Marvell Technology erlebt den seltenen Mix aus KI-Euphorie und technischer Überhitzung. Nvidia-Chef Jensen Huang adelte den Chipkonzern auf der Computex in Taipeh als möglichen nächsten Billionen-Dollar-Kandidaten. Der Kurs läuft derweil so heiß, dass selbst überzeugte Wachstumsinvestoren genauer hinsehen.
Nvidia liefert den Treibstoff
Der Auslöser der jüngsten Rally liegt klar im KI-Ökosystem. Huang hob Marvells Rolle bei Spezialchips und Netzwerkhardware hervor. Genau dort entsteht der Engpass, wenn KI-Rechenzentren immer größere Datenmengen bewegen müssen.
Nvidia hatte im März 2026 bereits zwei Milliarden Dollar in Marvell investiert. Die Kooperation zielt auf Marvells kundenspezifische XPUs und Netzwerklösungen für Nvidias NVLink-Fusion-Plattform. Das adressiert KI-Rechenzentren und Telekom-Infrastruktur.
Damit rückt Marvell tiefer in die Lieferkette der KI-Infrastruktur. Es geht nicht nur um Rechenleistung. Es geht um Verbindungstechnik, Datenfluss und Effizienz zwischen Chips, Servern und Netzwerken.
Stifel schraubt Kursziel hoch
Stifel-Analyst Tore Svanberg reagierte mit einer deutlichen Neubewertung. Er hob das Kursziel von 230 auf 321 Dollar an und bestätigte sein Kaufvotum. Die Bewertung basiert auf dem 55-fachen des erwarteten Gewinns für das Kalenderjahr 2027.
Auch CEO Matthew Murphy spielte auf der Computex genau diese Karte. Seine Botschaft: Die Zukunft der KI-Skalierung hängt an Konnektivität. Das Rechenzentrumsgeschäft steht inzwischen für mehr als 75 Prozent des Umsatzes, nach weniger als 10 Prozent vor zehn Jahren.
Das ist mehr als ein zyklischer Nachfrageschub. Marvell hat sein Geschäftsprofil massiv verschoben. Aus einem breiter aufgestellten Chipanbieter wird zunehmend ein Infrastrukturwert für KI-Netzwerke.
Rekordumsatz, hohe Erwartungen
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Marvell einen Rekordumsatz von 2,418 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 28 Prozent zum Vorjahr. Allein das Rechenzentrumsgeschäft steuerte 1,83 Milliarden Dollar bei.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Marvell Technology?
Auch die Profitabilität stützt die Story. Der operative Cashflow lag bei 638,8 Millionen Dollar. Der Nettogewinn erreichte 718 Millionen Dollar.
Die Ziele bleiben ambitioniert:
- Zweites Fiskalquartal: rund 2,7 Milliarden Dollar Umsatz, plus 35 Prozent
- Geschäftsjahr 2027: 11,5 Milliarden Dollar Umsatz
- Geschäftsjahr 2028: 16,5 Milliarden Dollar Umsatz
Operativ baut Marvell sein Portfolio weiter aus. Der Teralynx T100 Switch kommt auf 102,4 Tbps. Dazu kamen 2026 die Akquisitionen von Celestial AI und XConn.
Aktie ist heiß gelaufen
Am Donnerstag notiert die Aktie bei 254,50 Euro, ein Minus von 2,27 Prozent. In den vergangenen sieben Tagen steht trotzdem ein Plus von 44,57 Prozent.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Anstieg auf 233,64 Prozent. Das Hoch lag am Vortag bei 290,35 Euro. Der Abstand dazu beträgt 12,35 Prozent.
Technisch wirkt die Bewegung überdehnt. Der RSI liegt bei 83,6, die annualisierte Volatilität über 30 Tage bei 108,57 Prozent. Der Kurs notiert zudem 188,70 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt.
Kurz gesagt: Die Wachstumsstory ist stark, der Kurs preist aber bereits viel davon ein. Marvell muss nun zeigen, dass die KI-Nachfrage nicht nur Schlagzeilen liefert, sondern die hohen Umsatzziele weiter trägt. Gelingt das, bleibt die Aktie einer der auffälligsten Profiteure des KI-Infrastrukturbooms.
Marvell Technology-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Marvell Technology-Analyse vom 4. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Marvell Technology-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Marvell Technology-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Marvell Technology: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
