Heute Abend wird es für Marvell Technology spannend: Nach Börsenschluss legt der Chipentwickler seine Zahlen für das vierte Geschäftsquartal 2026 vor. Im Mittelpunkt steht dabei ein Bereich, der zuletzt immer stärker zum Wachstumsmotor wurde – das Rechenzentrumsgeschäft rund um kundenspezifische KI-Chips. Kann Marvell die hohen Erwartungen an dieses Segment erneut bestätigen?
Rechenzentren als Wachstumstreiber
Das Management hatte für das Quartal zuletzt einen Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Das entspräche einem Wachstum von 21% gegenüber dem Vorjahr. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie (Non-GAAP) stehen 79 US-Cent als Zielgröße im Raum.
Der entscheidende Punkt: Analysten erwarten, dass das Data-Center-Segment fast zwei Drittel des Quartalsumsatzes ausmacht. Für diesen Bereich werden rund 1,6 Milliarden Dollar veranschlagt. Der Hintergrund ist die anhaltend hohe Nachfrage großer Cloud-Anbieter, die ihre Infrastruktur weiter ausbauen und dafür spezialisierte Hardware benötigen.
Zukäufe und Netzwerktechnik im Rampenlicht
Um im sogenannten Scale-up-Networking stärker zu werden, hat Marvell zuletzt die Übernahmen von Celestial AI und XConn Technologies abgeschlossen. Damit will das Unternehmen sein Portfolio bei optischen Interconnect-Technologien und Switching-Chips verbreitern – also genau bei Komponenten, die in Rechenzentren für schnelle Datenströme gebraucht werden.
Zusätzlich treibt Marvell die „Golden Cable“-Initiative voran. Ziel ist es, das Ökosystem aktiver elektrischer Kabel zu beschleunigen, die für hochdichte Verbindungen innerhalb von Server-Racks wichtig sind. Unterm Strich geht es darum, die physikalischen Grenzen bei schnellen Datenübertragungen besser in den Griff zu bekommen – ein zentraler Engpass bei rechenintensiven KI-Workloads.
Rückenwind sieht auch die Analystenseite: JPMorgan verwies zuletzt auf eine gute Dynamik in wichtigen kundenspezifischen Chipprogrammen sowie auf starke Nachfrage nach optischen digitalen Signalprozessoren (DSPs) für hohe Bandbreiten und geringe Latenzen. RBC Capital Markets betonte ebenfalls die Stärke der optischen Produktpalette als Basis für ein solides Quartal.
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Gegenwind im „alten“ Geschäft
So stark die Infrastrukturthemen wirken, so zäh bleibt es in anderen Bereichen. Marvell sieht laut Umfeld weiterhin Hürden durch makroökonomische Unsicherheiten und schwächere zyklische Nachfrage – besonders in Automotive und Industrie.
Im Vorquartal waren die Umsätze dort im Jahresvergleich deutlich rückläufig. Als Gründe wurden unter anderem der Verkauf des Automotive-Ethernet-Geschäfts sowie ein weiterhin ungleichmäßiges Bestellverhalten genannt. Dazu kommen operative Risiken, die für Custom-Chip-Anbieter typisch sind: Exportrestriktionen und globale Lieferketten-Themen können Programme verzögern oder Planung erschweren, gerade wenn viel am Geschäft mit großen Unternehmenskunden hängt.
Zum Hintergrund passt auch das Bild bei den Großanlegern: In aktuellen Meldungen stockten Vanguard und State Street ihre Positionen auf, während andere Investoren reduzierten. Das spiegelt die Abwägung wider zwischen attraktivem Wachstum im Rechenzentrum und dem Risiko, dass Custom-Projekte schwankungsanfälliger sein können.
Ein kurzer Blick auf den Kurs unterstreicht diese Gemengelage: Seit Jahresanfang liegt die Aktie trotz jüngster Stabilisierung insgesamt im Minus (YTD: -12,05%).
Nach Börsenschluss heute zählen damit vor allem zwei Punkte: Ob Marvell bei Umsatz und Gewinn die eigene Prognose erreicht – und ob das Data-Center-Geschäft samt KI-Programmen die erwartete Größenordnung liefert, während die schwächeren Segmente nicht stärker bremsen als bislang.
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