Marvell Technology baut seine Position im Wettlauf um die beste Infrastruktur für Künstliche Intelligenz konsequent aus. Der Chiphersteller meldete gestern den Vollzug der Übernahme von Celestial AI – ein strategischer Schachzug, der die Datenübertragung in Rechenzentren beschleunigen soll. Mit möglichen erfolgsabhängigen Zahlungen von bis zu 2,25 Milliarden US-Dollar setzt das Management massiv darauf, dass optische Technologien der Schlüssel für künftige KI-Cluster sind.
Strategische Bedeutung der „Photonic Fabric“
Im Kern der Übernahme steht die sogenannte „Photonic Fabric“-Technologie von Celestial AI. Diese zielt darauf ab, die Bandbreite zu erhöhen und Latenzzeiten zu minimieren, was für die Skalierung riesiger KI-Rechencluster unverzichtbar wird. Marvell integriert diese optischen Verbindungslösungen direkt in sein Portfolio, um den Flaschenhals bei der Datenübertragung zwischen Prozessoren zu lösen.
Der Schritt folgt einer klaren Logik: Erst im Januar 2026 hatte Marvell den Kauf von XConn Technologies vereinbart, um sein Switching-Portfolio zu erweitern. Marktbeobachter sehen darin den Versuch, die gesamte Dateninfrastruktur im Rechenzentrum aus einer Hand anzubieten.
Der Preis des Wachstums
Die Struktur des Deals zeigt, wie überzeugt Marvell vom langfristigen Erfolg ist, beinhaltet aber auch Risiken. Zur Finanzierung gab das Unternehmen rund 24,6 Millionen neue Aktien aus. Der weitaus größere finanzielle Hebel liegt jedoch in der Zukunft: Sollte Celestial AI bis zum Ende des Geschäftsjahres 2029 bestimmte Umsatzziele erreichen, werden weitere Aktien im Wert von bis zu 2,25 Milliarden US-Dollar fällig.
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Kurzfristig belastet die Integration die Bilanz. Marvell rechnet mit zusätzlichen operativen Kosten von rund 50 Millionen US-Dollar pro Jahr. Nennenswerte Umsätze aus der Übernahme erwartet das Management erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2028, mit einem angepeilten Jahresumsatz von 500 Millionen US-Dollar bis zum vierten Quartal jenes Jahres.
Marktlage und Ausblick
Die aggressive Expansionsstrategie trifft auf eine herausfordernde Kursentwicklung. Obwohl Marvell im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 den Umsatz um fast 37 Prozent auf 2,07 Milliarden US-Dollar steigern konnte, steht die Aktie seit Jahresbeginn mit einem Minus von rund 25 Prozent deutlich unter Druck.
Für Anleger verschiebt sich der Fokus nun auf die Exekution: Die Technologie muss bis 2028 liefern, um die hohen Investitionen zu rechtfertigen. Der Erfolg der Übernahme wird sich daran messen lassen, ob Marvell die angepeilten Umsatzmeilensteine erreicht, ohne dass die Integrationskosten die Margen zu stark belasten.
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