Am Donnerstag wird es ernst für Marvell Technology: Das Halbleiter-Unternehmen legt seine Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Analysten erwarten solide Ergebnisse, doch die jüngste Kursziel-Senkung von Morgan Stanley zeigt: Die Erwartungen sind hoch, und der Spielraum für Enttäuschungen schmal.
Die Erwartungen
Für das vierte Quartal rechnet die Wall Street mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar – ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim bereinigten Gewinn je Aktie werden 0,79 Dollar erwartet. Das Wachstumstempo verlangsamt sich damit nach einem außergewöhnlich starken dritten Quartal, in dem Marvell 2,075 Milliarden Dollar erlöste und damit die eigene Prognose übertraf.
Morgan Stanley stufte das Kursziel zuletzt von 112 auf 95 Dollar herab – ein Rückgang um gut 15 Prozent. Die Einstufung bleibt mit „Equal-Weight“ neutral. Der Analystenkonsens sieht die Aktie allerdings deutlich optimistischer: Das durchschnittliche Kursziel von 40 Analysten liegt bei 113,45 Dollar.
Celestial AI: Milliarden-Wette auf KI-Infrastruktur
Marvell hat die Übernahme von Celestial AI für 3,25 Milliarden Dollar abgeschlossen – rund eine Milliarde in bar, den Rest in Aktien. Mit der Photonic Fabric-Technologie des Unternehmens setzt Marvell auf optische Hochgeschwindigkeitsverbindungen für KI-Rechenzentren. Das Management peilt einen Umsatzbeitrag von 500 Millionen Dollar bis zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2028 an, eine Milliarde Dollar sollen es bis 2029 sein.
Die Integration kostet: Rund 50 Millionen Dollar zusätzliche Betriebskosten fallen jährlich an, zudem reduzierte die Transaktion die Liquidität um eine Milliarde Dollar. Die Frage ist, ob Marvell die ehrgeizigen Umsatzziele erreichen kann – und ob Hyperscaler wie Amazon, Google und Microsoft die Technologie in dem Tempo abnehmen, wie es das Unternehmen erwartet.
Datenzentrum-Geschäft als Wachstumsmotor
Das Rechenzentrum-Segment steuerte im dritten Quartal bereits 73 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Für das laufende Geschäftsjahr 2027 erwartet das Management organisch ein Wachstum von über 25 Prozent in diesem Bereich und peilt insgesamt rund 10 Milliarden Dollar Umsatz an. Getragen wird die Expansion von drei Säulen: dem Interconnect-Geschäft, das schneller wächst als die Cloud-Investitionen der Hyperscaler, dem Custom-Chip-Geschäft mit erwartetem Plus von mindestens 20 Prozent sowie Switching und Storage mit 15 Prozent Zuwachs.
Für 2028 rechnet Marvell im Datenzentrum-Segment mit rund 40 Prozent Wachstum – eine aggressive Prognose, die auf der Annahme fußt, dass KI-Infrastruktur-Investitionen weiter boomen. Sollte die Nachfrage schwächeln oder Wettbewerber wie Broadcom oder Nvidia wichtige Aufträge abgreifen, könnte die Rechnung nicht aufgehen.
Risiken im Blick
Die Abhängigkeit von wenigen Großkunden macht Marvell anfällig für Auftragsschwankungen. Verschärfte US-Exportkontrollen und Zölle belasten zusätzlich. Die Celestial-AI-Integration birgt Umsetzungsrisiken, bevor nennenswerte Erlöse fließen. Zudem könnte eine Abkühlung der KI-Euphorie das Geschäft belasten.
Am 5. März um 22:45 Uhr MEZ werden die Quartalszahlen zeigen, ob Marvell die hohen Erwartungen erfüllen kann – und ob die Integration von Celestial AI planmäßig läuft.
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