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MDAX: Kion und Auto1 driften auseinander

Kion überzeugt mit soliden Zahlen und angehobener Prognose, während Auto1 trotz starkem Wachstum an der Börse einbricht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kion profitiert von Automatisierungsgeschäft
  • Umsatz und Gewinn legen zweistellig zu
  • Auto1 wächst kräftig, Aktie bricht ein
  • Prognose-Festhalten sorgt für Anlegerfrust

Zwei Werte aus dem MDAX, zwei völlig unterschiedliche Anlegerreaktionen. Während Kion mit soliden Quartalszahlen und einer engeren, verbesserten Prognose überzeugt, kämpft der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 trotz kräftigen Wachstums mit einem gehörigen Vertrauensverlust an der Börse.

Kion profitiert von Automatisierungsgeschäft

Der Gabelstapler- und Intralogistik-Konzern Kion legte im zweiten Quartal Zahlen vor, die im Rahmen der Erwartungen lagen. Der Umsatz kletterte um 7,7 Prozent auf 2,92 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT stieg um 18 Prozent auf 224 Millionen Euro. Die Marge verbesserte sich damit auf 7,7 von zuvor 7,0 Prozent.

Treiber war vor allem das Segment Intelligent Automation Solutions, das Erlöse um 23 Prozent steigerte — deutlich schneller als der Konzern insgesamt. Unter dem Strich blieben 115 Millionen Euro Gewinn übrig, ein Plus von rund 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Etwas getrübt wird das Bild durch den Auftragseingang, der im ersten Halbjahr von 6,2 auf knapp 5,8 Milliarden Euro zurückging. Für das Gesamtjahr engte Kion die Prognosespannen ein: Beim Umsatz rechnet der Konzern nun mit 11,53 bis 12,03 Milliarden Euro, beim bereinigten EBIT mit 880 bis 980 Millionen Euro — jeweils am oberen Ende der bisherigen Zielkorridore. Die viel beachtete Milliardenschwelle beim operativen Gewinn bleibt damit aber weiterhin außer Reichweite. Beim freien Cashflow rechnet Kion mit 420 bis 540 Millionen Euro, etwas weniger als zuvor in Aussicht gestellt.

Auto1 wächst kräftig, Anleger bleiben skeptisch

Bei Auto1 sah die Ausgangslage zunächst deutlich besser aus. Der Absatz stieg um rund ein Fünftel auf 240.298 Fahrzeuge, der Umsatz kletterte um fast ein Viertel auf 2,4 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA legte sogar um 38,4 Prozent auf 58,6 Millionen Euro zu — Zahlen, die nach Einschätzung von Marktbeobachtern besser ausfielen als erwartet.

Trotzdem reagierte die Aktie am Mittwoch mit teils deutlichen Verlusten von bis zu 16 Prozent auf 19,68 Euro. Am Nachmittag dämmte das Papier die Verluste auf rund vier Prozent ein. Grund für die Nervosität: Vorstandschef Christian Bertermann hielt trotz des überraschend starken Laufs an der bisherigen Jahresprognose fest — ein operatives Ergebnis zwischen 250 und 275 Millionen Euro bei einem Absatz von 940.000 bis einer Million Fahrzeugen. Anleger fragten sich, warum das Unternehmen nach einer starken ersten Jahreshälfte nicht mutiger nach oben korrigiert. Im laufenden Jahr summieren sich die Kursverluste bei Auto1 damit auf rund 16 Prozent.

Die beiden Fälle zeigen, wie unterschiedlich der Markt auf ähnliche Ausgangslagen reagieren kann. Kions vorsichtige, aber klar kommunizierte Anhebung der Zielspannen kam an — Auto1s Festhalten an der Prognose trotz starker Quartalszahlen wurde dagegen als Zurückhaltung gewertet und prompt abgestraft.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.