 Prozent eines regulären Monatsgehalts. Das Unternehmen verschiebt die Auszahlung auf das kommende Jahr. Die IG Metall und viele Betriebsräte kritisieren den Schritt scharf.
Die Folge: Proteste. In Bremen kam es bereits zu Arbeitsniederlegungen. Diese verzögerten die Produktion temporär. Das Management fordert in den Verhandlungen deutlich mehr Flexibilität. Es steht sogar eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne vollen Lohnausgleich im Raum.
Indien liefert Rekordzahlen
Während China unter einer schwachen Wirtschaft leidet, überrascht Indien. Dort verzeichnete der Autobauer im ersten Halbjahr 2026 einen echten Absatzrekord. Besonders teure Modelle ziehen an. Die Verkäufe der Marke AMG kletterten um 50 Prozent.
Auch der Anteil an Elektroautos verdoppelte sich im indischen Markt. Diese Entwicklung stützt die Luxus-Strategie in den Schwellenländern. Das schwache Asien-Geschäft dämpft allerdings die globale Bilanz. Dies belastet voraussichtlich die bereinigte Umsatzrendite der gesamten Pkw-Sparte.
Aktie sucht den Boden
An der Börse ignorieren Anleger die internen Konflikte vorerst. Die Aktie stieg am Dienstag um 1,19 Prozent auf 45,90 Euro. Damit setzt das Papier seine jüngste Erholung fort. Seit Jahresbeginn steht jedoch ein klares Minus von 25,56 Prozent auf der Anzeigetafel.
Ende Juni markierte der Titel ein Tief bei exakt 42,64 Euro. Von dieser Marke konnte sich der Kurs zuletzt wieder etwas absetzen. Der Chart zeigt sich momentan neutral.
Mitte Juli legt das Management die Karten auf den Tisch. Am 14. Juli 2026 gibt Mercedes-Benz in einem Analysten-Call erste Einblicke in das abgelaufene Quartal. Der vollständige Halbjahresbericht folgt Ende Juli 2026. Investoren achten dann auf zwei spezifische Kennzahlen. Der freie Cashflow des Industriegeschäfts muss überzeugen. Ebenso wichtig bleibt die Margenentwicklung im Kerngeschäft mit den Fahrzeugen.
