Die Chemiebranche steckt in einer der längsten Schwächephasen ihrer Geschichte – und LyondellBasell zieht jetzt die Notbremse. Der US-Konzern hat am Freitag eine drastische Kürzung seiner Quartalsdividende verkündet. Statt 1,37 Dollar gibt es künftig nur noch 0,69 Dollar je Aktie. Das entspricht einem Einschnitt von knapp 50 Prozent.
CEO Peter Vanacker begründete den Schritt mit den anhaltend schwierigen Marktbedingungen. „Wir haben die Entscheidung getroffen, die Dividende neu zu kalibrieren, um das Unternehmen besser für die Erholung zu positionieren“, erklärte er. Immerhin habe man im Jahr 2025 rund zwei Milliarden Dollar an die Aktionäre ausgeschüttet – aus bestehenden Mitteln und dem operativen Geschäft.
Cash-Flow unter Druck
Die neue Dividende wird am 9. März 2026 an Aktionäre ausgezahlt, die am 2. März im Register stehen. Der Ex-Dividenden-Tag ist der 27. Februar. Mit der Kürzung sinkt die jährliche Ausschüttung auf 2,76 Dollar, was einer Rendite von etwa fünf Prozent entspricht.
Analysten von Vital Knowledge hatten die Kürzung bereits erwartet. „Die meisten Marktteilnehmer gingen davon aus, dass die Dividende gekürzt werden würde, da 1,37 Dollar weit über dem Gewinn je Aktie der letzten Quartale lag“, schrieben sie in einer Einschätzung. Selbst die neue Ausschüttung stelle noch ein „sehr hohes Verhältnis“ dar. Andere Chemiekonzerne hätten während der Branchenflaute ebenfalls ihre Dividenden gesenkt.
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Erholung noch nicht in Sicht
Morgan Stanley hatte Anfang Februar bereits auf die angespannte Lage hingewiesen. LyondellBasell wolle zwar an seiner Dividende festhalten, doch die Kennzahlen würden zunehmend kritisch. Für 2026 hätte das Unternehmen rund 1,8 Milliarden Dollar aufbringen müssen, um die bisherige Dividende beizubehalten. Zudem verbieten Vereinbarungen in diesem Jahr Aktienrückkäufe.
Das Management geht davon aus, dass die Talsohle im vierten Quartal 2025 erreicht wurde. Es gibt erste Anzeichen für eine Nachfrageerholung, weniger Neubauten von Anlagen in China und eine mögliche Angebotsverknappung in Europa. Doch die Sichtweite bleibt begrenzt. Priorität hat für LyondellBasell derzeit die Wiederherstellung des Cash-Flows.
Die Aktie reagierte zunächst mit Verlusten auf die Nachricht, erholte sich dann aber wieder leicht. Vor Handelsbeginn notierte sie nur noch 0,1 Prozent im Minus. Langfristig bleibt der Konzern seinem Ziel treu, 70 Prozent des freien Cash-Flows über den Zyklus hinweg an die Aktionäre zurückzugeben. Doch erst einmal heißt es: Kosten senken, Zuverlässigkeit steigern und auf bessere Zeiten warten.
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