Lynas Rare Earths liefert widersprüchliche Signale. Während die Erlöse auf ein Rekordhoch kletterten, kämpft der australische Seltene-Erden-Spezialist mit operativen Rückschlägen. Anleger reagierten nervös auf die jüngsten Geschäftszahlen.
Produktion verfehlt Erwartungen
Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent auf 288,9 Millionen Australische Dollar (AUD). Trotz dieses starken Wachstums verfehlte Lynas die internen Ziele bei der Förderung wichtiger Metalle.
Besonders kritisch: Die Produktion von Neodym-Praseodym (NdPr) sank um elf Prozent auf 1.857 Tonnen. NdPr gilt als wichtigster Erbringer für die Margen des Konzerns.
Technische Probleme im Mt Weld Werk bremsten den Ablauf. Probleme beim Wasserrecycling und schwankende Erzqualitäten störten die Prozesse massiv. Das Management arbeitet an einer Stabilisierung der Abläufe.
Kostenexplosion in Malaysia
Zusätzlich belasten steigende Investitionskosten die Bilanz. Der Ausbau der Verarbeitungsanlage für schwere Seltene Erden in Malaysia wird deutlich teurer als ursprünglich geplant. Die geschätzten Kosten kletterten von 180 Millionen auf 294 Millionen AUD.
Verantwortlich dafür sind schärfere Anforderungen an die Produktreinheit. Parallel dazu verteuerte der Verzicht auf chinesische Lieferanten die Beschaffung von Spezialausrüstung. Dennoch erzielte das Unternehmen mit einem Durchschnittspreis von über 98 AUD pro Kilogramm einen Rekordwert im Verkauf.
Analysten korrigieren Kursziele
Die Reaktionen am Markt fielen gemischt aus. JPMorgan senkte das Kursziel auf 18,50 AUD und verwies auf die operativen Risiken bei der Skalierung. Die Experten von Canaccord Genuity bleiben optimistischer. Sie bestätigten ihre Kaufempfehlung mit einem Ziel von 21,00 AUD.
Technisch gesehen wirkt das Papier derzeit massiv unter Druck. Aktuell notiert die Aktie bei 8,15 Euro. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert mit einem Wert von 28 eine überverkaufte Lage nach dem Kursrutsch der letzten 30 Tage.
Interim-CEO Pol Le Roux setzt nun auf eine breitere Produktpalette. Erstmals produzierte das Unternehmen kommerzielle Mengen an Samariumoxid für die Luftfahrtindustrie. Die ersten Auslieferungen an Kunden sind für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 geplant. Mit Reserven von rund 1,2 Milliarden AUD ist der Hochlauf der neuen Produktionslinien finanziell abgesichert.
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