Startseite » Turnaround » Medigene: Delisting-Antrag eingereicht

Medigene: Delisting-Antrag eingereicht

Das insolvente Biotech-Unternehmen treibt die Abwicklung voran. Für Aktionäre bleibt offen, ob die Verwertung noch Rückflüsse ermöglicht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Delisting-Antrag für Medigene gestellt
  • Börsenhandel seit Juli 2025 ausgesetzt
  • Geschäftstätigkeit vollständig beendet
  • Rückflüsse für Aktionäre weiterhin offen

Medigene hat einen Antrag auf Widerruf der Börsenzulassung gestellt. Damit setzt das insolvente Biotechnologie-Unternehmen einen weiteren Schritt in der laufenden Liquidation seiner verbleibenden Vermögenswerte. Der Handel mit der Aktie war bereits seit dem 2. Juli 2025 eingestellt, nachdem das Unternehmen zuvor Insolvenz angemeldet hatte.

Vom Überschuldungsantrag zur Marktbereinigung

Der Vorstand hatte im April 2025 mitgeteilt, dass Medigene nach einer Neubewertung der Vermögenswerte überschuldet sei. Zahlungsunfähigkeit wurde für Mai 2025 erwartet. Wenige Wochen später folgte die Eröffnung des Insolvenzverfahrens, im Sommer 2025 dann die Einstellung des Börsenhandels.

Der jetzt gestellte Delisting-Antrag soll laut Unternehmensangaben dem Schutz der verbliebenen Marktteilnehmer dienen – ein formaler Schlusspunkt für ein Papier, das ohnehin nicht mehr handelbar ist.

Operativ ist bei Medigene nichts mehr übrig, das diesen Schritt aufhalten könnte. Die Geschäftstätigkeit ist vollständig eingestellt, das Unternehmen befindet sich in der Abwicklung seiner Restwerte. Für Aktionäre bedeutet das Verfahren in der Praxis vor allem eines: Es gibt keinen Markt mehr, über den sich Anteile veräußern ließen, und der offizielle Widerruf der Zulassung besiegelt diesen Zustand auch formal.

Der Blick zurück zeigt das Ausmaß des Absturzes

Noch im Herbst 2024 hatte Medigene ein Geschäft mit Substanz vorzuweisen. Im dritten Quartal 2024 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,4 Millionen Euro, nach 1,6 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Nach neun Monaten stand ein Umsatz von 5,9 Millionen Euro zu Buche, der überwiegend aus der Partnerschaft mit BioNTech stammte. Für das Gesamtjahr hatte das Management noch eine Umsatzspanne von 9 bis 11 Millionen Euro in Aussicht gestellt, bei Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zwischen 11,5 und 13,5 Millionen Euro.

Die Liquiditätsreichweite wurde damals bis Juli 2025 taxiert – ein Zeitpunkt, der sich im Nachhinein fast exakt mit der Einstellung des Börsenhandels deckt. Ende September 2024 verfügte Medigene noch über liquide Mittel von 9,5 Millionen Euro.

Um die Finanzierung eigener Programme zu sichern, hatte das Unternehmen zudem eine Eigenkapitalzusage über bis zu 15 Millionen Euro mit Yorkville Advisors vereinbart. Auch eine Kapitalherabsetzung im Verhältnis 2:1 samt Aktienzusammenlegung Ende August 2024 änderte nichts am weiteren Verlauf – die damit verbundene neue ISIN kam nie in einen nachhaltig stabilisierten Handel.

Für Anleger bleibt kaum Handlungsspielraum

Der zuletzt festgestellte Kurs von 2,04 Euro und die daraus abgeleitete Marktkapitalisierung von rund 76 Millionen Euro sind angesichts der Handelsaussetzung inzwischen reine Buchgrößen ohne Aussagekraft für einen tatsächlich erzielbaren Wert. Kennzahlen wie eine unveränderte Kursentwicklung über sieben und dreißig Tage oder ein technischer Indikatorwert am oberen Rand seiner Skala sind Artefakte des fehlenden Handels und keine Bewertungssignale.

Mit dem Delisting-Antrag rückt das endgültige Verschwinden der Aktie vom regulierten Markt näher. Für Altaktionäre bleibt vor allem die Frage relevant, was aus der Verwertung der verbliebenen Vermögenswerte im Insolvenzverfahren an Rückflüssen übrig bleibt – Angaben dazu liegen bislang nicht vor.

Anzeige

Medigene AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Medigene AG-Analyse vom 30. August liefert die Antwort:

Die neusten Medigene AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Medigene AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Medigene AG: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Medigene AG

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.

Weitere Nachrichten zu Medigene AG