Marvell Technology setzt gleich an mehreren Fronten auf Wachstum – und wird dafür an der Börse zunächst abgestraft. Nach der Ankündigung großer Zukäufe im KI-Bereich und eines neuen milliardenschweren Aktienrückkaufprogramms dreht die Aktie nach unten. Wie passt dieser kurzfristige Rückschlag zu den ambitionierten Plänen im Hintergrund?
Kursdruck trotz Wachstumsplänen
Am Mittwoch schloss die Marvell-Aktie bei 84,64 US‑Dollar und damit spürbar schwächer. Auf Wochensicht liegt der Titel leicht im Minus, auf 30-Tage-Sicht dagegen deutlich im Plus – nach einer kräftigen Erholung vom 52‑Wochen-Tief. Vom Hoch der vergangenen zwölf Monate ist die Aktie aber noch klar entfernt, was zeigt: Der Markt ist trotz der jüngsten Erholung noch nicht vollständig überzeugt.
Fundamental wird Marvell aktuell mit einem bereinigten KGV von rund 32 bewertet. Melius Research hat die Aktie am 5. Januar auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 135 US‑Dollar ausgerufen – das entspricht einem deutlichen Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs.
Aggressive Expansion im KI-Datacenter
Zentrales Thema ist die Erweiterung des Geschäfts im Bereich Rechenzentrums-Konnektivität für KI-Anwendungen. Marvell übernimmt XConn Technologies für rund 540 Millionen US‑Dollar. Der Deal wird zu 60 Prozent in bar und zu 40 Prozent in Aktien bezahlt.
Mit XConn stärkt Marvell sein Portfolio bei PCIe- und CXL-Switch-Chips – Schlüsselkomponenten für den Aufbau moderner KI-Cluster. Zusammen mit der bereits gemeldeten Übernahme von Celestial AI im Volumen von 3,25 Milliarden US‑Dollar ergibt sich eine klare Stoßrichtung: Marvell will sich als zentrale Infrastruktur-Plattform für KI-Datenströme positionieren.
Kurzfristig sorgen die Akquisitionen jedoch für Fragen. Zum einen belasten Kaufpreise und Integrationskosten die Gewinnmargen, zum anderen führt der Aktieneinsatz zu Verwässerung. Der gestrige Kursrückgang spiegelt diese Bedenken wider, auch vor dem Hintergrund einer allgemein schwächeren Stimmung im Halbleitersektor, der am Mittwoch ebenfalls nachgab.
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Milliarden für Rückkäufe und Dividende
Parallel zur Expansionsstrategie setzt Marvell stark auf Kapitalrückführung an die Aktionäre. Der Vorstand hat ein neues Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden US‑Dollar beschlossen. Das Volumen entspricht etwa 7,8 Prozent der ausstehenden Aktien und kann einen Teil der Verwässerung aus den Akquisitionen auffangen sowie bei Schwächephasen einen stabilisierenden Effekt auf den Kurs haben.
Zudem zahlt Marvell weiterhin Dividende. Die quartalsweise Ausschüttung liegt bei 0,06 US‑Dollar je Aktie. Entscheidend für kurzfristig orientierte Anleger ist der Ex-Dividenden-Tag: Die Aktie wird am 9. Januar ex Dividende gehandelt, wer die Zahlung erhalten will, muss die Papiere spätestens zum Handelsschluss heute im Depot haben.
Institutionelle Bewegungen und Insiderverkauf
Die jüngsten 13F-Meldungen zeigen ein gemischtes Bild auf institutioneller Seite. Commonwealth Equity Services hat seine Beteiligung um 60,8 Prozent ausgebaut und hält nun Marvell-Aktien im Wert von über 34 Millionen US‑Dollar. Dagegen hat Robeco Institutional Asset Management seine Position deutlich um 72,9 Prozent reduziert.
Auf Managementebene gab es ebenfalls Bewegung: Executive Vice President Mark Casper hat in dieser Woche 5.000 Aktien zu einem Kurs von 93,08 US‑Dollar verkauft und damit seinen Bestand um rund 20 Prozent verringert. Solche Verkäufe gelten häufig als vorsichtiges Signal, das Volumen bleibt hier aber überschaubar im Vergleich zu den Strömen auf institutioneller Seite.
Fazit: Kurzfristiger Druck, langfristige Wette auf KI-Infrastruktur
Die aktuelle Marktreaktion ist vor allem ein Ringen zwischen kurzfristigen Belastungsfaktoren und langfristigen Wachstumsargumenten. Auf der einen Seite stehen hohe Akquisitionskosten, mögliche Verwässerung und eine bereits ambitionierte Bewertung. Auf der anderen Seite stehen ein 5‑Milliarden‑Rückkaufprogramm, eine fortgesetzte Dividende und der gezielte Ausbau von Schlüsseltechnologien für KI-Rechenzentren. In den kommenden Wochen dürfte vor allem entscheidend sein, wie klar Marvell die Integration von XConn und Celestial AI sowie die Profitabilitätsziele im KI-Geschäft kommuniziert.
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