Marinomed Biotech kämpft an der Börse ums Überleben. Am Mittwoch stürzte die Aktie des Wiener Unternehmens um fast 15 Prozent auf 4,00 Euro ab. Die Hoffnung auf eine schnelle Rettung weicht einer tiefen Verunsicherung über das laufende Sanierungsverfahren.
Austritt des Market Makers verschärft die Lage
Der Handel mit den Papieren ist schwierig geworden. Die Raiffeisen Bank International stellte ihre Liquiditätsleistungen mit sofortiger Wirkung ein. Damit entfällt ein wichtiger Puffer für den Aktienkurs.
Die Folge: Die Spannen zwischen Geld- und Briefkursen sind enorm gestiegen. Schon kleine Verkaufsorders führen nun zu überproportionalen Kursstürzen nach unten. Das Management sucht derzeit nach einem neuen Partner, um die Liquidität an der Wiener Börse wiederherzustellen.
Geplatzter Deal bringt Finanzplan ins Wanken
Die operative Lage bleibt kritisch. Marinomed durchläuft ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Der Auslöser war das Scheitern der Verhandlungen mit Unither Pharmaceuticals. Geplante Zahlungen aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäfts fielen damit aus. Diese Mittel waren fest für die Bedienung der Gläubiger eingeplant.
Das Unternehmen drücken Schulden von rund 27,9 Millionen Euro. Ein neuer Plan soll nun die finanzielle Stabilität sichern. Dabei setzt der Vorstand auf die Verwertung der Marinosolv-Plattform. Das Management prüft parallel dazu rechtliche Ansprüche gegenüber Unither Pharmaceuticals.
Analysten setzen Bewertung aus
Die Experten der GBC AG haben auf die Ungewissheit reagiert. Sie setzen ihr Rating und das Kursziel für die Aktie vorerst aus. Eine verlässliche Einschätzung der künftigen Kapitalstruktur ist derzeit kaum möglich. Zudem müssen Investoren länger auf Zahlen warten. Marinomed verschob die Veröffentlichung des Halbjahresberichts auf unbestimmte Zeit.
Ein neuer Termin für den Finanzbericht soll im Laufe des dritten Quartals folgen. Bis dahin hängt die Zukunft des Unternehmens von den Fortschritten der Restrukturierung ab. Klarheit über die Quote für die Gläubiger gibt es aktuell nicht.
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