Firmengründer Bernard Arnault geht aufs Ganze: In acht Monaten kaufte der französische Milliardär LVMH-Aktien für 1,6 Milliarden Dollar. Ein strategischer Schachzug, der aufhorchen lässt – denn das Timing könnte perfekter nicht sein.
Kaufrausch in der Krise macht sich bezahlt
Arnault nutzte die Schwächephase seines eigenen Konzerns eiskalt aus. Zwischen Februar und September griff er über seine Holdinggesellschaften Financière Agache und Christian Dior SE massiv zu – genau dann, als schwache Quartalszahlen und Branchensorgen die Aktie drückten.
Die Zahlen der Offensive:
• 2,5 Millionen LVMH-Aktien gekauft
• Durchschnittspreis: 566 Euro je Aktie
• Tiefststand im Juni: 448 Euro
• Aktueller Kurs: 612 Euro
Der günstige Einkauf zahlt sich bereits aus. Nach der überraschenden Erholung im dritten Quartal steht die LVMH Aktie wieder deutlich höher.
Griff nach der absoluten Macht
Was bezweckt Arnault mit diesem Milliardenspiel? Die Antwort ist simpel: totale Kontrolle. Mit 49 Prozent des Kapitals und knapp 65 Prozent der Stimmrechte rückt die magische 50-Prozent-Marke in greifbare Nähe.
Finanzexperte Frederic Genevrier von AlphaValue bringt es auf den Punkt: „Arnault strebt eindeutig die absolute Mehrheit an.“ Eine logische Konsequenz seiner Konzentrationsstrategie, die er seit den 1980er Jahren verfolgt.
Luxus-Imperium auf Erfolgskurs
Die jüngsten Geschäftszahlen geben Arnault recht. Das dritte Quartal brachte die Trendwende: Währungsbelastungen sind überwunden, die Nachfrage in Asien zieht wieder an. Besonders die Selective Retailing-Sparte glänzte mit sieben Prozent organischem Wachstum.
Von Diversifikation hält Arnault wenig. Nur vier Milliarden Euro seines 195-Milliarden-Vermögens fließen in andere Investments. LVMH mit seinen Luxusmarken Louis Vuitton, Dior und Hennessy bleibt sein Lebenswerk – und seine beste Wette.
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