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Marvell Technology Aktie: Gegensätze

Marvell profitiert von der hohen Nachfrage nach kundenspezifischen KI-Chips, während institutionelle Investoren ihre Positionen gegensätzlich anpassen. Das Unternehmen meldet starkes Umsatzwachstum und startet ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Starke Nachfrage nach maßgeschneiderten KI-Chips
  • Gegensätzliche Umschichtungen großer Investoren
  • Umsatzwachstum von fast 37 Prozent
  • Aktienrückkäufe im Volumen von 5 Milliarden Dollar

Der KI-Boom sorgt in der Chipbranche für volle Auftragsbücher – doch bei Marvell Technology ziehen Großinvestoren aktuell nicht an einem Strang. Während Analysten die starke Position des Unternehmens im Markt für kundenspezifische KI-Chips hervorheben, zeigen neue Meldungen deutliche Umschichtungen in institutionellen Depots. Wie passt das zusammen – und was bedeutet es für die weitere Entwicklung der Aktie?

KI-Engpass als Chance im Custom-Silicon-Geschäft

Im Zentrum steht ein strukturelles Thema: der Ausbau der globalen KI-Infrastruktur. Ein aktueller Sektorbericht von KeyBanc-Analyst John Vinh vom 13. Januar 2026 beschreibt einen ausgesprochen angespannten Markt, getrieben von einer „AI-Driven Supply Crunch“.

Vor allem Hyperscaler – also große Cloud- und Plattformanbieter – treiben die Nachfrage nach Rechenkapazität nach oben. Das führt zu Engpässen bei Schlüsselkomponenten wie DRAM und NAND-Speicher. Standard-Hardware ist knapp, was Betreiber von Rechenzentren dazu zwingt, stärker auf maßgeschneiderte Lösungen auszuweichen.

Genau hier setzt Marvell an: Das Unternehmen ist im Bereich „Custom Silicon“ (ASIC) aktiv und liefert spezialisierte Interconnects und Prozessoren für KI-Rechenzentren. Laut dem KeyBanc-Bericht profitieren Anbieter wie Marvell davon, dass die begrenzte Verfügbarkeit standardisierter Compute-Ressourcen den Einsatz kundenspezifischer Chips attraktiver macht – ein Trend, der direkt in den Auftragsbestand hineinwirkt.

Große Adressen ziehen Kapital ab – und andere steigen ein

Trotz dieser Rückenwinde im KI-Segment zeigen jüngste Meldungen zu institutionellen Aktionären ein gemischtes Bild. Große Vermögensverwalter fahren ihre Positionen zurück, während andere Adressen die aktuellen Kurse für den Einstieg nutzen.

Verkäufe großer Investoren:

  • Nordea Investment Management AB hat im dritten Quartal 1.294.325 Marvell-Aktien abgegeben. Das entspricht einer Reduktion des Engagements um 18,0 %.
    Nach dem Verkauf hält Nordea noch rund 5,9 Millionen Aktien mit einem Volumen von etwa 494,2 Millionen US-Dollar.
  • Auch die Sumitomo Mitsui Trust Group hat ihre Beteiligung reduziert und 120.784 Aktien veräußert, was einem Rückgang der Position um 5,4 % entspricht.

Diese Abgaben erzeugen spürbaren Angebotsdruck, zumal der Streubesitz stark von institutionellen Investoren geprägt ist.

Gezielter Aufbau neuer Positionen:

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Auf der Gegenseite nutzen andere Investoren die Kurssituation, um Bestände aufzubauen oder neu in den Wert einzusteigen:

  • Elemental Capital Partners LLC hat erstmals eine Position in Marvell aufgebaut und 160.732 Aktien im Wert von 13,51 Millionen US-Dollar erworben.
  • S Bank Fund Management Ltd hat ihre Beteiligung deutlich um 23,3 % ausgebaut und hält nun 111.781 Aktien.

Insgesamt befinden sich aktuell 83,51 % der ausstehenden Aktien in den Händen institutioneller Anleger. Solche Verschiebungen können daher kurzfristig erheblichen Einfluss auf die Tagesvolatilität und die Richtung einzelner Kursbewegungen haben.

Fundamentale Lage: Wachstum und Rückflüsse an Aktionäre

Die Umschichtungen bei Großinvestoren finden vor dem Hintergrund einer operativ soliden Entwicklung statt. Marvell hat im dritten Quartal die Markterwartungen übertroffen.

  • Der Umsatz lag bei 2,07 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 36,8 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Der Gewinn je Aktie (EPS) betrug 0,76 US-Dollar und damit leicht über dem Konsens von 0,74 US-Dollar.

Parallel dazu verstärkt das Unternehmen die Rückführung von Kapital an die Aktionäre. Der Verwaltungsrat hat ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 5,0 Milliarden US-Dollar beschlossen. Damit könnten theoretisch bis zu 7,8 % der ausstehenden Aktien zurückgekauft werden, was insbesondere in Schwächephasen stützend auf den Kurs wirken kann.

Zusätzlich wurde eine Quartalsdividende von 0,06 US-Dollar je Aktie angekündigt. Der Ex-Dividenden-Tag wurde auf den 9. Januar 2026 festgelegt – Investoren mussten die Aktie also spätestens am Vortag im Depot haben, um die Ausschüttung zu erhalten.

Kursbild: Erholung, aber weiter anfällig

Charttechnisch bleibt der Titel trotz der guten Fundamentaldaten anfällig. Am gestrigen Dienstag schloss die Aktie bei 83,05 US-Dollar. Damit notiert sie zwar deutlich über dem 52‑Wochen-Tief von 44,32 US-Dollar, liegt aber weiterhin klar unter dem Jahreshoch von 123,40 US-Dollar. Der Abstand nach oben beträgt rund ein Drittel.

Positiv fällt ins Gewicht, dass der Kurs inzwischen über seinen zentralen gleitenden Durchschnitten liegt:
Der 50‑Tage-Durchschnitt verläuft bei 78,95 US-Dollar, der 200‑Tage-Durchschnitt bei 67,77 US-Dollar. Mit Aufschlägen von gut 5 % beziehungsweise rund 22 % signalisiert das derzeit ein mittelfristig konstruktives Bild, auch wenn der 12‑Monats-Vergleich mit einem Rückgang von etwa 26 % noch schwach ausfällt. Der RSI von 65,8 deutet zudem auf ein bereits fortgeschrittenes Momentum hin, ohne aber klar in überkauftes Terrain vorzustoßen.

Im Ergebnis prallen bei Marvell derzeit mehrere Kräfte aufeinander: strukturelle Wachstumsfantasie durch den KI-getriebenen Custom-Silicon-Bedarf, solide Zahlen und ein großes Rückkaufprogramm auf der einen Seite – und spürbare Umschichtungen großer Investoren sowie ein noch nicht vollständig gefestigtes Chartbild auf der anderen. Entscheidend für die nächste Phase werden die weiteren Signale aus dem KI-Infrastrukturmarkt und die kommenden Quartalszahlen sein, ob das hohe Wachstumstempo im Custom-Segment bestätigt werden kann.

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