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Symbolbild, KI-generiert

Medigene Aktie: Handel seit 30. Juni eingestellt

Die Biotech-Firma Medigene verliert ihre Börsenzulassung im regulierten Markt. Grund sind die eingestellte Geschäftstätigkeit und die laufende Liquidation.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Handelsende im regulierten Markt
  • Insolvenzverfahren seit August 2025
  • Liquidität reichte nur bis Mai 2025
  • Aktienkurs bei 2,04 Euro eingefroren

Die Aktien der Medigene AG werden seit Ablauf des 30. Juni nicht mehr im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Laut Unternehmensangaben ist ein ordnungsgemäßer Handel wegen des eingestellten Geschäftsbetriebs und der laufenden Liquidation nicht mehr gewährleistet. Damit endet die Notiz eines Unternehmens, das über Jahre als Hoffnungsträger der deutschen Biotech-Branche im Bereich der T-Zell-Immuntherapien galt.

Widerruf auf eigenen Antrag

Die Frankfurter Wertpapierbörse hatte den Widerruf der Zulassung der auf den Namen lautenden Stammaktien bereits am 26. Juni beschlossen. Vorausgegangen war ein Antrag des Insolvenzverwalters Axel W. Bierbach vom 15. Mai, der die Börsenzulassung gemäß Paragraf 39 Börsengesetz zurückgeben ließ. Zur Begründung verwies er darauf, dass die Gesellschaft über keine operative Geschäftstätigkeit mehr verfüge und sich vollständig in der Liquidation befinde.

Insolvenz seit Sommer 2025

Das Amtsgericht München hatte das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Medigene AG sowie der Tochtergesellschaft Medigene Immunotherapies GmbH am 1. August 2025 eröffnet und Bierbach zum Insolvenzverwalter bestellt. Wenige Tage zuvor, am 18. Juli 2025, hatte die Gesellschaft einen Wechsel an der Unternehmensspitze angekündigt: Vorstandsvorsitzender Selwyn Ho sollte zum 24. Juli aus dem Amt scheiden, Ralph Schäfer zum 25. Juli neu in den Vorstand berufen werden. Der Führungswechsel fiel damit mitten in die entscheidende Phase vor der Insolvenzeröffnung.

Warnsignale reichten bis ins Frühjahr 2025 zurück

Bereits Ende März 2025 hatte Medigene den Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals gemäß Paragraf 92 Aktiengesetz angezeigt. Ausbleibende Meilensteinzahlungen zwangen das Unternehmen, die Reichweite der eigenen Liquidität von ursprünglich Juli auf Mai 2025 zu verkürzen. Anfang Februar 2025 versuchte die Gesellschaft noch gegenzusteuern: Über ein Standby Equity Purchase Agreement mit dem Investor Yorkville Advisors gab Medigene 150.000 neue Stückaktien zu einem Bezugspreis von 1,70 Euro aus – ein Versuch, der die Entwicklung letztlich nicht mehr aufhalten konnte.

Ein Jahr zuvor sah die Lage noch anders aus. Im August 2024 vollzog Medigene eine Kapitalherabsetzung samt Aktienzusammenlegung im Verhältnis 2:1, verbunden mit einem Wechsel der ISIN. Der Halbjahresbericht 2024 wies Umsatzerlöse von 4,5 Millionen Euro aus, nach 3,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, bei einem Nettoverlust von 6,7 Millionen Euro. Zum Stichtag 30. Juni 2024 verfügte das Unternehmen noch über liquide Mittel von 14,0 Millionen Euro. Parallel dazu vereinbarte Medigene mit WuXi Biologics eine Forschungskooperation zur Entwicklung TCR-gesteuerter T-Zell-Engager gegen solide Tumoren – ein Projekt, das den finanziellen Absturz binnen Jahresfrist nicht verhindern konnte.

Kursbild ohne Handel

Der Kurs der Medigene-Aktie verharrt seit Wochen unverändert bei 2,04 Euro, sowohl auf Sieben- als auch auf 30-Tage-Sicht zeigt sich keinerlei Bewegung mehr. Die Marktkapitalisierung beziffert sich rechnerisch noch auf 76,02 Millionen Euro – eine Größe, die angesichts der eingestellten Notierung im regulierten Markt kaum noch Aussagekraft besitzt. Für die verbliebenen Aktionäre zählt inzwischen nicht mehr der eingefrorene Kurswert, sondern allein der Ausgang der laufenden Liquidation und eine mögliche Insolvenzquote.

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