Die KI-Welle rollt längst nicht mehr nur über die GPU-Hersteller hinweg. Jetzt rückt die Frage in den Vordergrund, wie Daten in gigantischen Rechenzentren überhaupt schnell genug bewegt werden können – und genau hier positioniert sich Marvell Technology. Nach mehreren gezielten Zukäufen und strategischen Weichenstellungen richtet der Konzern sein Geschäft konsequent auf Hochgeschwindigkeits-Verbindungen und maßgeschneiderte Chips für KI-Rechenzentren aus.
Vom Rechenkern zur Verbindungsschicht
Im ersten KI-Hype stand vor allem die Rechenleistung im Mittelpunkt – sprich: GPUs. Inzwischen erkennen Investoren jedoch zunehmend, dass ohne leistungsfähige Verbindungen zwischen den Chips die schönsten KI-Cluster ausgebremst werden.
Marvell hat darauf reagiert und seinen Schwerpunkt klar auf High-Speed-Datenübertragung gelegt. Branchenbeobachter sehen gerade hier einen Engpass für die nächste Generation von KI-Anwendungen. Die jüngsten Schritte des Unternehmens zielen darauf ab, Schlüsseltechnologien für optische Netze und spezialisierte ASICs (anwendungsspezifische Chips) unter einem Dach zu bündeln.
Der Aktienkurs spiegelt die hohe Erwartungshaltung und gleichzeitig die gestiegenen Unsicherheiten wider: Auf Sicht von zwölf Monaten liegt der Titel rund 30 % im Minus, nachdem er sich zuvor dem Bereich um 115 Euro angenähert hatte.
Drei zentrale Themen für Anleger
1. Integration der Zukäufe
Marvell hat sich in den vergangenen Quartalen gezielt Kompetenzen in Bereichen wie Advanced Switching und optische Interconnects gesichert. Besonders im Fokus stehen Aktivitäten rund um PCIe- und CXL-Technologien, die als Basis für sogenannte „Composable Infrastructure“ gelten – also flexible Rechenzentrumsarchitekturen, bei denen Rechenleistung, Speicher und Beschleuniger dynamisch verbunden werden.
Der Markt schaut nun genau hin, ob diese Bausteine nicht nur technologisch zusammenpassen, sondern auch kommerziell greifen. Entscheidend wird sein, ob Marvell mit diesen Lösungen konkrete Design-Wins bei großen Cloud-Anbietern und Hyperscalern vorweisen kann. Erst dann lassen sich Umsatz- und Margeneffekte belastbarer einschätzen.
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2. Maßgeschneiderte Chips für Cloud-Giganten
Ein weiterer Trend verändert die Rollen im Halbleitermarkt: Große Cloud-Konzerne entwickeln zunehmend eigene Chips, um Kosten, Effizienz und Leistungsprofil besser zu steuern. Für klassische Chipdesigner ist das Chance und Risiko zugleich.
Marvell setzt genau hier an und versucht, sich als Partner für komplexe Custom-ASIC-Projekte bei Tier-1-Cloudkunden zu etablieren. Im Mittelpunkt steht weniger der Massenmarkt, sondern wenige, dafür sehr hochwertige und technisch anspruchsvolle Projekte. Investoren achten daher stark auf qualitative Hinweise zur Pipeline solcher Aufträge – etwa zur Zahl der laufenden Designs, zum Fortschritt bei der Umsetzung und zu ersten Ramp-Ups im Rechenzentrumsbereich.
3. Spannungsfeld: Data Center vs. Carrier
Wie bei vielen Halbleiterwerten zeigt sich ein deutliches Gefälle zwischen den Endmärkten. Während klassische Enterprise- und Carrier-Infrastruktur eher von zyklischen Anpassungen geprägt ist, fungiert der Data-Center-Bereich als Wachstumstreiber – insbesondere durch KI.
Für Marvell ist daher entscheidend, ob das AI-getriebene Rechenzentrums-Geschäft schwächere Nachfrage in traditionellen Netzwerkssegmenten kompensieren kann. Marktteilnehmer werden genau darauf achten, wie sich der Umsatzmix verschiebt und welche Segmente im kommenden Geschäftsjahr den Takt vorgeben.
Brancheneinordnung und wichtiger Termin
Die Halbleiterbranche insgesamt steht derzeit unter hohem Investitionsdruck: Der Aufbau von KI-Kapazitäten erfordert enorme Kapitalausgaben, während außerhalb des KI-Segments teilweise noch Lagerbestände abgebaut werden. Anbieter mit klarer Ausrichtung auf optische Verbindungen und spezialisierte Rechenzentrums-Bausteine werden dabei zunehmend anders bewertet als Hersteller, die stärker von Standard-CPUs oder Konsumelektronik abhängen.
Für Marvell rückt jetzt ein konkreter Termin in den Vordergrund: Der Bericht zum Fiscal Q4 2026, der traditionell Anfang März erwartet wird. Dann legt das Unternehmen offen, wie das Geschäftsjahr abgeschlossen wurde und welche Prioritäten bei Kapitalallokation und F&E-Budgets für das Fiskaljahr 2027 gesetzt werden. Vor allem die Aussagen zu KI-Rechenzentren, Custom-ASIC-Pipeline und der Integration der jüngsten Zukäufe dürften den weiteren Kursverlauf maßgeblich prägen.
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