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Marvell Technology Aktie: KI-Fantasie ungebremst

Marvell Technology meldet Rekordaufträge für KI-Infrastruktur und plant Umsatzverdopplung bei KI-Chips bis 2027. Eine Übernahme stärkt zudem die Position in der Netzwerktechnik.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • CEO widerspricht Zweifeln an KI-Nachfrage
  • Übernahme von XConn für 540 Millionen Dollar
  • KI-Chip-Umsatz soll sich bis 2027 verdoppeln
  • Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial

Marvell Technology stemmt sich mit klaren Aussagen des Managements und einem Zukauf im KI-Infrastruktur-Bereich gegen die Sorge eines nachlassenden Booms. Während der Kurs zuletzt eher verschnauft, legt das Unternehmen ambitionierte Wachstumsziele und konkrete Projekte für die kommenden Jahre auf den Tisch. Entscheidend ist dabei, dass die Führung nicht nur optimistische Worte liefert, sondern diese mit belastbaren Zahlen und Aufträgen unterfüttert.

CEO widerspricht KI-Abkühlungs-Sorgen

Im Mittelpunkt steht der Auftritt von CEO Matt Murphy beim JPMorgan CES Chat im Januar 2026. Dort ging er direkt auf die an den Märkten kursierenden Zweifel ein, ob die Nachfrage nach KI-Hardware bereits ihren Höhepunkt erreicht haben könnte. Seine Botschaft war eindeutig: Die aktuelle Lage sei „das genaue Gegenteil einer Abkühlung“.

Nach Unternehmensangaben verbucht Marvell derzeit Rekordbestellungen für KI-Infrastruktur. Die Prognose für das laufende vierte Quartal sieht ein Umsatzplus von mehr als 40 % im Jahresvergleich vor. Haupttreiber ist der Datacenter-Bereich, der sich seit 2023 in etwa verdreifacht hat.

Besonders wichtig für Investoren: Große Kunden planen laut Murphy bereits konkret bis in die Jahre 2026 bis 2028 hinein. Diese langfristigen Planungszyklen sollen Marvell eine hohe Visibilität bei künftigen Umsätzen sichern – ein Punkt, der die Befürchtungen eines kurzfristigen KI-Hypes relativiert.

Zukauf stärkt KI-Konnektivität

Parallel dazu baut Marvell gezielt seine Position bei der Vernetzung von KI-Rechenzentren aus. Das Unternehmen hat eine bindende Vereinbarung zur Übernahme von XConn Technologies mit einem Volumen von rund 540 Mio. US-Dollar geschlossen, davon 60 % in bar und 40 % in Aktien.

Im Fokus steht dabei ein kritischer Engpass moderner KI-Cluster: die Interkonnektivität. Durch die Integration der PCIe- und CXL-Switch-Technologien von XConn will Marvell die sogenannte „Scale-up“-Netzwerkarchitektur besetzen – also den Bereich, in dem mehrere Hochleistungs-Chips effizient zusammengeschaltet werden.

Der strategische Fahrplan ist klar terminiert:
– Erste spürbare Umsatzbeiträge von XConn erwartet Marvell in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027.
– Bis zum Geschäftsjahr 2028 peilt das Unternehmen eine zusätzliche jährliche Umsatzlaufrate von rund 100 Mio. US-Dollar aus diesem Geschäft an.

Damit zahlt der Deal nicht sofort auf die Zahlen ein, soll aber ab Mitte der Dekade ein zusätzlicher Wachstumspfeiler in einem zentralen Segment der KI-Infrastruktur werden.

Wachstumstreiber im Überblick

Neben der Übernahme und den Aussagen des CEO hat Marvell eine Reihe konkreter Kennzahlen genannt, die den Wachstumskurs untermauern sollen:

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  • Umsatzdynamik: Die Q4-Prognose impliziert ein Umsatzwachstum von über 40 % gegenüber dem Vorjahresquartal.
  • Custom Silicon (AI-ASICs): Die Erlöse aus kundenspezifischen KI-Chips sollen 2026 bei rund 1,8 Mrd. US-Dollar liegen und 2027 auf etwa 3,6 Mrd. US-Dollar steigen – eine geplante Verdopplung binnen eines Jahres.
  • Marktposition: Derzeit gehen 15 Custom-XPU-Sockel – also maßgeschneiderte Hochleistungschips – in die Produktionsphase.

An der Börse spiegelt sich diese Dynamik bislang nur begrenzt wider: Die Aktie schloss am Freitag bei 83,22 US-Dollar und liegt damit rund 33 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, notiert aber klar über dem Bereich der Tiefs und auch oberhalb wichtiger Durchschnittskurse der vergangenen Monate.

Analysten sehen Bewertungsabschlag

Die Diskrepanz zwischen Kursniveau und Wachstumsstory bleibt institutionellen Analysten nicht verborgen. Nach der Ankündigung der XConn-Übernahme und den CES-Aussagen von Murphy bestätigte Roth Capital Markets am 7. Januar seine Kaufempfehlung und nannte ein Kursziel von 135 US-Dollar. Raymond James bekräftigte ein „Strong Buy“ mit einem Ziel von 125 US-Dollar.

Im Marktkonsens wird die Marvell-Aktie derzeit als „Moderater Kauf“ eingestuft. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 116 US-Dollar und signalisiert aus heutiger Sicht ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von nahezu 40 %. Diese Einschätzungen stützen sich vor allem auf die erwartete Beschleunigung im KI-Geschäft und die zusätzlichen Impulse durch XConn.

Einordnung im Sektor

Die Branche liefert weiterhin das Rückgrat der aktuellen Börsenhausse, und speziell Halbleiter für KI-Rechenzentren gelten als Kern des neuen Investitionszyklus. Die Aufmerksamkeit verlagert sich dabei klar auf die Infrastruktur- und Inferenzphase, in der enorme Rechenleistung effizient bereitgestellt und vernetzt werden muss.

Marvell ist hier nicht bloß Zulieferer, sondern Partner großer Hyperscaler: Das Unternehmen liefert Custom Silicon für Amazons Trainium‑3-Chips sowie für Microsofts Maia-Lösungen. Damit sitzt Marvell an entscheidenden Schnittstellen der KI-Capex-Welle, die die großen Cloud-Anbieter derzeit ausrollen.

Auch die Produktseite der Finanzindustrie reagiert: UBS hat am 9. Januar strukturierte Produkte in Form contingent yield notes aufgelegt, die an die Kursentwicklung von Marvell gekoppelt sind. Solche Konstrukte unterstreichen den hohen Stellenwert, den die Aktie im institutionellen Handel für die nächsten zwölf Monate einnimmt.

Fazit: Wachstumsgeschichte mit klarer Agenda

Unter dem Strich steht ein Bild, das sich deutlich von der Vorstellung eines auslaufenden KI-Booms unterscheidet: Marvell meldet Rekordaufträge, plant eine Umsatzverdopplung im Geschäft mit KI-ASICs bis 2027 und setzt mit der XConn-Übernahme einen klaren Schwerpunkt auf die Beseitigung von Engpässen in KI-Clustern.

Für die Jahre 2026 und 2027 zeichnet das Management damit einen recht konkreten Fahrplan: zweistelliges Wachstum im Datacenter-Geschäft, wachsende Erträge aus maßgeschneiderten KI-Chips und ab der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 zusätzliche Erlöse aus der XConn-Integration. Wie stark sich diese Faktoren tatsächlich im Gewinn niederschlagen, werden vor allem die Resultate der kommenden Geschäftsjahre zeigen – die operative Agenda für weiteres Wachstum ist jedoch klar umrissen.

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