Der Fast-Food-Konzern McDonald’s versucht mit einer neuen Produktoffensive im Getränkebereich, die Kundenfrequenz in seinen US-Filialen zu steigern. Seit vergangenem Montag setzt das Unternehmen landesweit auf den Verkauf von Energy Drinks und kooperiert dazu mit Red Bull.
Mit der Einführung des „Red Bull Dragonberry Energizer“ und dem Verkauf klassischer Dosengetränke zielt die Kette vor allem darauf ab, das Geschäft am Nachmittag zu beleben.
Parallel dazu wurde das Angebot der sogenannten „Crafted Sodas“ um Varianten wie „Vanilla Swirl“ und „Orange Dream“ erweitert, um sich gegen den Wettbewerb im Segment der Kaffeespezialitäten und Erfrischungsgetränke zu positionieren.
Korrigierte Gewinnprognosen belasten das Sentiment
Die strategische Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund einer zunehmenden Konsumzurückhaltung, insbesondere bei einkommensschwächeren Bevölkerungsschichten. Daten des Marktforschungsunternehmens Numerator belegen, dass die Ausgaben von Gästen mit einem Haushaltseinkommen von weniger als 40.000 US-Dollar im jüngsten Quartal um 2,4 Prozent zurückgegangen sind.
Dieser Rückgang entspricht einem geschätzten Umsatzverlust von rund 310 Millionen Dollar. Diese Entwicklung spiegelt den hohen Preisdruck wider, dem viele Konsumenten trotz spezieller Wertmenü-Angebote ausgesetzt sind.
In Reaktion auf diese Rahmenbedingungen haben die Analysten von Zacks Research ihre Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr angepasst. Am Dienstag senkte das Analysehaus seine Schätzung für den Gewinn pro Aktie im dritten Quartal 2026 von zuvor 3,45 Dollar auf nun 3,36 Dollar.
Für das gesamte Jahr wird derzeit ein Ergebnis von 12,84 Dollar je Aktie prognostiziert. Die Aktie spiegelt diese Skepsis wider und verlor seit Jahresbeginn bereits 11 Prozent an Wert. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 162,10 Milliarden Euro notiert das Papier aktuell rund 20 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Strategische Anpassungen und institutionelle Portfoliowechsel
Neben dem operativen Geschäft zeigen aktuelle Pflichtmitteilungen Bewegung im Aktionariat. Das Bankhaus B. Metzler seel. Sohn & Co. hat seine Beteiligung an McDonald’s gestern deutlich reduziert. Die Institution verkaufte 126.073 Aktien und verringerte ihre Position damit um 16,6 Prozent.
Im Gegensatz dazu gab der Investmentfonds S&CO Inc. am Donnerstag bekannt, im zweiten Quartal eine neue Position in Höhe von 8.445 Aktien aufgebaut zu haben. Diese Umschichtungen verdeutlichen die unterschiedliche Bewertung der künftigen Wachstumsaussichten durch professionelle Marktteilnehmer.
Trotz der aktuellen Herausforderungen hält McDonald’s an seiner aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik fest. Das Board of Directors erklärte am 13. August eine Quartalsdividende von 1,86 Dollar pro Aktie, die am 16. September ausgezahlt werden soll.
Langfristig plant der Konzern weiterhin eine massive Expansion, auch wenn das Ziel von 50.000 Restaurants weltweit aufgrund der inflationsbedingten Baukosten und des Konsumklimas erst für das Jahr 2028 angestrebt wird.
Ursprünglich war dieser Meilenstein bereits für 2027 vorgesehen. Die Führung in den USA liegt dabei weiterhin in den Händen von Skye Anderson, die vor rund zwei Wochen die Leitung des wichtigen Heimmarktes übernommen hat.
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