Der Chipriese Marvell Technology schockte die Märkte mit Quartalszahlen, die eigentlich Grund zum Jubeln gewesen wären. Rekorderlöse von 2,01 Milliarden Dollar und ein Plus von satten 58 Prozent zum Vorjahr – doch die Anleger reagierten mit einem brutalen Ausverkauf. Der Grund: In Zeiten des KI-Booms reicht selbst Rekordwachstum nicht mehr aus, wenn die Zukunftsaussichten enttäuschen.
Wenn Rekorde nicht genügen
Die Ironie bei Marvell ist kaum zu übersehen. Das Unternehmen lieferte im zweiten Geschäftsquartal mit 2,01 Milliarden Dollar Umsatz genau das ab, was die Wall Street erwartet hatte. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie von 67 Cent traf der Konzern punktgenau die Analystenschätzungen.
Doch genau das wurde dem Halbleiterunternehmen zum Verhängnis. In einem Marktumfeld, in dem Investoren von KI-exponierten Unternehmen gewohnt sind, dass diese die Erwartungen deutlich übertreffen, wirkte das bloße Erfüllen der Prognosen wie eine kalte Dusche. Das Wachstum reichte schlicht nicht aus, um die hohen Erwartungen zu rechtfertigen.
Prognose wird zum Stolperstein
Den entscheidenden Schlag versetzte jedoch der Ausblick auf das laufende Quartal. Marvell prognostiziert Erlöse von rund 2,06 Milliarden Dollar – deutlich unter den von Analysten erwarteten 2,11 Milliarden Dollar. Diese Differenz von 50 Millionen Dollar mag auf den ersten Blick marginal erscheinen, doch sie reichte aus, um das Vertrauen der Investoren nachhaltig zu erschüttern.
Die schwächere Prognose überschattete alle positiven Aspekte der aktuellen Zahlen und warf Fragen über mögliche Herausforderungen in den kommenden Monaten auf.
Märkte reagieren gnadenlos
Die Reaktion der Börse ließ nicht lange auf sich warten. Im nachbörslichen Handel brach die Marvell-Aktie um bis zu 12 Prozent ein. Besonders bitter: Die Papiere hatten bereits vor der Zahlenvorlage seit Jahresanfang rund 30 Prozent an Wert verloren.
Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
* Quartalsumsatz: 2,01 Milliarden Dollar (Analystenschätzung erreicht)
* Bereinigter Gewinn je Aktie: 0,67 Dollar (Konsens erfüllt)
* Prognose Q3-Umsatz: 2,06 Milliarden Dollar (unter Erwartung von 2,11 Milliarden)
* Nachbörslicher Kursverlust: bis zu 12 Prozent
KI-Boom reicht nicht
Dabei läuft das Kerngeschäft durchaus rund. CEO Matt Murphy betonte die starke Nachfrage nach KI-Lösungen, insbesondere bei maßgeschneiderten Silizium- und Elektrooptik-Produkten. Das Datenzenter-Segment legte sogar um beeindruckende 71,6 Prozent auf 1,51 Milliarden Dollar zu.
Doch selbst diese soliden Fundamentaldaten konnten den Frust über die verhaltene Zukunftsprognose nicht kompensieren. Für Marvell zeigt sich damit exemplarisch, wie hart die Märkte mittlerweile mit Unternehmen ins Gericht gehen, die beim KI-Hype nicht konstant überzeugen können.
Marvell Technology-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Marvell Technology-Analyse vom 29. August liefert die Antwort:
Die neusten Marvell Technology-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Marvell Technology-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Marvell Technology: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...