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Mercedes-Benz Aktie: 108.000 Mitarbeiter sollen 5 Stunden mehr arbeiten

Mercedes-Benz plant Arbeitszeitausweitung auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich und verschiebt Sonderzahlungen. Gerichtsurteil zum EQA 250+ und Vertriebsumbau belasten den Konzern zusätzlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Arbeitszeit soll auf 40 Stunden steigen
  • Sonderzahlung wird auf 2027 verschoben
  • Gericht ordnet Rücknahme des EQA an
  • China-Verkäufe brechen um 30 Prozent ein

Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz verschärft seine internen Sparmaßnahmen massiv und steuert auf eine Konfrontation mit der Belegschaft zu. Im Zentrum steht dabei eine weitreichende Ausweitung der Arbeitszeiten sowie die Verschiebung tariflicher Sonderleistungen.

Diese Schritte erfolgen vor dem Hintergrund eines zunehmend schwierigen Marktumfeldes, insbesondere durch die anhaltende Schwäche auf dem wichtigen chinesischen Markt und den kostspieligen Übergang zur Elektromobilität.

Arbeitszeit-Eskalation in den deutschen Werken

Medienberichten zufolge plant der Konzern eine signifikante Erhöhung der Wochenarbeitszeit für rund 108.000 Beschäftigte in Deutschland. Die Arbeitszeit soll demnach von derzeit 35 auf 40 Stunden angehoben werden – allerdings ohne einen entsprechenden Lohnausgleich für die betroffenen Mitarbeiter.

Parallel dazu beabsichtigt die Konzernführung, eine wichtige tarifliche Sonderzahlung zu verschieben. Der sogenannte Transformationsbaustein, der 18,4 Prozent eines Monatsgehalts ausmacht und ursprünglich im Juli dieses Jahres fällig gewesen wäre, soll nun erst im April 2027 ausgezahlt werden. Zudem behält sich das Unternehmen einen Vorbehalt zur vollständigen Streichung dieser Zahlung vor.

Diese Pläne stoßen auf massiven Widerstand innerhalb der Belegschaft. Bereits Anfang Juli protestierten bundesweit über 33.000 Mitarbeiter gegen den Sparkurs und die Einschnitte bei den tariflichen Leistungen. Ergun Lümali, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, kritisierte das Vorgehen als demotivierend und verunsichernd für die Angestellten.

Die Gewerkschaft IG Metall bereitet sich bereits auf die kommenden Auseinandersetzungen vor, da die Beschäftigten derzeit kaum gesicherte Informationen über die konkreten Auswirkungen auf ihre Arbeitsplätze und Tarifstandards haben.

Rechtliche Rückschläge und regulatorische Neuordnung

Zusätzlich zu den internen Spannungen sieht sich Mercedes-Benz mit juristischen Herausforderungen im Bereich der Elektromobilität konfrontiert. Das Landgericht Stuttgart verurteilte die Mercedes-Benz AG am Donnerstag zur vollständigen Rücknahme eines Elektro-SUV vom Typ EQA 250+.

Das Gericht bewertete ein erhöhtes Brandrisiko der Hochvoltbatterie als erheblichen Sachmangel, der auch durch laufende Rückrufaktionen des Herstellers nicht ausreichend behoben wurde. Dieses Urteil könnte Signalwirkung für weitere Verfahren im Zusammenhang mit technischen Mängeln bei Elektrofahrzeugen haben.

Gleichzeitig setzt der Konzern den Umbau seiner Vertriebsstruktur fort. Die EU-Kommission genehmigte am 10. August den Verkauf von sieben konzerneigenen Niederlassungen in Berlin und Brandenburg an die britische Global Auto Holdings.

Von dieser Transaktion, die bis Ende 2026 vollzogen werden soll, sind mehr als 1.100 Beschäftigte betroffen. Die Brüsseler Wettbewerbsbehörde sah bei dem Verkauf keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken, was den Weg für den Rückzug von Mercedes-Benz aus dem direkten Eigenbetrieb dieser Standorte ebnet.

Operativer Druck und Marktentwicklung

Die wirtschaftliche Lage des Konzerns bleibt angespannt, was sich auch in den jüngsten Geschäftszahlen widerspiegelt. Im zweiten Quartal sank der Konzernumsatz um 3,2 Prozent auf 32,06 Milliarden Euro. Besonders besorgniserregend entwickelte sich das Geschäft in China, wo die Verkäufe um 30 Prozent einbrachen.

Trotz eines gestiegenen Konzernergebnisses von 1,09 Milliarden Euro sah sich das Management gezwungen, die Prognose für das Gesamtjahr zu senken. Der Umsatz wird nun leicht unter dem Vorjahresniveau erwartet, nachdem zuvor eine Seitwärtsbewegung prognostiziert worden war.

An der Börse wird die Unsicherheit deutlich eingepreist. Die Aktie von Mercedes-Benz schloss gestern bei 45,18 Euro, was einem Plus von 1,1 Prozent zum Vortag entspricht. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust des Papiers jedoch auf 25 Prozent. Trotz der aktuellen Herausforderungen treibt das Unternehmen seine Produktpipeline voran.

So bereitet die Performance-Tochter Mercedes-AMG für Oktober die Markteinführung des elektrischen GT SUV vor, während im Verbrenner-Segment kürzlich ein umfangreiches Facelift für die C-Klasse präsentiert wurde. Diese Modelloffensive soll dazu beitragen, den Absatz im zweiten Halbjahr zu stabilisieren und die Technologieführerschaft in beiden Antriebswelten zu behaupten.

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Diskussion zu Mercedes-Benz

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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