Der DAX-Autobauer Mercedes-Benz steht vor einem doppelten Problem. Die Aktie notiert mit 48,00 Euro nur noch 0,71 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 47,66 Euro. Gleichzeitig neigt sich das milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm dem Ende zu — eine Stütze, die dem Markt zunehmend fehlt.
Der Freitag brachte ein Minus von 2,44 Prozent, auf Wochensicht summiert sich der Verlust auf 7,82 Prozent. Der RSI von 34,7 signalisiert eine angespannte technische Lage. Auch der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 55,45 Euro bleibt mit minus 13,44 Prozent deutlich negativ.
Rückkauf-Polster schmilzt
Mercedes hatte für das Rückkaufprogramm ein maximales Volumen von 2 Milliarden Euro und bis zu 96 Millionen Aktien festgelegt. Nach Unternehmensangaben wurden bis Ende Mai knapp 37 Millionen Aktien zu einem Durchschnittspreis von 53,19 Euro zurückgekauft. Der aufgewendete Gesamtbetrag: 1,965 Milliarden Euro.
Rechnerisch bleibt nur noch ein schmaler Rest bis zur Obergrenze. Der Markt kann sich also nicht mehr lange auf zusätzliche Nachfrage aus dem Rückkauf verlassen. Besonders pikant: Der aktuelle Kurs liegt deutlich unter dem durchschnittlichen Rückkaufpreis — die Frage nach der künftigen Kapitalallokation dürfte die Anleger in den kommenden Tagen beschäftigen.
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Marge bleibt Prüfstein
Operativ hatte Mercedes im ersten Quartal einen Konzernumsatz von 31,6 Milliarden Euro gemeldet, das Konzern-EBIT lag bei 1,9 Milliarden Euro. In der Pkw-Sparte fiel die bereinigte Umsatzrendite mit 4,1 Prozent schwach aus — zwar innerhalb der eigenen Zielspanne, aber in einem Umfeld mit Preisdruck und schwächelnder China-Nachfrage ein zentraler Risikofaktor.
Hinzu kommt das anspruchsvolle Zinsumfeld. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg im Wochenvergleich auf 3,02 Prozent, US-Staatsanleihen legten auf 4,47 Prozent zu. Für zyklische Autowerte bedeutet das tendenziell höhere Finanzierungskosten und vorsichtigere Bewertungen.
Die Aktie notiert 22,95 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 62,30 Euro. Ob die Marke von 47,66 Euro als Unterstützung hält oder weiterer Druck entsteht, hängt von der weiteren Margenentwicklung, der China-Nachfrage und dem Spielraum für Kapitalrückflüsse ab. Der Freitagsschluss bei 48,00 Euro zeigt: Der Markt bleibt skeptisch.
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