Marvell setzt den nächsten Schritt in seiner KI-Strategie: Mit der Übernahme von XConn Technologies zielt der Chiphersteller direkt auf eine Schlüsselstelle moderner Rechenzentren – die ultraschnelle Verbindung der Hardware. Für Anleger stellt sich damit vor allem eine Frage: Reicht dieser Ausbau, um Marvells Rolle im AI-Infrastrukturmarkt weiter zu stärken?
Strategische Übernahme im KI-Umfeld
Am 6. Januar 2026 hat Marvell eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von XConn Technologies bekanntgegeben. XConn ist auf PCIe- und CXL-Switching spezialisiert – zentrale Bausteine, wenn es darum geht, Server, Beschleuniger und Speicher in Hochleistungsrechenzentren effizient zu verbinden.
Mit dem Zukauf will Marvell sein Angebot für KI-Rechenzentren verbreitern und die eigene Position bei Hochgeschwindigkeits‑Interconnects ausbauen. Hintergrund ist ein klarer Branchentrend: In der AI-Infrastruktur rückt neben reiner Rechenleistung zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, wie Daten möglichst schnell und energieeffizient zwischen Chips und Systemen bewegt werden können.
Das passt in Marvells bisherige Ausrichtung. Bereits im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Zahlen vom 2. Dezember 2025) meldete das Unternehmen Rekordumsätze. Ein wesentlicher Treiber war damals das Datacenter-Geschäft, das von der hohen Nachfrage rund um KI-Anwendungen profitierte.
Warum Interconnects so wichtig werden
Die Halbleiterbranche arbeitet verstärkt an Lösungen für nächste Generationen von Rechenzentren, die speziell auf KI- und Machine-Learning-Lasten ausgelegt sind. Je komplexer die Modelle werden, desto stärker verschiebt sich der Engpass von der Rechenleistung hin zur Datenbewegung im System.
Genau hier setzt Marvell an:
- PCIe- und CXL-Technologien: Diese Standards ermöglichen es, verschiedene Komponenten im Rechenzentrum flexibel und mit hoher Bandbreite zu verbinden.
- Power-Effizienz: Schnellere Verbindungen allein reichen nicht mehr; die Branche sucht nach Lösungen, die hohe Leistung mit möglichst geringem Energieverbrauch kombinieren.
- High-Speed-Interconnects: Marvell positioniert sich als Anbieter der „Verkabelung“ im Inneren der KI-Infrastruktur – vom Custom-Silicon bis zur Datenverbindung.
Die Übernahme von XConn ist damit weniger ein kurzfristiger Deal, sondern Teil eines größeren Ziels: Marvell will sich als zentraler Lieferant von Verbindungs- und Spezialchips für KI-Systeme etablieren.
Kursbild und Ereignisse im Blick
An der Börse spiegelt sich der Umbau bislang in einem durchwachsenen Bild wider. Die Aktie schloss gestern bei 68,01 Euro und liegt damit rund 41 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, was den Druck nach dem vergangenen Höhenflug verdeutlicht.
Kurzfristig richtet sich der Blick nun auf konkrete Termine. Am 29. Januar 2026 steht eine Quartalsdividende an, die Marvell bereits zuvor angekündigt hat. Entscheidender für die mittlere Frist dürfte aber der nächste Zahlenbericht werden: Dann wird sich zeigen, ob das Datacenter- und Custom-AI-Silicon-Geschäft an die jüngsten Rekordumsätze anknüpfen kann und wie stark der Beitrag der ausgebauten Konnektivitätslösungen tatsächlich ausfällt.
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