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Marvell Technology Aktie: Zwischen Druck und Chancen

Marvell verzeichnet starke operative Ergebnisse im Rechenzentrumsgeschäft, während die Aktie unter Druck steht. Die Übernahme von Celestial AI soll die Position im KI-Infrastrukturmarkt stärken.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktienkurs mit deutlichen Verlusten in Wochen- und Monatsfrist
  • Rechenzentren als Hauptumsatzbringer mit über 70% Anteil
  • Akquisition von Celestial AI für KI-Photonik-Technologie
  • Analysten erwarten weiterhin starkes Gewinn- und Umsatzwachstum

Marvell steht an einem spannenden Punkt: Operativ läuft das Geschäft mit Rechenzentren so gut wie nie, an der Börse herrscht dagegen Gegenwind. Besonders der Zukauf von Celestial AI könnte die Rolle des Konzerns im KI-Infrastrukturmarkt deutlich verändern. Entscheidend ist nun, ob die starken Fundamentaldaten und Wachstumstreiber den aktuellen Abwärtstrend der Aktie auffangen können.

Kurs unter Druck, Trend schwach

Die Aktie hat in den vergangenen Wochen spürbar nachgegeben. Auf Wochensicht summieren sich die Verluste auf knapp 15 %, im Monatsvergleich beträgt das Minus gut 20 %. Damit liegt der Kurs deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt, während er sich nur noch knapp am 200-Tage-Durchschnitt orientiert – ein Bild, das kurzfristig eher Schwäche signalisiert.

Gleichzeitig ist die Volatilität hoch: Mit einer annualisierten 30-Tage-Schwankungsbreite von über 80 % gehört der Titel klar zu den nervösen Vertretern im Technologiebereich. Der Abstand von rund 43 % zum 52‑Wochen-Hoch zeigt, wie stark die Erwartungen bereits zurückgekommen sind, obwohl der Kurs immer noch deutlich über dem Tief von April liegt.

Rechenzentren als Wachstumsmotor

Hinter den Kursbewegungen steht allerdings kein Einbruch im operativen Geschäft. Im Gegenteil: Marvell hat sein Geschäftsmodell in den vergangenen Quartalen konsequent in Richtung Rechenzentren ausgerichtet. Dieser Bereich ist inzwischen klarer Wachstumstreiber und macht inzwischen rund drei Viertel des Gesamtumsatzes aus.

Die Fokussierung auf Datenzentren sorgt für mehr Planbarkeit, weil Kunden dort häufig langfristige Projekte mit wiederkehrenden Bestellungen umsetzen. Marktteilnehmer stellen daher weniger die aktuelle Nachfrage in Frage, sondern ringen eher mit der Diskrepanz zwischen starkem operativen Momentum und der zuletzt schwachen Kursentwicklung.

Celestial AI: Ausbau der KI-Infrastruktur

Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt der jüngste Zukauf von Celestial AI. Mit dieser Akquisition sichert sich Marvell Zugang zu sogenannter Photonic-Fabric-Technologie – einem Ansatz, der Daten per Licht besonders schnell und energieeffizient zwischen Chips bewegen soll.

Strategisch zielt der Deal klar auf das nächste Kapitel der KI-Infrastruktur:

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  • Celestial AIs Technologie adressiert den steigenden Bedarf an Hochgeschwindigkeits-Verbindungen in KI-Rechenzentren.
  • Marvell will damit sein adressierbares Marktvolumen im Datacenter-Bereich auf über 10 Milliarden US-Dollar erweitern.
  • Im Fokus stehen Hochbandbreiten- und Niedriglatenz-Verbindungen, die für das Skalieren von KI-Beschleunigern zwingend notwendig sind.

Damit versucht Marvell, sich nicht nur als Zulieferer klassischer Netzwerktechnik zu positionieren, sondern als zentraler Baustein moderner KI-Cluster. Für Anleger ist entscheidend, ob sich dieser Technologiesprung in den kommenden Jahren messbar im Umsatzwachstum niederschlägt.

Erwartungen an die kommenden Zahlen

Auch die Prognosen für die nächsten Quartale unterstreichen das Wachstumstempo. Analysten rechnen aktuell mit:

  • einem Quartalsgewinn von 0,79 US‑Dollar je Aktie,
  • einem Plus von knapp 32 % gegenüber dem Vorjahresquartal,
  • einem Quartalsumsatz von 2,21 Milliarden US‑Dollar, was einem Anstieg von gut 21 % entspricht.

Für das Gesamtjahr liegen die Konsensschätzungen bei 2,84 US‑Dollar Gewinn je Aktie und rund 8,18 Milliarden US‑Dollar Umsatz. Diese Zahlen spiegeln die Erwartung wider, dass Marvell seine starke Stellung in Rechenzentren und KI weiter ausbauen kann – trotz der jüngsten Schwäche der Aktie.

Analysten bleiben positiv

Trotz des Kursrückgangs stützen mehrere Analystenhäuser die langfristige Story. Evercore ISI hat sein 12‑Monats-Kursziel deutlich angehoben. Begründung: gleich mehrere Produktzyklen im Rechenzentrumsbereich sowie eine aus Analystensicht unterschätzte Hebelwirkung der KI-Exponierung.

Auch B. Riley Securities zeigt sich überzeugt. Das Haus bekräftigte seine positive Einstufung („starkes Kaufvotum“) und erhöhte nach der letzten Quartalsbilanz ebenfalls das Kursziel. Beide Institute stellen die gleiche Kernthese heraus: Marvell sitzt in einem strukturell wachsenden Marktsegment, in dem Rechenzentren und KI-Infrastruktur in den kommenden Jahren weiter zulegen sollen.

Fazit: Starke Story, schwacher Chart

Unterm Strich prallen bei Marvell derzeit zwei Welten aufeinander: Ein klar wachstumsstarkes Kerngeschäft mit steigenden Gewinn- und Umsatzerwartungen – und ein Aktienkurs, der in den letzten Wochen deutlich nachgegeben hat und weit vom Hoch entfernt notiert. Kurzfristig dominiert der Druck am Markt, mittelfristig hängen die Chancen der Aktie maßgeblich daran, ob Marvell die Celestial-AI-Integration erfolgreich nutzt und die prognostizierten Wachstumsraten bei Rechenzentren und KI-Infrastruktur in den kommenden Quartalen tatsächlich erreicht.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.