Morgan Stanley hat seine Haltung zur LVMH-Aktie in zwei Schritten angepasst: erst die Abstufung auf „Equal Weight“, dann eine Kurszielreduktion von 635 auf 565 Euro — mit Verweis auf einen schwächer als erwarteten Jahresstart 2026. Die Aktie hat seit Jahresbeginn bereits rund 26 Prozent verloren und notiert damit deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 652,80 Euro.
Zölle belasten das Kerngeschäft
Das größte kurzfristige Risiko kommt aus Washington. Drohende US-Zölle auf französische Luxusimporte hatten zuletzt den gesamten Sektor belastet — LVMH, Kering und Hermès gerieten gleichermaßen unter Druck. Für die Fashion & Leather Goods Division schätzt Morgan Stanley den Zolleffekt auf rund minus 150 Basispunkte auf die Marge im laufenden Jahr.
Für das erste Quartal 2026 erwartet die Bank einen Umsatzrückgang von 1,5 Prozent in diesem Segment — während der Marktkonsens noch von einem Plus von 1,5 Prozent ausgeht. Die Lücke zwischen Bankenprognose und Konsens ist bemerkenswert. Verantwortlich dafür sind das Auslaufen der Murakami-Kollaboration, anhaltende Kaufzurückhaltung chinesischer Konsumenten und der Nahostkonflikt, der die Ausgaben wohlhabender Reisender dämpft.
LVMH prüft als Gegenmaßnahme eine Ausweitung der US-Produktion. Derzeit decken drei amerikanische Fertigungsstätten rund ein Drittel der dortigen Nachfrage. Preiserhöhungen seien laut Konzern ebenfalls Teil möglicher Antwortmaßnahmen.
Strukturelle Schwäche im Luxusmarkt
Das Jahrsergebnis 2025 spiegelt die Branchenprobleme wider: Der Konzernumsatz lag bei 80,8 Milliarden Euro, organisch ein Prozent unter Vorjahr. Das operative Ergebnis sank um 9 Prozent auf 17,8 Milliarden Euro. Besonders das Wines & Spirits-Segment schwächelte — ein organisches Minus von 5 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, belastet durch Handelsspannungen beim Cognac-Absatz in den USA und China.
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Morgan Stanley ordnet diese Entwicklung in einen strukturellen Kontext ein: 2025 war das zweite Kontraktionsjahr in Folge für den globalen Luxusgütermarkt. Die obere Mittelklasse, lange als Wachstumsreservoir gehandelt, hat sich als weniger belastbar erwiesen als erhofft.
Dividende stabil, Q1-Zahlen als Richtungsweiser
Trotz des schwierigen Umfelds schlägt LVMH auf der Hauptversammlung am 23. April eine Gesamtdividende von 13 Euro je Aktie vor. Der Restbetrag von 7,50 Euro je Aktie folgt am 30. April.
Entscheidender für die Kursentwicklung dürften jedoch die Q1-Zahlen am 13. April sein. Als größter und am breitesten aufgestellter Luxuskonzern weltweit wird LVMH dann den umfassendsten Einblick in die aktuelle Lage des Sektors liefern — und das Management-Kommentar zu China und dem globalen Konsumklima dürfte die Stimmung im gesamten Luxussegment prägen.
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