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Marvell Technology Aktie: AI-Fantasie zum Rabatt

Marvell Technology profitiert von der KI-Nachfrage, zeigt Umsatzwachstum von über 50% und erhält ein positives Analystenrating von RBC Capital mit einem Kursziel von 105 US-Dollar.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neues Outperform-Rating von RBC Capital
  • Umsatzwachstum von 51 Prozent im laufenden Jahr
  • Mehrere neue KI-Chip-Designs für Hyperscaler
  • Bewertung unterhalb des Tech-Durchschnitts

Marvell Technology rückt mit neuen Analystenratings und starken Wachstumszahlen wieder in den AI-Fokus. Ein frisches “Outperform” von RBC Capital, kräftig steigende Umsätze und tiefe Verankerung bei großen Cloud-Kunden zeichnen ein klares Bild: Der Chip-Spezialist soll zu den Profiteuren des nächsten AI-Ausbauschubs gehören. Doch wie stichhaltig ist dieses Wachstumsnarrativ?

Neuer Rückenwind von RBC Capital

Auslöser der jüngsten Aufmerksamkeit ist eine neue Einschätzung von RBC Capital. Die Investmentbank hat gestern die Beobachtung der Aktie aufgenommen und mit “Outperform” eingestuft. Das Kursziel liegt bei 105 US-Dollar und impliziert damit einen Aufschlag von deutlich über 30 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs.

Die Begründung: Marvell gilt für RBC als zentraler Zulieferer für Amazons AWS-Trainium4-Chip, einen wichtigen Baustein der AI-Infrastruktur des Cloud-Giganten. Damit sitzt das Unternehmen direkt an einer der heißesten Schnittstellen der aktuellen Chip-Nachfrage – maßgeschneiderte AI-Hardware für Hyperscaler.

RBC liegt mit dieser Einschätzung nicht im luftleeren Raum. Die Bewertung reiht sich in ein insgesamt wachstumsorientiertes Analystenbild ein, das Marvell klar als Profiteur der AI-Investitionswelle sieht.

Wachstumsstory in den Zahlen

Die positive Analystenstimmung fußt auf deutlich verbesserten Fundamentaldaten. Vor allem im laufenden Geschäftsjahr zeigt Marvell ein starkes Wachstumstempo:

  • Umsatz in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026: knapp 6 Mrd. US-Dollar, plus 51 % gegenüber dem Vorjahr
  • Non-GAAP-Gewinn je Aktie: mehr als verdoppelt auf 2,05 US-Dollar
  • Fünf neue Design-Wins für AI-Chips
  • Zwölf kundenspezifische AI-Chipdesigns in Arbeit, verteilt auf die vier größten US-Hyperscaler

Prognosen sehen den Umsatz für das gesamte Geschäftsjahr 2026 bei rund 8,35 Mrd. US-Dollar. Das entspräche einem Plus von gut 44 % gegenüber dem Vorjahr. Getrieben wird diese Dynamik vor allem durch die Nachfrage nach kundenspezifischen Compute-Lösungen und optischen Verbindungs-Technologien, die bei großen Rechenzentren und AI-Clustern eine Schlüsselrolle spielen.

An der Börse spiegelt sich das in einer kräftigen Erholung wider: Auf Sicht von 30 Tagen legte die Aktie um rund 15 % zu, liegt aber im Zwölfmonatsvergleich immer noch fast 30 % im Minus und notiert gut ein Drittel unter dem 52‑Wochen-Hoch. Der Titel kommt also von unten, bleibt aber historisch betrachtet eher im Mittelfeld seiner Spanne.

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Insiderverkauf: Entwarnung aus den Details

Für kurze Irritation könnten jüngste Insidertransaktionen gesorgt haben. Mark Casper, Executive Vice President bei Marvell, hat am 5. Januar 2026 rund 5.000 Aktien veräußert.

Wichtig ist hier jedoch der Kontext: Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines vorab festgelegten Rule-10b5‑1-Handelsplans. Solche Programme erlauben es Führungskräften, Verkäufe automatisiert und unabhängig vom tagesaktuellen Informationsstand abzuwickeln – oft aus Gründen wie Vermögensstreuung oder Steuerplanung. Der Vorgang ist daher nicht zwingend ein Hinweis auf eine veränderte Einschätzung der Unternehmensperspektiven durch das Management.

Strukturiertes Interesse und Bewertung

Parallel zeigt sich auch bei institutionellen Produkten Bewegung rund um die Aktie. UBS hat am 15. Januar 2026 strukturierte “Trigger Autocallable Contingent Yield Notes” mit Bezug auf Marvell emittiert, mit Laufzeit bis 2027. Solche Produkte deuten darauf hin, dass Banken gezielt Anlagelösungen rund um die erwartete Kursentwicklung und die hohe Volatilität der Aktie gestalten.

Bewertungsseitig notiert Marvell auf Basis der erwarteten Gewinne mit einem Forward-KGV von etwa 23. Damit liegt der Titel unter dem Durchschnitt des Nasdaq‑100, der derzeit grob im Bereich von 26 bis 28 gehandelt wird. Vor dem Hintergrund des starken AI-Wachstums wirkt die Aktie damit nicht teuer, sondern eher wie ein Wachstumswert mit leichtem Bewertungsabschlag gegenüber vielen Tech-Peers.

Gestern schloss die Aktie bei 80,38 US-Dollar, was auf Wochensicht zwar ein leichtes Minus bedeutet, den deutlichen 30‑Tage-Anstieg und den Abstand zum bisherigen Jahreshoch aber intakt lässt.

Fazit: Wachstum mit Bewertungsreserve

Unterm Strich verbindet Marvell aktuell mehrere Elemente, die den AI-Investmentcase stützen: ein stark wachsender Umsatz, klar erkennbare Design-Wins bei führenden Hyperscalern, ein neues positives Analystenrating mit hoher Kurszielspanne und eine Bewertung unterhalb des breiten Tech-Benchmarks. Kurzfristig bleibt die Aktie mit einer annualisierten 30‑Tage-Volatilität von knapp 69 % schwankungsanfällig, mittel- bis langfristig hängt die weitere Entwicklung vor allem daran, ob das Unternehmen die erwarteten AI-Umsätze in den nächsten Quartalen tatsächlich in vergleichbar hohes Gewinnwachstum umsetzen kann.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.