Der Luxusriese trennt sich von seinem Duty-Free-Geschäft in Hongkong und Macau. Die Tochter DFS verkauft ihre Einzelhandelsstandorte an den staatlich kontrollierten chinesischen Wettbewerber China Tourism Group (CTG) Duty Free. Die Transaktion soll in etwa zwei Monaten abgeschlossen sein – komplett in bar. Einen konkreten Kaufpreis nennt LVMH jedoch nicht.
Dabei hatte der Konzern in den 1990er Jahren rund 2,5 Milliarden US-Dollar für die Mehrheitsbeteiligung an DFS hingeblättert. Gründer Robert Miller behielt damals Anteile am Unternehmen. Jetzt beteiligen sich sowohl LVMH als auch die Familie Miller an einer Kapitalerhöhung der CTG Duty-Free und zeichnen in Hongkong notierte Aktien – allerdings nur mit einem „kleinen Teil“ ihrer Erlöse. Klingt nach einem bescheidenen Ende für ein einst strategisch wichtiges Standbein.
Rally vorbei?
Doch der Rückzug aus Großchina kommt nicht aus heiterem Himmel. Der Start ins Börsenjahr 2026 verlief für Europas Luxusbranche holprig. Nach der kräftigen Erholung seit dem Frühjahr 2025 mehren sich kritische Stimmen. Morgan Stanley stufte LVMH zu Wochenbeginn von „Übergewichten“ auf „Gleichgewichten“ herab. Die Begründung: ambitionierte Bewertungen, operative Impulse lassen auf sich warten.
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War die Rally der vergangenen Monate also zu viel des Guten? Mehrere Investmentbanken halten die aktuellen Kursniveaus für überzogen. Der Verkauf der DFS-Standorte wirkt da wie ein strategischer Rückzug aus einem schwierigen Markt – weniger wie proaktive Neupositionierung. Die Bären scheinen jedenfalls zunehmend das Ruder zu übernehmen.
Alles eine Frage des Timings
„Der Verkauf unserer Filialen in Hongkong und Macau markiert einen wichtigen Schritt für DFS“, verkündet CEO Ed Brennan. Ob dieser Schritt auch für LVMH selbst wichtig ist, bleibt offen. Fakt ist: Der Konzern zieht sich aus einem Markt zurück, der einst als Wachstumsmotor galt. Dass ausgerechnet jetzt, wo die Bewertungen unter Druck stehen, diese Entscheidung kommuniziert wird, dürfte das Vertrauen der Investoren kaum stärken.
Die vollständige Abwicklung in bar klingt solide. Doch ohne konkrete Zahlen zum Verkaufserlös bleibt viel Raum für Spekulationen. Hat LVMH einen guten Deal gemacht – oder musste man nehmen, was man kriegen konnte?
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