Medios hat sich auf seinem Kapitalmarkttag in Breda ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2031 soll der Umsatz von 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf rund 3,1 Milliarden Euro klettern. Der Markt reagierte prompt — die Aktie legte vorbörslich deutlich zu.
Der Wachstumsplan trägt den Namen „Medios Next Level“ und markiert eine strategische Neuausrichtung. Von den geplanten Zusatzerlösen sollen rund 700 Millionen Euro aus eigener Kraft kommen, weitere 300 Millionen Euro über Zukäufe im Compounding-Geschäft.
Parallel zum Umsatzwachstum soll sich das operative Ergebnis (EBITDA adjusted) von 87 Millionen Euro auf etwa 170 Millionen Euro verdoppeln — die Marge soll dabei von 4,2 auf rund 5,5 Prozent steigen.
Zwei Segmente statt drei
Die bisherige Struktur aus drei Segmenten weicht einem schlankeren Modell mit nur noch zwei Geschäftsfeldern: Specialty Pharma Supply und Compounding.
Letzteres soll zum zentralen Margentreiber werden — mit einer angestrebten Marge von über 14 Prozent, verglichen mit rund 3 Prozent im margenschwächeren, aber cashflowstarken Specialty-Pharma-Geschäft. Das Advanced-Therapies-Geschäft hat Medios bereits eingestellt, das Produktionsnetzwerk wird derzeit optimiert.
Rückenwind für die Compounding-Strategie liefert die Übernahme von Caesar & Loretz (Caelo). Die kartellrechtliche Freigabe für die Mehrheitsbeteiligung liegt vor, der Vollzug wird in Kürze erwartet. Nach Abschluss sieht sich Medios als Marktführer in Deutschland bei Wirkstoffen und Hilfsstoffen für Compounding — ergänzend zu den bestehenden Landesgesellschaften in Belgien und Spanien.
Auch bei der Kapitalallokation setzt der Vorstand klare Leitplanken. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA soll die intern gesetzte Obergrenze von 2,0 nicht überschreiten, aktuell liegt sie bei 1,32. Bis 2031 ergibt sich daraus ein finanzieller Spielraum von rund 325 Millionen Euro für weitere Zukäufe im Compounding-Bereich. Zusätzlich signalisiert Medios erstmals die Bereitschaft, Kapital an Aktionäre zurückzuführen — Aktienrückkäufe gelten dabei als bevorzugte Option.
Mit dem Wechsel von „EBITDA pre“ zu einem klarer definierten „EBITDA adjusted“ will das Unternehmen zudem mehr Transparenz schaffen: Bereinigungen sollen sich künftig nur noch auf M&A-Aufwendungen und Restrukturierungskosten beschränken. Ob das ambitionierte Margenziel bis 2031 erreichbar ist, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich das margenstarke Compounding-Geschäft gegenüber dem margenschwächeren Kerngeschäft durchsetzt.
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