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LVMH Aktie: Gewinneinbruch schockiert

Der Luxuskonzern LVMH verzeichnet einen deutlichen Gewinn- und Umsatzrückgang für 2025, hauptsächlich getrieben durch Handelsstreitigkeiten und einen schwachen Euro.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gewinn sackt auf 10,9 Milliarden Euro ab
  • Cognac-Geschäft durch US-China-Konflikt belastet
  • Tiffany-Transformation zeigt erste Erfolge
  • Kostendisziplin stärkt freien Cashflow

Der Luxusgigant LVMH hat am Dienstag nach Börsenschluss Zahlen vorgelegt, die aufhorchen lassen. Der Gewinn sackte 2025 um 13 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro ab – ein deutliches Signal, dass selbst die Luxusbranche nicht immun gegen globale Handelskonflikte ist.

Handelskriege treffen ins Mark

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Umsatz rutschte um fünf Prozent auf knapp 81 Milliarden Euro. Organisch betrachtet bedeutet das ein Minus von einem Prozent. Besonders bitter: Das operative Ergebnis brach sogar um neun Prozent auf 17,8 Milliarden Euro ein. Verantwortlich dafür sind vor allem die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China, die das Geschäft mit Cognac regelrecht zum Erliegen brachten. In beiden Kernmärktenließen Verbraucher die edlen Spirituosen in den Regalen stehen.

CEO Bernard Arnault räumte auf der Analystenkonferenz ungewohnt offen ein: „Für Cognac stehen wir vor Schwierigkeiten aufgrund dieser Entwicklung.“ Die Hoffnung auf Entspannung bleibt vage – man arbeite an Vereinbarungen, habe mit China bereits Fortschritte erzielt.

Mode und Leder unter Druck

Doch nicht nur bei Wein und Spirituosen kriselt es. Auch die Sparte Mode und Lederaccessoires – traditionell das Zugpferd des Konzerns – musste Federn lassen. Sowohl Umsatz als auch Gewinn gingen prozentual zweistellig zurück. Die operative Marge liegt zwar noch immer bei beachtlichen 35 Prozent, doch das ist weit unter den Glanzzeiten.

Immerhin: Im zweiten Halbjahr gelang eine Stabilisierung. Das organische Wachstum drehte mit plus einem Prozent ins Plus. Louis Vuitton punktete mit spektakulären Store-Eröffnungen in Shanghai und Seoul, während Dior nach der Verpflichtung eines neuen Kreativdirektors Hoffnungen auf frischen Wind weckt.

Tiffany zeigt erste Erfolge

Ein Lichtblick findet sich ausgerechnet bei Tiffany. Die 2021 übernommene US-Schmuckikone macht Fortschritte bei der Transformation. Das Hochschmuck-Geschäft hat sich in vier Jahren verdreifacht, während der Silberanteil um mehr als ein Drittel schrumpfte. Rund ein Drittel der Stores wurde bereits im neuen Konzept umgebaut – mit beeindruckendem Ergebnis: Die überarbeiteten Läden erzielen 15 bis 20 Prozent höhere Umsätze.

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Schwacher Euro belastet zusätzlich

Neben den geopolitischen Unwägbarkeiten machte dem Konzern der starke Euro zu schaffen. Allein eine Milliarde Euro des Gewinnrückgangs geht auf das Konto ungünstiger Wechselkurse. CFO Delphine Cabanis warnte, dieser Effekt werde 2026 anhalten – wenn auch mit umgekehrter Dynamik über das Jahr verteilt.

Kostendisziplin als Antwort

Die Reaktion des Managements: eiserne Kostenkontrolle. Die operativen Ausgaben wurden um vier Prozent gesenkt, der freie Cashflow stieg trotz sinkender Gewinne um acht Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung liegt bei nur 6,9 Milliarden Euro – unter zehn Prozent des Umsatzes.

Für die Aktionäre bleibt die Dividende stabil bei 13 Euro je Anteilsschein. Eine Zwischendividende von 5,50 Euro wurde bereits im Dezember ausgezahlt.

Vorsichtiger Optimismus für 2026

Arnault gab sich auf der Pressekonferenz betont gelassen: „Wir sind eine Familiengruppe. Wir starren nicht auf Quartalszahlen, sondern investieren mittelfristig.“ Konkrete Prognosen blieb er schuldig, zeigte sich aber „zuversichtlich“ für das neue Jahr. Die Begründung: Die Nachfrage nach hochwertigen Produkten steige langfristig mit dem globalen Wohlstand.

Ob diese Rechnung aufgeht, muss sich zeigen. Die Börse reagierte zunächst verhalten positiv, drehte dann aber ins Minus. Auf Tradegate verlor die Aktie nachbörslich 1,2 Prozent.

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