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LVMH- vs. Kering-Aktie: Stabilität oder Comeback-Wette?

LVMH punktet mit robuster Diversifikation und hohen Margen, während Kering auf den Turnaround seiner Schlüsselmarke Gucci setzt. Der Vergleich zeigt zwei grundverschiedene Anlageprofile.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • LVMH dominiert mit breiter Markenstreuung und hoher Profitabilität
  • Kering kämpft mit rückläufigen Margen und der Gucci-Krise
  • Externe Risiken wie US-Zölle treffen Kering härter
  • Zwei konträre Investment-Szenarien: Sicherheit vs. Spekulation

Im Ring der Luxus-Schwergewichte stehen sich zwei ungleiche Gegner gegenüber. In der roten Ecke: LVMH, der unangefochtene Weltmarktführer, breit aufgestellt und finanziell massiv gepolstert. In der blauen Ecke: Kering, der schlankere Herausforderer, der alles auf eine Karte setzt. Während LVMH wie ein schwerer Tanker durch die unruhige See steuert, kämpft Kering mit hausgemachten Problemen und hofft auf einen Neustart. Doch wer bietet Anlegern im aktuellen Umfeld aus Handelskonflikten und Konsumflaute die besseren Chancen?

David gegen Goliath: Wer hat die bessere Taktik?

Der Unterschied könnte kaum drastischer sein. LVMH ist mit rund 290 Milliarden Euro Börsenwert der unbestrittene Platzhirsch. Das Konglomerat gleicht einem gut diversifizierten Aktienfonds: Von Louis Vuitton Handtaschen über Tiffany-Schmuck bis hin zu Champagner deckt der Konzern alles ab. Schwächelt eine Sparte, fängt eine andere das auf.

Kering hingegen wirkt mit gut 33 Milliarden Euro Marktkapitalisierung wie ein Zwerg. Die Strategie ist hier Fokus statt Breite. Alles steht und fällt mit den wenigen Top-Marken, allen voran Gucci, Saint Laurent und Bottega Veneta. Das macht den Konzern agiler, aber auch deutlich anfälliger für Rückschläge bei einer einzelnen Brand. Während LVMH Stabilität durch Masse erzielt, bietet Kering den Hebel eines spezialisierten Players – mit allen Risiken.

Der Blick in die Kasse: Wer wirtschaftet profitabler?

Zahlen lügen nicht, und hier zeigt sich die Dominanz des Marktführers. LVMH ist eine Geldmaschine. Mit einer operativen Marge von 22,6 Prozent im ersten Halbjahr 2025 demonstriert der Konzern eine Preissetzungsmacht, von der die Konkurrenz nur träumen kann. Selbst in schwierigen Zeiten stabilisierte sich das organische Wachstum im dritten Quartal bei plus 1 Prozent.

Kering hingegen muss Federn lassen. Die operative Marge rutschte auf 12,8 Prozent ab – ein deutliches Warnsignal. Zwar konnte der Umsatzrückgang im dritten Quartal von minus 15 Prozent auf minus 5 Prozent eingedämmt werden, doch von Wachstum ist man noch weit entfernt. LVMH verteidigt seine Margenburg, während Kering Löcher stopfen muss.

KennzahlLVMHKering
Börsenwert (ca.)290,05 Mrd. €33,06 Mrd. €
Umsatz H1 202539,8 Mrd. €7,6 Mrd. €
Operative Marge H1 202522,6 %12,8 %
Trend Q3 2025 (vergleichbar)+1 % (Wachstum)-5 % (Rückgang)

Das Sorgenkind gegen die breite Brust

Das größte Risiko für Kering trägt einen Namen: Gucci. Die einstige Cashcow ist ins Straucheln geraten und verzeichnete zuletzt ein Minus von 14 Prozent. Die gesamte Wette auf die Kering-Aktie ist im Grunde eine Wette auf den erfolgreichen Turnaround dieser einen Marke. Gelingt der kreative Neustart, hat die Aktie enormes Aufholpotenzial. Scheitert er, wird die Luft dünn. Lichtblicke wie das Wachstum bei Kering Eyewear (+7 %) sind zwar nett, können das Gucci-Desaster aber nicht kompensieren.

LVMH spielt hier in einer anderen Liga. Die Abhängigkeit von einer einzelnen Marke ist weitaus geringer. Das Portfolio ist so robust, dass selbst eine Schwächephase bei Louis Vuitton durch andere Segmente wie Kosmetik (Sephora) abgefedert werden kann. Der Konzern ruht sich auf einem breiten Fundament aus, während Kering auf einem wackeligen Bein balanciert.

Gegenwind aus den USA: Wer steht stabiler?

Das makroökonomische Umfeld macht keinen Unterschied zwischen Riesen und Herausforderern. Die jüngsten Drohungen neuer US-Zölle auf europäische Luxusgüter haben beide Aktien unter Druck gesetzt. LVMH verlor zu Wochenbeginn rund 4 Prozent an Wert. Doch hier zeigt sich erneut die Qualität: LVMH gilt als „Fels in der Brandung“. Die hohe Profitabilität erlaubt es dem Konzern, externe Schocks wie Zölle oder Währungsschwankungen besser zu absorbieren.

Kering trifft der Gegenwind härter. Mitten im Umbauprozess sind externe Störfeuer Gift für die Bilanz. Wenn die Margen ohnehin unter Druck sind, schlagen Zölle direkt auf den Gewinn durch. LVMH hat den finanziellen Spielraum, um Marktanteile in der Krise sogar auszubauen, während Kering primär mit der eigenen Sanierung beschäftigt ist.

Fazit: Sicherheit oder Nervenkitzel?

Der Vergleich zeigt zwei völlig unterschiedliche Investment-Szenarien. LVMH ist die Wahl für Anleger, die ruhig schlafen wollen. Der Konzern liefert Qualität, hohe Margen und eine breite Risikostreuung. Das Wachstum mag moderater ausfallen, aber das Abwärtsrisiko ist begrenzt.

Kering ist die klassische Turnaround-Spekulation. Die Aktie ist optisch günstiger und bietet theoretisch den größeren Hebel, sollte die Wiederbelebung von Gucci gelingen. Doch das Risiko ist ungleich höher. Wer hier einsteigt, wettet darauf, dass der David seine Steinschleuder repariert bekommt, bevor der Goliath ihn endgültig abhängt. Aktuell hat LVMH im direkten Duell klar die besseren Karten.

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