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Marvell Technology Aktie: KI-Fantasie vs. Realität

Marvell Technology erhält starke Analystenunterstützung für seine KI-Strategie, während der Aktienkurs deutlich unter Druck steht. Die anstehenden Quartalszahlen gelten als Prüfstein für die ambitionierten Wachstumspläne.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • JPMorgan stuft Marvell als Top-Pick ein
  • Übernahme im Datacenter-Segment für KI-Infrastruktur
  • Hohe Wachstumsprognosen für KI-Chips und Rechenzentren
  • Aktienkurs notiert deutlich unter Analystenzielen

Marvell Technology rückt mit seiner KI-Strategie in den Fokus der Analysten, während der Aktienkurs zuletzt spürbar unter Druck stand. Im Zentrum steht die Frage, ob der Chip-Spezialist seine ambitionierten Wachstumspläne im Rechenzentrums- und KI-Bereich tatsächlich einlösen kann. Eine frische Kaufempfehlung von JPMorgan und eine Übernahme im Datacenter-Segment liefern dafür zumindest starke Argumente.

JPMorgan setzt Marvell auf die Favoritenliste

Ausgangspunkt der jüngsten positiven Impulse war eine Sektor-Studie von JPMorgan-Analyst Harlan Sur. In seinem Ausblick auf die anstehende Berichtssaison stufte er Marvell zusammen mit Schwergewichten wie Nvidia und Broadcom explizit als „Top Pick“ ein und bestätigte das Rating „Overweight“.

Die Begründung: Marvell profitiert aus Sicht des Analysten gleich von zwei Entwicklungen:

  • anhaltend hohe Investitionen in KI-Infrastruktur (Rechenzentren, Beschleuniger, Netzwerke),
  • eine zyklische Erholung der klassischen Halbleitermärkte.

Diese Kombination soll dem Konzern in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum ermöglichen – vor allem im Geschäft mit kundenspezifischen KI-Chips und Datacenter-Komponenten.

Rückenwind kam zusätzlich aus dem Sektor: Intel legte vor seinen Zahlen zweistellig zu und zog den gesamten Chip-Bereich mit nach oben. Marvell, das wichtige optische Verbindungen und maßgeschneiderte Compute-Lösungen für Rechenzentren liefert, profitierte von dieser positiven Grundstimmung und konnte sich zwischenzeitlich besser entwickeln als der breitere Nasdaq.

Strategische Weichenstellung im KI-Datacenter

Ein zentraler Baustein der Marvell-Story ist die Expansion in die Infrastruktur-Schicht für KI-Rechenzentren. Anfang Januar kündigte das Unternehmen die Übernahme von XConn Technologies für rund 540 Millionen US-Dollar an.

Ziel dieses Deals ist es, das eigene Portfolio in der Datenzentrums-Konnektivität zu stärken – einem Bereich, den JPMorgan explizit als künftigen Wachstumstreiber herausstellt. Hintergrund: In großen KI-Clustern werden Bandbreite und Latenz der Verbindungen zunehmend zum Engpass. Lösungen, die diese „Datenautobahnen“ schneller und effizienter machen, sind entsprechend gefragt.

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Fundamental versucht der Markt dabei, über ein durchwachsenes Geschäftsjahr 2025 hinwegzuschauen und stärker auf die Perspektiven für 2026 und 2027 zu blicken. Für das laufende Geschäftsjahr FY2026 rechnen Analysten mit einem kräftigen Wachstum:

  • Die Umsätze mit kundenspezifischen KI-Chips könnten Schätzungen zufolge rund 1,8 Milliarden US-Dollar erreichen.
  • Das Datacenter-Geschäft insgesamt soll 2026 um etwa 25 % zulegen und 2027 auf rund 40 % Wachstumsrate beschleunigen.

Diese Annahmen erklären, warum viele Häuser trotz der Rücksetzer an der Börse an teils deutlich höheren Kurszielen festhalten: Konsensschätzungen für das Kursziel liegen im Bereich von etwa 111 bis 115 US-Dollar – deutlich oberhalb des aktuellen Kursniveaus.

Bewertung, Chartbild und Markterwartung

Trotz der positiven Analystenstimmen und der klaren strategischen Ausrichtung spiegelt der Kurs diese Erwartungen derzeit nur begrenzt wider. Gestern schloss die Aktie bei 68,98 Euro und liegt damit rund 23 % seit Jahresbeginn im Minus; auf Sicht von zwölf Monaten beträgt das Minus über 40 %.

Charttechnisch zeigt sich ein spannendes Bild: Der Kurs notiert aktuell nahezu auf Höhe der 200-Tage-Linie, aber klar unter dem 50- und 100-Tage-Durchschnitt. Der 14-Tage-RSI mit 65,8 signalisiert einen Bereich knapp unterhalb der Überkauft-Schwelle, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 88 % das hohe Maß an Nervosität im Markt unterstreicht.

Auf Analystenseite überwiegt dennoch klar der Optimismus. Je nach Datensatz bewerten zwischen gut 30 und knapp 50 Analysten die Aktie überwiegend mit „Moderate Buy“ bis „Strong Buy“. Mit der erneuten Bestätigung von JPMorgan rückt vor allem eine Frage in den Vordergrund: Ob die anstehenden Quartalszahlen und der Ausblick die hohen Erwartungen an KI-getriebenes Wachstum im ersten Halbjahr 2026 untermauern.

Ausblick: Zahlen als Belastungsprobe

In den kommenden Wochen steht für Marvell eine entscheidende Phase an. Mit dem Start der Q4-Berichtssaison werden Investoren genau darauf achten, ob das Management die avisierten Wachstumsraten im Datacenter- und KI-Geschäft konkretisieren kann und wie sich die Integration von XConn Technologies in den Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 und 2027 einfügt. Damit werden die nächsten Quartalszahlen und insbesondere der Ausblick zu einem zentralen Gradmesser, ob die derzeitige Diskrepanz zwischen Kursschwäche und ambitionierten Analystenprognosen kleiner werden kann.

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