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LVMH Aktie: Expansion gegen den Trend

LVMH eröffnet neue Flaggschiffläden in Europa, während es sich aus dem US-Flughafengeschäft zurückzieht. Analysten senken Kursziel nach enttäuschenden Quartalszahlen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neue Luxusläden trotz Umsatzschwäche
  • Morgan Stanley kürzt Kursziel auf 565 Euro
  • Rückzug aus US-Flughafen-Einzelhandel
  • Aktie notiert deutlich unter Jahreshoch

Schwache Quartalszahlen, gedämpfte Prognosen, ein gesenktes Analystenurteil — und trotzdem eröffnet LVMH munter neue Läden. Der Luxuskonzern verfolgt eine Strategie, die auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt, aber einer klaren Logik folgt.

Mehr Fläche, mehr Kontrolle

Laut Daten des Immobilienmaklers Cushman & Wakefield stiegen die Neueröffnungen auf Europas Luxusmeilen 2024 um 13 Prozent. LVMH führte das Feld an: 15 neue Geschäfte, darunter Flaggschiff-Investitionen für Louis Vuitton und Dior. Marken von LVMH, Kering und Richemont zusammen machten dabei fast ein Drittel aller Neueröffnungen aus.

Der Gedanke dahinter ist simpel: Wer wählerischer werdende Kunden gewinnen will, braucht physische Präsenz. „Das physische Geschäft ist strategischer, nicht weniger“, so Sally Bruer, Leiterin der EMEA-Einzelhandelsforschung bei Cushman & Wakefield. Statt Flächen zu mieten, erwerben LVMH, Kering und Chanel zunehmend ganze Gebäude — für langfristige Kontrolle über die begehrtesten Standorte.

Arnaults Spagat zwischen Expansion und Sparsamkeit

Genau hier liegt die Spannung. Im Januar meldete LVMH schwache Weihnachtsumsätze, drei von fünf Sparten verfehlten die Schätzungen für das vierte Quartal 2025. CEO Bernard Arnault kündigte daraufhin Ausgabendisziplin an. Gleichzeitig entfiel rund die Hälfte der Neueröffnungen auf hochwertige Mode und Accessoires.

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Morgan Stanley reagierte mit einer Kurszielkürzung von 635 auf 565 Euro — das Equalweight-Rating blieb bestehen. Für das erste Quartal 2026 erwartet die Bank nun einen Umsatzrückgang im Segment Mode & Lederwaren von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Frühere Wachstumserwartungen sind damit Geschichte. Grund: Die Ausgaben von US-amerikanischen und chinesischen Kunden stagnieren seit Jahresbeginn, was Kanal-Checks der Bank bestätigen.

Rückzug aus dem US-Reisehandel

Parallel zur europäischen Offensive zieht sich LVMH aus dem US-Flughafengeschäft zurück. Über die Tochter DFS stellt der Konzern den Betrieb an den Airports Los Angeles, San Francisco und Honolulu ein, der Standort Maui folgt später im Jahr. Die Konzessionen in Kalifornien gehen an Duty Free Americas über — der Abschluss ist für das zweite Quartal 2026 geplant.

Der Schritt markiert einen Strategiewechsel: weg vom kapitalintensiven Flughafeneinzelhandel, hin zu gezielter Markenpräsenz in kontrollierten Umgebungen. Die Aktie notiert aktuell bei rund 469 Euro und damit knapp 27 Prozent unter dem Jahreshoch von 652,80 Euro vom Januar. Am 23. April folgt die Hauptversammlung, am 30. April die Ausschüttung des Dividendenrestes für 2025 — zwei Termine, die Investoren im Blick behalten dürften.

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