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Marvell: 20 Prozent Minus nach TSMC-Schock

Marvell Technology verliert trotz TSMC-Wachstumsprognose deutlich. Steigende Investitionen und Margendruck lösen Verkaufswelle bei Halbleiterwerten aus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • TSMC-Investitionen belasten Branchenstimmung
  • Analystenstufe von Buy auf Hold gesenkt
  • Insiderverkäufe in Höhe von 27 Mio. Dollar
  • Aktie notiert 43 Prozent unter Jahreshoch

TSMC liefert starke Zahlen. Trotzdem bricht der Aktienkurs von Marvell Technology weiter ein. Der Grund liegt nicht im Umsatz, sondern in den Kosten der Zukunft.

Marvell schloss am Donnerstag bei 164,76 Euro. Das sind 20,23 Prozent weniger als vor sieben Handelstagen. Über einen Monat beträgt das Minus sogar 34,71 Prozent.

TSMC zwingt die Branche zum Umdenken

Auslöser der Talfahrt war der Quartalsbericht von Taiwan Semiconductor Manufacturing Company. Der Auftragsfertiger hob seine Umsatzprognose für 2026 auf ein Wachstum von gut 40 Prozent an. Das klingt zunächst nach guten Nachrichten für die gesamte Chipbranche.

Der Haken folgt im Kleingedruckten. TSMC erhöhte parallel seine Investitionsplanung auf bis zu 64 Milliarden Dollar, deutlich mehr als die zuvor genannte Obergrenze von 56 Milliarden Dollar. Zusätzlich rechnet der Konzern für das dritte Quartal mit einer operativen Marge, die knapp unter den Erwartungen der Analysten liegt. Der Grund: Die Auslandsexpansion und der Hochlauf der neuen 2-Nanometer-Fertigung drücken in der zweiten Jahreshälfte auf die Bruttomarge.

Für Anleger bedeutet das: Wachstum kostet mehr, als bisher gedacht. Diese Botschaft reichte aus, um eine Verkaufswelle loszutreten, die tags zuvor bereits mit ASML begonnen hatte. Marvell verlor im Nachmittagshandel 8,4 Prozent. Auch Speicherchip-Hersteller wie Micron Technology und SanDisk gerieten unter Druck.

Abstufung verstärkt den Abwärtsdruck

Zur schwachen Stimmung kommt eine Analystenmeinung, die noch immer nachwirkt. Die Erste Group Bank stufte Marvell bereits am 14. Juli von „Buy“ auf „Hold“ zurück. Analyst Hans Engel begründete den Schritt mit der Bewertung der Aktie.

Sein Argument: Trotz starker Aussichten – ein erwarteter Quartalsumsatz von rund 2,7 Milliarden Dollar bei 35 Prozent Wachstum zum Vorjahr und einem Gewinn je Aktie von etwa 0,93 Dollar – lässt der Kursanstieg von rund 208 Prozent im vergangenen Jahr kaum noch Sicherheitspuffer. Engel zweifelt zudem, ob Marvell seine operative Marge weiter ausbauen kann. Das Unternehmen hängt stark von wenigen Großkunden aus dem Hyperscale-Segment ab.

Hinzu kommt ein weiteres Warnsignal aus dem eigenen Haus. Firmeninsider verkauften in den vergangenen drei Monaten Marvell-Aktien im Wert von rund 27,2 Millionen Dollar. Für viele Marktbeobachter ist das ein zusätzlicher Grund zur Vorsicht.

Der breitere Marktrahmen

Der Rückzug aus Chipwerten blieb nicht auf Marvell beschränkt. Der Nasdaq Composite gab um 0,6 Prozent nach, angeführt von Halbleiterwerten. Der S&P 500 verlor 0,2 Prozent. Zusätzlich belastet ein eskalierender Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Risikobereitschaft an den Märkten.

Nicht alle Analysten sehen die Lage kritisch. KeyBanc hob das Kursziel für Marvell auf 400 Dollar an, von zuvor 385 Dollar, und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Das zeigt die Kluft zwischen kurzfristiger Bewertungssorge und langfristiger Zuversicht rund um die KI-Nachfrage in Rechenzentren.

Charttechnik zeigt überverkaufte Aktie

Die Kursbewegung spiegelt das Ausmaß der jüngsten Korrektur wider. Marvell notiert derzeit 43,25 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 290,35 Euro, erreicht am 3. Juni 2026. Der 14-Tage-RSI von 35,1 signalisiert eine überverkaufte Aktie.

Die 30-Tage-Volatilität von 102,80 Prozent auf Jahresbasis unterstreicht die Nervosität rund um den Titel. Trotz des scharfen Rückschlags steht Marvell seit Jahresbeginn noch immer mit 115,99 Prozent im Plus. Über zwölf Monate beträgt der Gewinn sogar 165,27 Prozent – ein Beleg dafür, wie stark die KI-Rally vor der aktuellen Korrektur ausgefallen war.

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Diskussion zu Marvell Technology

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.