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Symbolbild, KI-generiert

Mercedes-Benz Aktie: 310.000 Fahrzeuge in den USA zurückgerufen

Mercedes-Benz korrigiert Umsatz- und Absatzprognose wegen China-Schwäche nach unten, hebt aber die Elektroquote an. Analysten bleiben mehrheitlich zuversichtlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Prognose für Umsatz und Absatz gesenkt
  • China-Markt schwächelt als Hauptgrund
  • Elektroanteil-Prognose deutlich angehoben
  • Analysten bestätigen überwiegend Kaufempfehlungen

Mercedes-Benz hat seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Am 28. Juli teilte der Stuttgarter Autobauer mit, dass Umsatz und Pkw-Absatz nun „leicht unter Vorjahresniveau“ ausfallen dürften – zuvor war der Konzern von einem stabilen Niveau ausgegangen. Als Grund nannte Mercedes-Benz das schwierige Marktumfeld in China.

China bremst, Elektroquote steigt

Trotz der gesenkten Umsatz- und Absatzprognose hob der Konzern gleichzeitig seine Erwartung für den Anteil elektrifizierter Fahrzeuge (xEV) am Pkw-Absatz an. Mercedes-Benz rechnet nun mit einer Quote von 23 bis 25 Prozent und damit mehr als ursprünglich geplant. Die gegenläufige Bewegung zeigt: Während das Geschäftsvolumen unter dem China-Einbruch leidet, kommt die Elektrifizierung der Modellpalette schneller voran als erwartet.

Der Markt reagierte auf die Gesamtlage verhalten. Am Mittwoch schloss die Aktie bei 47,40 Euro, ein Minus von 1,56 Prozent. Vom Jahreshoch aus dem Dezember trennen das Papier damit weiterhin 23,92 Prozent.

Analysten bleiben trotz Prognosekürzung optimistisch

Am Montag meldeten sich zwei Häuser mit frischen Einschätzungen zu Wort. Goldman-Sachs-Analyst Christian Frenes hob sein Kursziel von 65 auf 67 Euro an und beließ die Einstufung bei „Buy“. Er begründete den Schritt mit höheren Schätzungen für das operative Ergebnis der Finanzdienstleistungssparte. Deutsche-Bank-Analyst Tim Rokossa bestätigte nach einem Treffen mit dem Management ebenfalls „Buy“ und nannte ein Kursziel von 73 Euro – sein Fokus lag auf Effizienzsteigerungen und der anstehenden Modelloffensive des Konzerns.

Weitere Häuser hatten sich bereits Ende Juli geäußert, mit Kurszielen zwischen 50 und 70 Euro und überwiegend Kaufempfehlungen. Einzig UBS bildete mit einer neutralen Einstufung den Ausreißer nach unten und bewertete das Volumen des neu aufgelegten Aktienrückkaufs als eher gering. Die DZ Bank bestätigte ihre Einstufung Ende Juli nach Vorlage der Quartalszahlen. Insgesamt überwiegt damit die Zuversicht der Analysten, auch wenn die operative Lage im China-Geschäft angespannt bleibt.

Rückruf in den USA belastet zusätzlich

Zum Gegenwind aus dem Kerngeschäft gesellte sich am Wochenende eine weitere Baustelle. Medienberichten zufolge ruft Mercedes-Benz USA rund 310.000 Fahrzeuge der Modelljahre 2019 bis 2026 zurück, darunter A-Klasse, C-Klasse, CLA, GLA, GLB und GLC. Ursache sind fehlerhafte Mikroschalter in den Türschlössern, die Korrosion verursachen und die automatische Parkfunktion beeinträchtigen können. Ein solcher Rückruf betrifft primär die Servicekosten, dürfte das operative Geschäft aber nicht grundlegend verändern.

Blick nach vorn

Anleger richten den Fokus nun auf den 28. Oktober, wenn Mercedes-Benz den Zwischenbericht zum dritten Quartal vorlegen will. Bis dahin wird sich zeigen, ob sich die Nachfrage in China stabilisiert oder die im Juli gesenkte Prognose weiter unter Druck gerät. Die widersprüchlichen Signale – schwächeres Kerngeschäft, aber steigende Elektroquote und mehrheitlich positive Analystenstimmen – dürften die Aktie vorerst in ihrer bisherigen Handelsspanne halten.

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