Ein Investorentag soll normalerweise Zuversicht verbreiten. Bei McDonald’s endete er stattdessen mit einem Kursrutsch auf ein neues Jahrestief. Der Grund: Konzernchef Chris Kempczinski stellte den Anlegern eine unbequeme Wahrheit vor die Füße — solange die Inflation hoch bleibt, dürfte die Kundenfrequenz in den wichtigsten Märkten des Konzerns schlicht stagnieren.
Die Aktie fiel im US-Handel zeitweise um bis zu 6,5 Prozent und markierte mit 234,03 US-Dollar ein neues Jahrestief. Auf Jahressicht steht damit ein Minus von rund 22 Prozent zu Buche. Beim ersten Investorentag seit knapp drei Jahren wollte das Management eigentlich Aufbruchstimmung erzeugen.
Milliarden für Franchisenehmer, aber schwache Wachstumssignale
Im Zentrum der vorgestellten NEXT-Strategie steht ein Unterstützungspaket von 8,5 Milliarden US-Dollar für Franchisenehmer, verteilt über ein Jahrzehnt. Rund 5 Milliarden US-Dollar davon sollen bereits bis 2030 in Mietnachlässe und Kapitalhilfen fließen. Das Ziel: die Effizienz auf Restaurantebene um 250 Basispunkte steigern und dem durchschnittlichen US-Restaurant zusätzlich rund 100.000 Dollar Cashflow pro Jahr verschaffen.
Operativ bleibt die Marge das wunde Detail dieser Story. In der ersten Jahreshälfte lag sie bei 47 Prozent, bis 2030 peilt McDonald’s lediglich einen Bereich von niedrigen bis mittleren 50 Prozent an — für viele Anleger eine überraschend zurückhaltende Ambition angesichts der Investitionssummen. Hinzu kommt die schwache operative Basis: Im zweiten Quartal wuchsen die globalen vergleichbaren Umsätze nur um 1,3 Prozent, in den USA sogar nur um 0,8 Prozent, nach noch 3,1 Prozent im Gesamtjahr 2025.
Die Strategie umfasst auch ein KI-System namens ArchIQ, das etwa Bestellungen am Drive-thru automatisiert, sowie ein größeres Menü-Update mit Fokus auf proteinreiche Produkte wie Bowls, gegrilltes Hähnchen und Egg Bites. Das globale Hähnchengeschäft des Konzerns hat bereits ein Volumen von über 30 Milliarden US-Dollar.
Analysten bleiben trotz Kursrutsch überwiegend optimistisch
Von 25 beobachtenden Häusern raten 14 zum Kauf, elf zu „Hold“ — eine Verkaufsempfehlung gibt es nicht. Das mittlere Kursziel liegt bei 309,95 US-Dollar, die Spanne reicht von 280 bis 390 US-Dollar.
BMO Capital bestätigte zuletzt eine Kaufempfehlung mit Kursziel 335 US-Dollar, während die Deutsche Bank ihr Ziel von 325 auf 300 US-Dollar senkte, aber bei „Buy“ blieb. TD Cowen stufte die Aktie mit einem Kursziel von 282 US-Dollar auf „Hold“ herab.
Selbst das niedrigste Kursziel liegt damit noch spürbar über dem aktuellen Niveau. Ob das reicht, um die Nerven der Anleger zu beruhigen, hängt an einer einzigen Frage: Kommt die versprochene Belebung der vergleichbaren Umsätze in den kommenden Quartalen tatsächlich, oder bleibt das bestehende Filialnetz der Wachstumsbremse, die es zuletzt war.
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